GDV: Zum ersten Mal Rückgang der Zinszusatzreserve


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Die von den Lebensversicherern wegen der niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt seit 2011 aufgebaute Zinszusatzreserve wird nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 2022 erstmals seit ihrer Etablierung vor elf Jahren sinken. "Die Zinszusatzreserve betrug zum Jahresende 2021 circa 96 Milliarden Euro", sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. "In diesem Jahr wird sie voraussichtlich um etwa 3 Milliarden Euro auf rund 93 Milliarden Euro zurückgehen."

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Die Versicherer hatten laut GDV einen großen Zinspuffer für die Garantiezinsen der Kunden aufgebaut: In den vergangenen Jahren wurden demnach branchenweit jährlich teilweise zweistellige Milliardenbeträge durch die Lebensversicherer zurückgestellt. Bei einem stabilen oder steigenden Referenzzins könnten Lebensversicherer ihre gebildete Zinszusatzreserve nun allmählich auflösen. Ob und wie schnell die Zinszusatzreserve in Zukunft verringert werden könne, hänge vom allgemeinen Zinsniveau am Kapitalmarkt, der Höhe der garantierten Versicherungsleistungen mit Rechnungszins über Referenzzins sowie der Laufzeit des für die Reserve relevanten Bestandes an Versicherungen ab.

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