Europarat fordert verlässliche humanitäre Korridore in Ukraine-Krieg
STRASSBURG (dpa-AFX) - Der Europarat hat verlässliche humanitäre Korridore zur Rettung von Zivilisten aus den umkämpften Gebieten im Ukraine-Krieg gefordert. Diese Korridore seien essenziell, um den Tausenden von Menschen eine sichere Passage zu bieten, die vor Tod und Zerstörung flöhen, erklärte die Europaratschefin Marija Pejcinovic Buric am Montag. Die meisten von ihnen seien Frauen und Kinder.
Der Europarat wacht über die Einhaltung der Menschenrechte in seinen 47 Mitgliedstaaten, darunter auch Russland und die Ukraine. Die Organisation mit Sitz in Straßburg gehört nicht zur EU. Am Wochenende waren zwei Anläufe für Evakuierungen von Bewohnern der ukrainischen Hafenstadt Mariupol gescheitert. Eine am Montag von Russland angekündigte Waffenruhe sorgte für Kritik, weil sie die Rettung von Zivilisten in Richtung Russland ermöglichen sollte - was von der Ukraine als nicht annehmbar bezeichnet wurde. Moskau warf Kiew vor, die Bedingungen für die Einrichtung humanitärer Korridore nicht erfüllt zu haben.
Krieg sei immer mit besonderen Formen von Gewalt gegen Frauen verbunden, betonte Pejcinovic Buric. Auf der Flucht seien sie sogar noch gefährdeter. Es drohten Gewalt, sexueller Missbrauch und Vergewaltigung. Die Istanbul-Konvention, die 2011 vom Europarat zum Schutz von Frauen ausgearbeitet worden war, solle in weiteren Staaten ratifiziert werden.
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