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Applied Optoelectronics-Aktie: Vom Meme-Star zum KI-Gewinner?


Applied Optoelectronics-Aktie: Vom Meme-Star zum KI-Gewinner?

Erstmals seit 2023 schreibt der Transceiver-Hersteller Applied Optoelectronics wieder einen bereinigten Gewinn. Sind die Zeiten als Meme-Aktie nun vorbei?

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  • Applied Optoelectronics: Rückkehr in die Gewinnzone weckt Zweifel am Ruf als spekulative Meme-Aktie
  • Schwache Prognose trübt die Freude über den Umsatzsprung
  • Analysten kappen Kursziele, bleiben aber bei ihrer positiven Einschätzung
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Applied Optoelectronics hat in seinem zweiten Geschäftsquartal 2026 erstmals seit 2023 wieder einen bereinigten Quartalsgewinn erzielt und den Umsatz deutlich gesteigert. Auch wenn die Prognose für das dritte Quartal hinter den Erwartungen der Wall Street zurückblieb, feierten Anleger die Zahlen. Damit rückt die Frage in den Vordergrund, ob der als Meme-Aktie geführte Titel nun auf fundamentaleren Beinen steht.

Gewinnzone und Rekordumsatz bei Applied Optoelectronics

Der Hersteller optischer Transceiver für Rechenzentren, CATV- und Telecom-Netzwerke meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 191,9 Millionen US-Dollar, nach 103,0 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal und 151,1 Millionen US-Dollar im ersten Quartal. Die GAAP-Bruttomarge lag bei 27,7 Prozent, die Non-GAAP-Marge bei 29,8 Prozent. Unter dem Strich stand ein GAAP-Nettoverlust von 22,8 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,28 US-Dollar je Aktie, während Applied Optoelectronics auf Non-GAAP-Basis einen Nettogewinn von 5,5 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,06 US-Dollar je Aktie erzielte, nach einem Non-GAAP-Verlust im Vorjahresquartal.

CEO Thompson Lin bezeichnete das Quartal als richtungsweisend und verwies auf das fünfte Rekordumsatzquartal in Folge sowie die Rückkehr zur Non-GAAP-Profitabilität. Das Volumen der 800G-Produkte habe sich sequenziell mehr als verdoppelt. CFO Stefan Murry hat unterdessen die gesamte Fertigungskapazität auf knapp 200.000 Einheiten pro Monat beziffert und angekündigt, bis Jahresende auf rund 650.000 Einheiten an 800G- und 1,6-Terabit-Produkten monatlich zu kommen. Ende des dritten Quartals soll der Versand der fortschrittlicheren 1,6-Terabit-Transceiver beginnen, die zusammen mit den 800G-Modellen im vierten Quartal rund 330 Millionen US-Dollar Umsatz beitragen sollen. Zu den Kunden zählen laut Barron's Amazon und Microsoft sowie ein bislang nicht namentlich genannter dritter Hyperscaler mit umfangreichen Bestellungen im laufenden Jahr.

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Ausblick bleibt hinter den Erwartungen zurück

Trotz des Gewinnsprungs enttäuschte der Ausblick: Für das dritte Quartal 2026 stellte Applied Optoelectronics ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 11 bis 26 Cent in Aussicht, während Analysten im Schnitt mit 28 Cent gerechnet hatten. Beim Umsatz kalkuliert das Unternehmen mit 255 bis 290 Millionen US-Dollar und einer Non-GAAP-Bruttomarge von 29 bis 30,5 Prozent, bezogen auf rund 92,8 Millionen ausstehende Aktien.

Analysten bleiben für die Applied Optoelectronics-Aktie trotz Kurszielsenkungen optimistisch

Needham senkte das Kursziel für die Applied-Optoelectronics-Aktie von 220 auf 190 US-Dollar, bestätigte aber die Kaufempfehlung, Analyst Ryan Koontz verwies auf die anhaltend hohe Nachfrage nach optischen Transceivern und Marktanteilsverschiebungen weg von chinesischen Anbietern. Auch Raymond James, B. Riley passten das Kursziel nach den Zahlen an, ohne ihre grundsätzliche Einstufung zu ändern.

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Applied-Optoelectronics-Aktie legt weiter zu

Für Anleger waren die Zahlen dennoch Grund genug, sich mit Anteilsscheinen des Unternehmens einzudecken. An der NASDAQ gewann die Applied Optoelectronics-Aktie am Freitag mehr als neun Prozent und setzt ihre positive Entwicklung auch am Montag vorbörslich mit einem weiteren Plus von 6,13 Prozent auf 143,95 US-Dollar fort.

Der Titel gilt zugleich als größte Einzelposition im 2025 neu aufgelegten Roundhill Meme-ETF, kombiniert mit einer Leerverkaufsquote von mehr als 13 Prozent im Juli 2026 und starkem Interesse an gehebelten Long- und Short-Produkten. Nach den Zahlen notierte die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 33 auf Basis der für die kommenden zwölf Monate erwarteten Gewinne.

Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: T. Schneider / Shutterstock.com

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