EZB/Lane: Obergrenze neutralen Gleichgewichtszinses jetzt bei 2,50%
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Die Europäische Zentralbank (EZB) geht nach den Worten ihres Chefvolkswirts Philip Lane davon aus, dass die Spanne des neutralen Gleichgewichtszinses in letzter Zeit etwas nach oben verschoben hat. "Wir sehen uns eine Reihe von Modellen des neutralen Zinses an, und wir nehmen an, dass das obere Ende dieses Bereiches von 2,25 auf 2,50 Prozent gestiegen ist", sagte er in einer Veranstaltung der Deutschen Bank.
Die EZB hatte in der vergangenen Woche ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent angehoben. Die Zinserhöhung der EZB habe von einem "sicher neutralen Bereich" aus begonnen, sagte Lane. Der neutrale Zins ist ein nicht messbarer Zins, bei dem das gesamtwirtschaftliche Produktionspotenzial ausgeschöpft wird, ohne dass das für Inflationsdruck sorgt.
Die EZB begründete ihre Entscheidung damit, dass sich der Anstieg der Energiepreise zunehmend auf andere Bereiche ausdehne und dass der unterliegende Inflationsdruck zunehme. Unternehmen geben ihre höheren Einkaufspreise zunehmend an die Kunden weiter. Höhere Zinsen bremsen die Nachfrage und vermindern so die Fähigkeit der Unternehmen zur Überwälzung höherer Preise.
Je weiter der EZB-Leitzins von der Obergrenze des als neutral angenommenen Bereichs entfernt ist, desto stärker muss sie ihn anheben, um eine Bremswirkung zu erzielen.
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June 18, 2026 09:03 ET (13:03 GMT)