GameStop-Aktie zieht an: Zahlen zum zweiten Quartal zeigen Gewinnsprung dank eBay
Weniger Umsatz, aber ein Vielfaches an Gewinn: GameStop überrascht Anleger mit vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal, die stark von der eBay-Beteiligung geprägt sind.
Werte in diesem Artikel
- Nettogewinn steigt deutlich, während der Umsatz zurückgeht
- eBay-Engagement prägt das Ergebnis stärker als das operative Geschäft
- Anleihe-Umtausch wird um eine Barkomponente ergänzt
GameStop hat vorläufige Zahlen für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht: Der Umsatz sinkt gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich, während der Nettogewinn kräftig zulegt. Getragen wird der Sprung vor allem von Gewinnen aus der eBay-Beteiligung, nicht vom operativen Kerngeschäft. Parallel ändert das Unternehmen die Bedingungen für einen milliardenschweren Anleihe-Umtausch.
Umsatzrückgang trifft auf Gewinnsprung
GameStop erwartet für das zweite Quartal 2026 einen Nettoumsatz zwischen 780 und 800 Millionen US-Dollar. Im Vorjahresquartal hatte der Konzern noch 972,2 Millionen US-Dollar umgesetzt. Als Gründe nennt das Unternehmen den Basiseffekt durch den Launch der Nintendo Switch 2 im Vorjahr, geplante Filialschließungen sowie den Verkauf des Frankreich-Geschäfts.
Beim operativen Ergebnis rechnet GameStop mit 150 bis 170 Millionen US-Dollar, nach 66,4 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Noch deutlicher fällt der Sprung beim Nettogewinn aus: Hier stellt der Konzern eine Spanne von 290 bis 310 Millionen US-Dollar in Aussicht, verglichen mit 168,6 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Die vorläufigen, ungeprüften Zahlen decken die 13 Wochen bis zum 1. August ab. Die vollständigen Ergebnisse zum zweiten Quartal will GameStop am 8. September vorlegen.
eBay-Beteiligung als Gewinntreiber
Der erwartete Nettogewinn enthält rund 238 Millionen US-Dollar aus dem eBay-Derivate-Engagement und der daraus entstandenen Aktienbeteiligung. Dem steht ein Verlust von etwa 75 Millionen US-Dollar aus digitalen Vermögenswerten und zugehörigen Forderungen gegenüber. Zum 1. August hielt GameStop rund 43,4 Millionen eBay-Stammaktien mit einem beizulegenden Zeitwert von etwa 4,95 Milliarden US-Dollar, was einer Beteiligung von rund 7,78 Prozent an eBay entspricht.
Die liquiden Mittel und marktgängigen Wertpapiere dürften zum Quartalsende zwischen 5,05 und 5,07 Milliarden US-Dollar liegen, deutlich weniger als die 8,69 Milliarden US-Dollar zum Ende des Vorjahresquartals. Als Grund nennt GameStop die Umwandlung der eBay-Derivateposition in eine direkte Aktienbeteiligung, die die Liquidität entsprechend verringerte. Damit hängt ein wesentlicher Teil des Ergebnisses am Kursverlauf einer einzelnen Beteiligung statt am klassischen Handelsgeschäft.
GameStop ändert Anleihe-Umtausch
Am selben Tag kündigte GameStop eine Änderung der Umtauschvereinbarung für seine Wandelanleihen an. Rund 1,4 Milliarden US-Dollar an 2030er und 2032er Notes sollen umgetauscht und getilgt werden, wobei die Gegenleistung nun nicht mehr vollständig in Aktien erfolgt. Bestehende Anleihegläubiger erhalten insgesamt rund 55,5 Millionen Aktien, das entspricht etwa 73 Prozent der Gegenleistung, sowie rund 358,4 Millionen US-Dollar in bar für die restlichen etwa 27 Prozent. Finanziert wird die Barkomponente aus vorhandenen liquiden Mitteln.
Der Abschluss des Umtauschs wird für den 3. September erwartet. Danach verbleiben rund 1,1 Milliarden US-Dollar an 2030er sowie 1,7 Milliarden US-Dollar an 2032er Notes ausstehend, zusammen etwa 2,8 Milliarden US-Dollar.
GameStop-Aktie springt an
Die vorläufigen Zahlen und der sprunghafte Anstieg des Nettogewinns kommen bei Anlegern gut an. Zeitweise steigt das Papier an der NYSE um 2,04 Prozent auf 18,24 US-Dollar.
Im Fokus steht nun der 8. September, wenn GameStop die vollständigen Q2-Zahlen vorlegen will. Dabei dürfte sich zeigen, wie belastbar das operative Geschäft jenseits der eBay-Position tatsächlich ist und wie sich der veränderte Anleihe-Umtausch auf die Kapitalstruktur auswirkt.
Benedict Kurschat, Julia Walter, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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