Indexklauseln

Commerzbank-CFO: EuGH-Urteil zu Franken-Krediten möglicherweise mit Auswirkungen auf zweites Quartal - Aktie sinkt


Commerzbank-CFO: EuGH-Urteil zu Franken-Krediten möglicherweise mit Auswirkungen auf zweites Quartal - Aktie sinkt

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu bestimmten Indexklauseln in Franken-Krediten in Polen könnte bei der Commerzbank für weitere Belastungen sorgen.

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"Wir müssen noch die Details des Urteils analysieren", sagte Commerzbank-Finanzvorständin Bettina Orlopp bei einer von Goldman Sachs ausgerichteten Finanzkonferenz. Es sei aber klar, dass das einen Einfluss auf das zweite Quartal haben dürfte. Wie befürchtet sei der EuGH größtenteils der Argumentation des Generalanwalts gefolgt.

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Beim EuGH ging es um Umrechnungsklauseln bei früheren, in Franken ausgegebenen Hypothekenkrediten. Diese waren in Polen jahrelang wegen der damals niedrigen Zinsen sehr beliebt. Die Belastungen für die Kreditnehmer stiegen aber, als der Franken zum Zloty in den vergangenen Jahren aufwertete. Zahlreiche Klagen folgten. Das Gericht stärkte nun die Rechte der Kunden. Es entschied, dass das Unionsrecht dem nicht entgegensteht, "dass die Verbraucher im Fall der Nichtigerklärung eines missbräuchliche Klauseln enthaltenden Hypothekendarlehensvertrags von der Bank einen über die Erstattung der gezahlten monatlichen Raten hinausgehenden Ausgleich verlangen." Dagegen stehe dem Unionsrecht entgegen, "dass die Bank gegenüber den Verbrauchern entsprechende Ansprüche geltend macht".

Die Commerzbank, die mit ihrer Tochter M-Bank in Polen vertreten ist, musste immer wieder Rückstellungen bilden für etwaige Belastungen aus diesen Franken-Krediten. Im ersten Quartal 2023 lag die Vorsorge in diesem Zusammenhang bei 173 Millionen Euro, im vergangenen Jahr bei 650 Millionen Euro. Außerdem stellt die Bank regelmäßig ihren Ausblick unter die Prämisse, dass es zu keinen substanziellen Sonderbelastungen bei der M-Bank kommt.

"Unsere Strategie, auf Vergleiche zu dringen, ist richtig", betonte Orlopp am Donnerstag. Die Bank werde versuchen, mit so vielen Kunden wie möglich zu Vereinbarungen zu kommen. Man sollte gleichzeitig im Hinterkopf behalten, dass das EuGH-Urteil nicht bindend ist für polnische Gerichte. Dementsprechend sei abzuwarten, was die Gerichte in Polen aus dem Urteil machten.

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FRANKFURT (Dow Jones)

Bildquellen: mf, Frank Gaertner / Shutterstock.com

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