Chinas Goldstrategie

Chinas Goldstrategie: Was Aktien von Zijin, Newmont & Barrick jetzt erwartet


Chinas Goldstrategie: Was Aktien von Zijin, Newmont & Barrick jetzt erwartet

Ein S&P Global-Report zeigt, warum Peking Gold zunehmend als strategischen Pfeiler für finanzielle und industrielle Sicherheit etabliert, und was das für Goldproduzenten bedeutet.

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  • China stuft Gold offiziell als strategisches Mineral für seine Sicherheit ein
  • Bei den Goldreserven rangiert China trotz Spitzenrolle nur auf Rang sechs
  • Pekings Kurs treibt Chinas Goldkonzerne schneller als westliche Rivalen
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China baut Gold vom Finanzasset zum strategischen Sicherheitsanker aus, und für den Weltgoldmarkt verschiebt das mehr als nur den Preis. In einem Ende August veröffentlichten Report kommt S&P Global zu dem Schluss, dass Peking seine Goldstrategie langfristig und umfassend weiterverfolgt. Die Analysten trauen den staatlich gelenkten chinesischen Minenkonzernen ein beschleunigtes Wachstum zu, während die westlichen Branchenführer ihre Produktion dagegen weitgehend stabil halten dürften. Die Rangordnung der größten Goldproduzenten beginnt sich damit zu verschieben.

Gold wird zum strategischen Mineral

Den Anstoß gab der 2025 vorgelegte Aktionsplan für eine hochwertige Entwicklung der Goldindustrie, den neun Ministerien und Behörden gemeinsam trugen. Er stuft Gold als strategisches Mineral und als Fundament der finanziellen und industriellen Sicherheit ein. Hinter dem Kurswechsel steht laut S&P Global ein wachsendes Misstrauen in die globale Ordnung. Bei einem Treffen im April beschrieb Staatschef Xi Jinping diese Ordnung sinngemäß als zunehmend zerfallend. Ökonomisch zielt Peking darauf, die Widerstandsfähigkeit der eigenen Wirtschaft zu erhöhen, die Abhängigkeit vom US-Dollar zu senken und den Renminbi international breiter zu verankern.

Große Nachfrage, kleine Reserven

So dominant China bei Förderung und Verbrauch ist, so vergleichsweise gering ist der Goldanteil an seinen offiziellen Währungsreserven. Seit 2007 ist das Land der größte Produzent, seit 2013 auch der größte Verbraucher, doch bei den offiziellen Reserven rangiert es nur auf Rang sechs. Nach Zahlen des Internationalen Währungsfonds lagen Chinas Goldreserven Ende 2025 bei 324 Milliarden US-Dollar, weniger als ein Drittel des US-Bestands von 1,14 Billionen und hinter Deutschland, Italien, Frankreich und Russland. Gemessen an den gesamten Währungsreserven macht Gold in China nur 6,7 Prozent aus. In den Notenbanken Afrikas liegt dieser Anteil im Mittel bei 17,5 Prozent, in den Industrieländern bei 16,6 Prozent.

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Diese vergleichsweise geringe Gewichtung könnte weitere Goldkäufe begünstigen. Die Notenbank stockte ihre Bestände in der ersten Jahreshälfte um mehr als 40 Tonnen auf, gut doppelt so viel wie die 19 Tonnen des Vorjahreszeitraums. Der Zeitraum fiel laut S&P Global mit dem Beginn des Iran-Kriegs und einem Ausschlag des Goldpreises von fast 30 Prozent zwischen Hoch und Tief zusammen. S&P ordnet den Anstieg in den seit 2022 verstärkten Goldaufbau vieler Schwellenländer ein.

Die Gold Road und der Handel in Yuan

Der zweite Hebel ist die 2019 gestartete und seit 2022 mit neuem Nachdruck verfolgte Gold Road. Sie soll den Goldhandel in Yuan über die Grenzen Chinas hinaustragen, vor allem in den BRICS-Staaten und entlang der neuen Seidenstraße. 2025 eröffnete in Hongkong der erste Goldtresor außerhalb des Festlands mit einer Anfangskapazität von 150 Tonnen. Hongkong will die Lagerkapazität binnen drei Jahren auf über 2.000 Tonnen ausbauen. Ein zugehöriges zentrales Abwicklungssystem ging am 7. Juli in den Testbetrieb. Ziel ist ein Netz von Tresoren, über das sich Gold in Yuan handeln und lagern lässt und das eine Abwicklung außerhalb des US-Dollar-Systems ermöglicht.

Warum Chinas Miner schneller wachsen

Für Anleger am greifbarsten ist die Wirkung auf die Produzenten. Chinesische Goldproduzenten stehen häufig teilweise oder mehrheitlich in staatlichem Besitz und berücksichtigen daher auch nationale Prioritäten. Zijin Mining und Shandong Gold haben ihre Zukäufe seit 2022 von Hunderten Millionen auf Milliarden US-Dollar hochgeschraubt, von Lateinamerika bis Afrika. Laut dem Verband China Gold Association legte die Auslandsproduktion der führenden Miner 2025 um 25 Prozent auf 90 Tonnen zu, während die heimische Förderung nur um 1 Prozent auf 381 Tonnen wuchs. Dazu kommt eine Serie außergewöhnlich großer Neufunde im eigenen Land.

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Grenzenlos ist dieser Aufstieg nicht. Die einfach zugänglichen, hochgradigen Vorkommen sind weitgehend erschöpft, und die Übernahmen werden schwieriger. Dass Zijin seine vier Milliarden US-Dollar schwere Übernahme des kanadischen Produzenten Allied Gold nicht abschließen konnte, zeigt laut S&P Global die wachsenden regulatorischen Hürden. Die westlichen Schwergewichte Newmont, Barrick und Gold Fields wachsen unterdessen nur verhalten. Der Report erinnert daran, wie zyklisch die Branche ist: Im Abschwung von 2013 bis 2015 brachen ihre Kurse um 58, 77 und 76 Prozent ein.

Ob sich die vom Report skizzierte Verschiebung wirklich beschleunigt, dürfte sich mit den nächsten monatlichen Reservemeldungen der chinesischen Notenbank und den Produktions- und Übernahmebilanzen der großen Miner zeigen. Sie werden belegen, ob Pekings Anspruch und die tatsächliche Expansion zusammenfinden.

Julia Walter, Redaktion finanzen.net

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