EU-Kommission erhöht BIP-Prognosen für 2021 und 2022
Von Andreas Plecko
FRANKFURT (Dow Jones)--Die EU-Kommission hat ihre Prognosen zur Wirtschaftsentwicklung im Euroraum deutlich erhöht. Wie sie im Rahmen ihrer Frühjahrsprognose mitteilte, rechnet sie für 2021 jetzt mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im gesamten Euroraum um 4,3 (Winterprognose: 3,8) Prozent. Für 2022 stellt sie ein BIP-Wachstum von 4,4 (3,8) Prozent in Aussicht. Auch für die drei größten Volkswirtschaften - Deutschland, Frankreich und Italien - wurden die Prognosen für das laufende Jahr angehoben.
"Die Wachstumsraten werden weiterhin variieren, aber alle Mitgliedstaaten sollten bis Ende 2022 wieder das Vorkrisenniveau erreichen", erklärte die Kommission. "Es wird erwartet, dass das Wachstum in der Eurozone stark anzieht, da die Impfraten steigen und die Beschränkungen gelockert werden. Dieses Wachstum wird angetrieben durch privaten Konsum, Investitionen und eine steigende Nachfrage nach EU-Exporten durch eine anziehende Weltwirtschaft".
Der deutschen Volkswirtschaft traut die Behörde in diesem Jahr ein Wachstum von 3,4 (zuvor: 3,2) Prozent zu. Im Jahr 2022 dürfte dann ein Plus von 4,1 (3,1) Prozent folgen.
Für Frankreich wird die BIP-Wachstumsprognose für dieses Jahr erhöht auf 5,7 (5,5) Prozent. Im Jahr 2022 soll sich das Wachstum dann auf 4,2 (4,4) Prozent belaufen.
Für die italienische Wirtschaft erwartet die Kommission in diesem Jahr einen Zuwachs von 4,2 (3,4) Prozent und im Folgejahr von 4,4 (3,5) Prozent.
Den Prognosen zufolge wird die Inflation im Euroraum von 0,3 Prozent 2020 auf 1,7 (1,4) Prozent im laufenden Jahr steigen, bevor sie sich 2022 wieder auf 1,3 (1,3) Prozent abschwächt.
"Die Risiken für den Ausblick sind hoch und werden es bleiben, solange der Schatten der Pandemie über der Wirtschaft hängt", mahnte die Behörde. Die Prognose unterschätze möglicherweise die Ausgabenneigung der Haushalte oder sie unterschätze den Wunsch der Verbraucher, ein hohes Maß an Vorsorgesparen beizubehalten. Ein weiterer Faktor der Unsicherheit sei der Zeitpunkt der Rücknahme der fiskalischen Unterstützung, die, wenn sie zu früh erfolgt, die Erholung gefährden könnte.
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May 12, 2021 04:30 ET (08:30 GMT)