Grenke meldet positive Ergebnisse aus Sondergutachten
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Leasinggesellschaft Grenke hat Teilergebnisse von zwei Sonderprüfungen durch unterschiedliche Wirtschaftsprüfungsgesellschaften mitgeteilt, die der Konzern nach massiven Anschuldigungen in Auftrag gegeben hat. Insgesamt fallen die Gutachten positiv für Grenke aus, in einigen Punkten wird an dem Franchise-System aber auch Kritik geäußert. Darauf hat Grenke aber jüngst bereits mit entsprechenden Maßnahmen reagiert.
Grenke ist im September ins Visier des britischen Spekulanten und Leerverkäufers Fraser Perring geraten. Dessen Analysehaus Viceroy Research hatte Mitte September einen Bericht über Grenke veröffentlicht, in dem dem MDAX-Konzern, der kommende Woche in den SDAX absteigt, unter anderem Bilanzbetrug vorgeworfen wurde. Der Aktienkurs war daraufhin um bis zu 50 Prozent abgestürzt. Auch monierte Perring das aus seiner Sicht intransparente Franchise-System des Konzerns. Grenke gab daraufhin zwei Gutachten in Auftrag, eines bei seinem Prüfer KPMG und ein unabhängiges bei Warth & Klein Grant Thornton (WKGT).
WKGT habe nun die Vorteilhaftigkeit der bisherigen 17 Übernahmen von Franchise-Gesellschaften für den Konzern bestätigt, so Grenke. Das Expansionsmodell, bei dem die Grenke AG Franchise-Gesellschaften nach etwa fünf Jahren übernimmt, sei aber im Rahmen der Marktüblichkeitsprüfung als sehr spezifisch bezeichnet worden. Die Zusammenarbeit mit Finanzinvestoren beurteilten die Prüfer als grundsätzlich nachvollziehbar, die ausschließliche Zusammenarbeit mit der CTP Handels- und Beteiligungs GmbH, an der Gründer Wolfgang Grenke beteiligt ist, als "nur zum Teil" nachvollziehbar.
Grenke hatte jüngst angekündigt, die bestehenden Franchise-Gesellschaften in den Konzern zu integrieren und künftig mit eigenen Start-up-Gesellschaften zu expandieren. Außerdem lässt Wolfgang Grenke sein Aufsichtsratsmandat ruhen. Er hatte angeboten, seine Beteiligungen an den Franchise-Unternehmen an die Grenke AG zu veräußern.
Nach Abschluss der Prüfung von Vorteilhaftigkeit und Marktüblichkeit durchleuchtet WKGT weiterhin die personellen und gesellschaftsrechtlichen Beziehungen in Bezug auf die Eigentümerstrukturen der erworbenen Gesellschaften.
Die KPMG-Prüfung zu den Leasingverträgen habe unterdessen keine Anhaltspunkte zutage gefördert, die darauf schließen ließen, dass Vertriebspartner bzw. Fachhandelspartner, mit denen Grenke im Leasing zusammenarbeitet, nicht existieren, so der Konzern weiter. Auch für die Behauptung, Grenke sei systematisch an Geldwäsche beteiligt gewesen oder habe eine solche ermöglicht, gebe es laut KPMG keine Hinweise. Auch KPMG setzt seine Untersuchung fort, was aber Teil der normalen Abschlussprüfung ist, womit es keinen gesonderten Bericht geben wird.
Unabhängig davon läuft die Untersuchung des Konzernabschlusses 2019 durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) weiter.
Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com
DJG/mgo/brb
(END) Dow Jones Newswires
December 16, 2020 10:32 ET (15:32 GMT)
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