Frei: Wer krank ist, muss sich das bescheinigen lassen

03.07.26 10:46 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Kanzleramtschef Thorsten Frei erhofft sich durch die von der Koalition geplanten Verschärfungen bei Krankschreibungen im Job, dass mehr gearbeitet wird. "Tatsächlich ist es so, dass wir das Arbeitsvolumen auch erhöhen müssen", sagte der CDU-Politiker im RTL/ntv-"Frühstart". "Und das ist eines von vielen Mitteln, das wir dazu ergreifen."

Union und SPD wollen Deutschland mit einem umfassenden Reformpaket aus der Wirtschaftskrise führen. Eine der geplanten Maßnahmen: Die Möglichkeit, sich telefonisch auch ohne Praxisbesuch krankschreiben zu lassen, soll abgeschafft werden. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung soll schon am ersten Krankheitstag verpflichtend vorgelegt werden.

Frei: Hausärzte sind damit früher sehr gut zurechtgekommen

"Wir kehren zurück zu den Verhältnissen, die wir in der Vor-Corona-Zeit hatten, und uns erscheint es sinnvoll, weil es ist natürlich klar: Wenn jemand krank ist, dann muss diese Krankheit auch bescheinigt werden", sagte Frei. Mit der Situation seien die Hausärzte in der Vergangenheit sehr gut zurechtgekommen. "Deshalb glaube ich, dass das auch in der Zukunft so sein wird." Wenn es tatsächliche Probleme gebe, könne nachgesteuert werden. Diejenigen, die tatsächlich krank seien, würden sich um eine Krankschreibung bemühen, zeigte er sich überzeugt.

"Fakt ist eben, dass wir insbesondere zu Wochenstart und Wochenende besonders viele Krankheitstage haben, das kann man, meine ich, nicht medizinisch erklären." Damit unterstelle er nichts, sondern schaue sich nur die Zahlen an. Es sei "das Normalste von der Welt", es sich bescheinigen zu lassen, wenn man krank sei. Für die gesetzgeberische Umsetzung werde jetzt eine pragmatische Lösung gefunden./cco/DP/jha