Newmont vs. Barrick Mining: Welche Goldaktie zahlt nach dem zweiten Quartal die bessere Dividende aus?
Ein starker Goldpreis spülte beiden Branchengrößen Rekordgewinne in die Kassen, doch bei der Aktionärsrendite trennen sich die Wege deutlich.
Werte in diesem Artikel
- Rekord-Cashflow trifft auf schrumpfenden Free Cashflow beim Rivalen
- Unterschiedliche Dividendenpolitik: Wachstum vs. Basisdividende plus Performance Top-up
- Analysten sehen bei einem der beiden Werte mehr Potenzial nach oben
Zwei der weltweit größten Goldproduzenten, Newmont und Barrick Mining, haben Anlegern jüngst Einblicke in die Geschäftszahlen zum zweiten Quartal 2026 gewährt. Daraus wird ersichtlich, dass beide Konzerne offenbar ungleichmäßig von einem realisierten Goldpreis von über 4.400 US-Dollar je Unze profitiert haben. Denn während auf der einen Seite ein Rekordwert beim freien Cashflow erzielt wurde, schrumpft dieser auf der anderen.
Für Anleger, die auf Ausschüttungen achten, ergibt sich daraus ein differenziertes Bild.
Rekord-Cashflow trifft auf schrumpfenden Free Cashflow
Beim Umsatz behält Newmont mit 6,12 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal 2026 die Nase vorn gegenüber den 5,29 Milliarden US-Dollar von Barrick Mining. Auffällig ist dabei, dass beide Konzerne nahezu identische Goldpreise realisierten: 4.414 US-Dollar je Unze bei Newmont standen 4.417 US-Dollar je Unze bei Barrick gegenüber. Der eigentliche Unterschied liegt auf der Kostenseite. Newmont wirtschaftete mit All-In-Sustaining-Costs von 1.621 US-Dollar je Unze spürbar günstiger als Barrick, wo sich die Kosten auf 1.866 US-Dollar je Unze beliefen. Unterm Strich blieben Newmont 2,2 Milliarden US-Dollar Nettogewinn beziehungsweise 2,06 US-Dollar je verwässerter Aktie. Barrick steigerte sein Ergebnis je Aktie zwar um 55 Prozent auf 0,73 US-Dollar und bereinigt sogar um 74 Prozent auf 0,82 US-Dollar, bewegt sich damit aber weiterhin auf einem deutlich niedrigeren absoluten Niveau.
Noch größer fällt die Kluft beim freien Cashflow aus. Newmont verfügte zum Quartalsende über eine Netto-Cash-Position von 3,4 Milliarden US-Dollar bei einer Gesamtliquidität von 13,0 Milliarden US-Dollar und konnte seit dem vorangegangenen Earnings Call bereits 1,9 Milliarden US-Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückgeben. Bei Barrick stieg der operative Cashflow zwar auf 1,70 Milliarden US-Dollar, der attributable Free Cashflow schrumpfte im Jahresvergleich jedoch von 212 Millionen auf nur noch 141 Millionen US-Dollar. Zwei Rekordquartale beim Goldpreis, zwei völlig unterschiedliche Ausgangslagen für die Kapitalrückführung an die Aktionäre.
Unterschiedliche Philosophien bei der Kapitalrückführung
Newmont zahlt für das zweite Quartal 2026 eine Dividende von 0,26 US-Dollar je Aktie, auszahlbar am 28. September an Aktionäre mit Stichtag am 3. September. Im Kapitalallokationsmodell des Konzerns steht die nachhaltige Bardividende dabei ausdrücklich vor Entwicklungskapital und Aktienrückkäufen. Letztere dienen bei Newmont in erster Linie dazu, die ausstehende Aktienzahl dauerhaft zu senken, ohne die absolute Dividendenverpflichtung zu erhöhen. Seit Februar 2024 reduzierte der Konzern seine Aktienzahl bereits um mehr als 100 Millionen Stück beziehungsweise rund 9 Prozent, was jeder verbleibenden Aktie einen wachsenden Anteil an künftigen Ausschüttungen sichert. Aktuell beträgt die Dividendenrendite ein Prozent.
Barrick Mining hingegen zahlt mit 0,175 US-Dollar je Aktie eine niedrigere Quartalsdividende, fällig am 15. September an Aktionäre mit Stichtag am 31. August. Die Dividendenpolitik folgt einer anderen Logik: Eine feste Basisdividende wird um ein Performance-Top-up zum Jahresende ergänzt, mit dem Ziel, jährlich 50 Prozent des Zurechenbaren Freien Cashflows auszuschütten. Genau dieser Bezugswert schrumpfte im Quartal jedoch. Zusätzlich kaufte Barrick im selben Zeitraum Aktien im Wert von 1,21 Milliarden US-Dollar zurück, wodurch die gesamten Aktionärsrückzahlungen im Jahresvergleich um 242 Prozent auf 1,50 Milliarden US-Dollar stiegen. Aktuell beträgt die Dividendenrendite 1,94 Prozent und liegt damit zumindest auf dem Papier höher als die des Rivalen aus Denver, Colorado.
Newmont-Aktie oder Barrick Mining-Aktie: Das ist der Analystenliebling
Unabhängig von der gezahlten Dividende liefert ein Blick auf die aktuellen Analystenstimmen zusätzliche Informationen. Dabei haben die Experten der Wall Street einen Favoriten: die eine Aktie wird vom TipRanks-Konsens mit einem "Strong Buy"-Rating versehen, die andere nur mit "Moderate Buy".
So sind sich Analysten bei der Newmont-Aktie sicher, die Aktie ist ein Kauf. Elf der zwölf Experten votieren mit "Buy", nur einer mit "Hold". Das mittlere Kursziel liegt bei 136,58 US-Dollar, bietet allerdings nur ein Aufwärtspotenzial von rund drei Prozent zum letzten Schlusskurs von 132,29 US-Dollar (Stand: 27. August 2026).
Demgegenüber steht ein "Moderate Buy"-Konsensrating für die Barrick Mining-Aktie. Sieben der elf Analysten sprechen sich hier für einen Kauf aus, vier raten zum Halten. Allerdings trauen die Experten der Aktie mehr Potenzial zu: Das mittlere Kursziel liegt bei 52,36 US-Dollar und damit rund elf Prozent über dem jüngsten Schlusskurs von 47,00 US-Dollar (Stand: 27. August 2026).
Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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