Gerresheimer: Das heiße Eisen jetzt anfassen?

22.04.26 10:00 Uhr

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Die Aktie von Gerresheimer bleibt hochvolatil: Nach massiven Kursverlusten sorgen Hoffnung auf einen Turnaround und Übernahmefantasie zuletzt für eine kräftige Gegenbewegung. Bleibt die spannende Frage, wie es jetzt weitergeht.

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Wahrlich nichts für schwache Nerven ist schon seit einiger Zeit die Gerresheimer-Aktie. In den letzten zwölf Monaten hat das einst grundsolide Papier des Pharmaverpackungsanbieters fast 60 Prozent an Wert verloren. Zuletzt aber gab es deutliche Erholungstendenzen: Allein seit Anfang letzter Woche hat der Kurs um über 25 Prozent zugelegt. Bleibt die Frage, ob man das Papier auf dem aktuellen Niveau noch bzw. wieder anrühren sollte.

Debakel in mehreren Akten
Aber der Reihe nach: Seinen Anfang nahm das Debakel im letzten Herbst, als die BaFin eine Sonderprüfung wegen möglicher verfrühter Umsatzbuchungen bei Gerresheimer anberaumte. Dann wurde im Rahmen interner Sonderprüfungen festgestellt, dass neben der Buchungsproblematik auch ein hoher Abschreibungsbedarf bei diversen US-Tochtergesellschaften des Konzerns besteht. Und schließlich wurde noch eine Bilanzverschiebung für 2025 notwendig, da die Vorgänge immer noch nicht vollständig aufgeklärt sind.

Korrekturbedarf bislang verkraftbar
Zuletzt ist aber doch eine gewisse Entspannung eingekehrt. Zum einen halten die Gläubiger von Gerresheimer still und haben der Bilanzverschiebung sowie einer Lockerung der Kreditbedingungen zugestimmt. Zum anderen erscheint der bislang ermittelte Berichtigungsbedarf (Umsatz 2024: -35 Mio. Euro / bereinigtes EBITDA: -24 Mio. Euro / Sonderabschreibung: 220 bis 240 Mio. Euro) zwar hoch, aber nicht so bedrohlich, dass die Gesellschaft in existenzielle Nöte geraten würde.

Sanierungsprogramm läuft
Zudem hat der im letzten Oktober eingesetzte Interimsvorstand inzwischen ein ganzes Bündel an Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Krise zu überwinden. Allen voran den Verkauf der US-Tochter Centor, der bis Ende dieses Jahres abgeschlossen werden soll, sowie ein umfassendes Transformationsprogramm zur Kostensenkung, Vertriebsoptimierung und Verbesserung des Free Cashflows.

Übernahmeangebot ausgeschlagen
Vom erfolgreichen Turnaround ist das neue Vorstandsteam offenbar so überzeugt, dass es kürzlich sogar ein Angebot des US-Konkurrenten Silgan Holdings, der mit 41 Euro etwa das Doppelte des aktuellen Kurses geboten haben soll, ausgeschlagen hat. Vielmehr setzt das Management den Fokus voll auf die Wiedererlangung der eigenen Stärke und will schon im laufenden Jahr bei einem Umsatzwachstum auf 2,3 bis 2,4 Mrd. Euro eine stattliche EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent erwirtschaften, was auf einen operativen Gewinn von über 400 Mio. Euro hinausliefe.

Hoher spekulativer Hebel
Bei einem aktuellen Börsenwert, der auch nach der jüngsten Erholungsrallye nur bei rund 750 Mio. Euro liegt, täte sich somit im Falle eines erfolgreichen Turnarounds und der Bereinigung der bilanziellen Unregelmäßigkeiten ein hoher Bewertungshebel auf. Die nötige Risikobereitschaft vorausgesetzt, ergibt sich hier also ein spannendes Spekulationsszenario. Wer vorsichtiger unterwegs ist, wartet allerdings lieber die Ergebnisse der noch laufenden Sonderprüfungen ab.

Die charttechnische Umkehr muss die Aktie von Matador Secondary Private Equity noch bewältigen, zuletzt war der Trend hier abwärtsgerichtet. Helfen könnte dabei, dass die Gesellschaft zuletzt mit einer überzeugenden Cash-Bilanz aufwarten konnte, was auf die Reife des Portfolios hinweist. Auch für die nächsten Quartale sind hohe Rückflüsse aus Investments zu erwarten – damit weist die zentrale Zielgröße des Geschäftsmodells eine positve Tendenz auf, was für die Aktie neuen Bewertungsspielraum schafft: zum Artikel

Als Kaufgelegenheit könnte sich im Nachhinein auch das aktuelle Niveau bei LAIQON herausstellen. Denn das Unternehmen hat in den letzten Jahren erhebliche Vorleistungen zur Vorbereitung eines starken Wachstums erbracht und schickt sich nun an, die Früchte dieser Arbeit einzufahren. Doch die Börse zeigt sich noch zurückhaltend: zum Artikel

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Erstellung am 22.04.26 um 9:41 Uhr.

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