GMO und Gold

Grantham stützt Gold nicht mehr? Was der Barrick-Verkauf bei GMO für Rohstoff-Anleger bedeutet


Grantham stützt Gold nicht mehr? Was der Barrick-Verkauf bei GMO für Rohstoff-Anleger bedeutet

GMO trennte sich im zweiten Quartal komplett von einer erst wenige Monate alten Barrick-Position, und das wirft Fragen zum Timing und der Goldsicht des Investors auf.

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  • GMO trennte sich im zweiten Quartal 2026 komplett von Barrick Mining
  • Gold fiel 2026 vom Rekordhoch auf ein Jahrestief und erholt sich seit August
  • Morgan Stanley hob das Goldziel für 2027 auf über 5.000 Dollar an
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Jeremy Granthams Investmentgesellschaft GMO hat ihr US-Aktienportfolio im zweiten Quartal 2026 an mehreren Stellen umgebaut und dabei zwei sehr unterschiedliche Positionen vollständig aufgelöst: die letzte Berkshire Hathaway-Position sowie den gesamten Bestand am Goldminen- und Kupferkonzern Barrick Mining. Für Anleger mit Blick auf Edelmetalle ist vor allem Letzteres von Interesse, denn GMO verkaufte 497.435 Barrick-Aktien und beendete damit ein Investment, das erst im dritten Quartal 2025 begonnen hatte.

Eine kleine, junge Position

Die Barrick-Position machte zum Ausstieg lediglich 0,05 Prozent des rund 44,4 Milliarden US-Dollar schweren GMO-Aktiendepots aus, wie aus der jüngsten Pflichtmeldung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Aufgebaut hatte GMO das Engagement erst im dritten Quartal 2025, gehalten wurde es also keine zwölf Monate. Zum Vergleich: Die aufgelöste Berkshire-Position stammte noch aus dem ersten Quartal 2021 und lag zuletzt ebenfalls nur bei einem Bruchteil des Portfolios. Beide Verkäufe wirken damit eher wie Depotpflege als wie eine strategische Kehrtwende bei einem einzelnen Rohstoffthema.

Was der Verkauf über Granthams Goldsicht aussagt und was nicht

Ein einzelner, kleiner und junger Wert lässt sich demnach kaum als Kurswechsel in der Gold-Überzeugung eines Hauses lesen, das für seinen langfristigen Blick auf reale Vermögenswerte bekannt ist. Hinzu kommt eine methodische Grenze: Die Pflichtmeldung an die SEC erfasst nur US-Aktienpositionen von GMO, nicht aber physisches Gold, Goldfonds oder Engagements außerhalb der US-Börsenaufsicht. Wie stark GMO insgesamt am Edelmetall hängt, lässt sich aus den öffentlichen Daten also nicht ablesen. Dass die Branche selbst von der Gold-Rally profitiert, zeigt unterdessen der Lizenzgebühren-Spezialist Wheaton Precious Metals: Der Umsatz kletterte im ersten Quartal 2026 auf 901 Millionen US-Dollar, ein Plus von 431 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal, vor allem wegen eines um 98 Prozent höheren durchschnittlichen realisierten Goldäquivalent-Preises.

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Wer daraus eigene Schlüsse für Goldminenaktien zieht, sollte bedenken, dass solche Werte Bewegungen des Goldpreises meist verstärkt nachvollziehen und damit auch auf dem Weg nach unten volatiler ausfallen als das Edelmetall selbst.

Eine Gold-Achterbahn im ersten Halbjahr

Der Zeitpunkt des Verkaufs fiel derweil in eine turbulente Phase für das Edelmetall selbst. Im Januar markierte der Goldpreis mit knapp 5.600 US-Dollar je Feinunze ein Rekordhoch. Danach kippte die Stimmung: Bis Juni rutschte die Notierung auf ein Jahrestief unter 4.000 US-Dollar, ein Rückgang von rund 1.600 US-Dollar oder mehr als einem Viertel des Höchststands. Genau in diesem Umfeld schwacher Kurse baute GMO seine kleine Barrick-Position ab, die ohnehin erst wenige Quartale zuvor entstanden war.

Seit August dreht der Trend kräftig

Erst im August kam die Wende: Am 19. August kündigte das US-Finanzministerium an, den Rückkauf langfristiger Staatsanleihen deutlich auszuweiten, um die Zinslast zu drücken. Seither zog der Goldpreis um fast 300 US-Dollar je Feinunze an. Am Freitag notierte eine Feinunze in London bei 4.601 US-Dollar, fast zwei Prozent über dem Vortag und der höchste Stand seit Mitte Mai. Commerzbank-Rohstoffexperte Carsten Fritsch sprach mit Blick auf diese Entwicklung von einem erodierenden Vertrauen in den US-Dollar als sicheren Hafen und verwies auf kräftige Zuflüsse in Gold-ETFs.

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Morgan Stanley traut Gold noch mehr zu

Auch von der Analystenseite kommt derzeit Rückenwind. Morgan Stanley hob das Kursziel für den Goldpreis Ende vergangener Woche an und sieht das Edelmetall bis 2027 über der Marke von 5.000 US-Dollar je Feinunze, nachdem das bisherige Ziel von 4.450 US-Dollar bereits vor Ablauf des Zeitraums erreicht wurde. Als Treiber nannte Analystin Amy Gower anhaltende Nachfrage von Notenbanken und ETF-Anlegern sowie eine sinkende Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen. Zudem beobachtet die Bank eine zunehmende Entkopplung des Goldpreises von den langfristigen Realrenditen, der Markt preise demnach eher fiskalische Sorgen ein als das reine Zinsniveau.

Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Africa Studio / Shutterstock.com, Africa Studio / Shutterstock.com

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