Großes Lob

QUALCOMM-Aktie verliert nach Kaufempfehlung durch NVIDIA-Chef dennoch - neue Produktdesigns


QUALCOMM-Aktie verliert nach Kaufempfehlung durch NVIDIA-Chef dennoch - neue Produktdesigns

NVIDIA-CEO Jensen Huang hat sich positiv zu QUALCOMM geäußert und die Aktie zum Kauf empfohlen. Dabei hob er die Arbeit des Chipanbieters im Mobilfunksektor hervor.

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• NVIDIA plant keinen Einstieg in Markt für Smartphone-Chips
• Stattdessen Lob und Kaufempfehlung für QUALCOMM und Apple
• QUALCOMM verschiebt Fokus von Smartphones zu neuen KI-Wearables

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Im Rahmen einer Veranstaltung wurde NVIDIA-Chef Jensen Huang gefragt, ob der KI-Gigant Pläne habe, in den Markt für Smartphone-Chips einzusteigen. Dies verneinte Huang eindeutig. "Der Grund dafür ist, dass es nicht notwendig ist", so der CEO in einem Video, das unter anderem auf dem Kurznachrichtendienst X geteilt wurde.

Zwar habe niemand bei PCs einen besseren Software-Stack als NVIDIA, aber bei Smartphone-Chips sei der Software-Stack deutlich anders. "Ich glaube nicht, dass wir bei mobilen Endgeräten unglaublich gut sind, und ich halte das auch nicht für notwendig", sagte Huang. Denn Apple und QUALCOMM würden ihre Sache in diesem Bereich "wirklich gut" machen. "Kaufen Sie ihre Aktien, sie sind gut", sagte der Chef des KI-Platzhirsch daher - und schickte damit zumindest die QUALCOMM-Aktie im nachbörslichen Montagshandel an der NASDAQ zeitweise um mehr als 8 Prozent nach oben. Am Dienstag war bei dem Papier nun jedoch letztlich ein Minus von 5,67 Prozent auf 205,42 US-Dollar zu sehen.

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QUALCOMM setzt auf Abschied von Smartphone-Ära

Die Empfehlung von Huang zum Kauf der QUALCOMM-Aktie kommt zu einer Zeit, zu der QUALCOMM den Ausbau seiner Stellung im KI-Ökosystem durch neue Hardware vorantreibt. So konkretisierte QUALCOMM-CEO Cristiano Amon gegenüber dem "Handelsblatt" kürzlich seine Vision eines post-smartphone-zentrierten Computermodells. Besonders viel Aufmerksamkeit erregte dabei seine Aussage, das Unternehmen arbeite gemeinsam mit Kunden an rund 40 neuen Produktdesigns im Bereich KI-Hardware, darunter Datenbrillen, KI-Anhänger oder Kopfhörer mit Kamera. Es handelt sich dabei jedoch noch nicht um marktreife Produkte, sondern um Entwicklungsprojekte und Referenzdesigns, die verschiedene neue Geräteklassen testen sollen. Im zweiten Halbjahr seien dann die ersten Resultate zu erwarten.

Amon beschrieb diese Entwicklung als Teil eines größeren Paradigmenwechsels: Künstliche Intelligenz verschiebe die Benutzeroberfläche weg vom Bildschirm hin zu einem "agentischen" Modell, in dem persönliche KI-Assistenten über mehrere Geräte hinweg agieren und Kontextinformationen aus der Umgebung verarbeiten. In diesem Modell wird das Smartphone nicht zwingend ersetzt, verliert jedoch seine zentrale Rolle als primäre Schnittstelle. Stattdessen entstehen spezialisierte Geräte, die näher an den menschlichen Sinnen operieren - etwa am Ohr, vor den Augen oder direkt am Körper getragen.

Vom Cloud-Modell zur KI auf dem Gerät

Ein zentraler technischer Wandel betrifft die sogenannte Inferenz, also die Anwendung von KI-Modellen im Alltag. Während das Training großer Modelle weiterhin in Rechenzentren stattfindet, verlagert sich die Nutzung zunehmend auf Endgeräte.

Amon argumentiert, dass diese Entwicklung ökonomisch und technisch sinnvoll sei: Lokale KI sei schneller, energieeffizienter und langfristig kostengünstiger. Besonders Geräte wie Brillen oder Wearables könnten davon profitieren, da sie permanent genutzt werden und schnelle Reaktionszeiten benötigen. Damit entsteht ein Hybridmodell: Ein Teil der Rechenleistung verbleibt in der Cloud, während einfache und mittlere Aufgaben direkt auf dem Gerät verarbeitet werden.

Strategischer Druck und neue Wachstumsmärkte

Der Strategieschwenk weg vom Smartphone und hin zu KI-Wearables erfolgt jedoch nicht aus reiner Innovationsfreude, sondern unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Mit dem absehbaren Wegfall eines großen Teils der Smartphone-Chip-Umsätze - insbesondere durch die zunehmende Eigenentwicklung bei Apple - steht QUALCOMM vor einer strategischen Neuausrichtung. Der Unternehmenschef sieht jedoch in dem neuen Bereich schon in diesem Jahr zweistellige Millionen-Stückzahlen. "Wird diese Kategorie so groß wie das Smartphone, sprechen wir über Milliarden", sagte Amon dem "Handelsblatt".

Die Wette von QUALCOMM ist damit klar: Wenn KI zur neuen Basistechnologie wird, entsteht nicht nur ein neuer Chipmarkt, sondern eine völlig neue Gerätekategorie. Und genau in dieser Verschiebung will sich der Konzern neu positionieren - weg vom klassischen Smartphone-Zulieferer, hin zum Architekten einer KI-getriebenen Hardwarelandschaft.

Carolin Ludwig, Martina Köhler, Julia Walter, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: jejim / Shutterstock.com, Katherine Welles / Shutterstock.com

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