SoftBank-Aktie unter Druck: Welche KI-Aktien nach dem OpenAI-IPO-Aus jetzt interessant werden
Der geplante OpenAI-Börsengang 2026 fällt aus – und die SoftBank-Aktie gerät unter Druck. Welche KI-Investments kommen jetzt als Alternativen infrage?
Werte in diesem Artikel
- Nach Altmans Aussage gerät die SoftBank-Aktie kräftig unter Druck
- OpenAIs IPO-Verzicht trifft SoftBanks größte KI-Wette hart
- Analysten bleiben trotz Rücksetzer mehrheitlich zuversichtlich
Die Aktie von SoftBank, einer japanischen Beteiligungsholding mit Schwerpunkt auf Technologie- und KI-Investitionen, ist am Montag in Tokio um rund elf Prozent eingebrochen, nachdem OpenAI-Chef Sam Altman einen Börsengang des KI-Unternehmens für 2026 ausgeschlossen hatte. Der japanische Investor hat Milliarden in den ChatGPT-Entwickler gesteckt und verliert damit vorerst die Aussicht auf einen schnellen Bewertungsgewinn durch einen Börsengang. Auch die asiatische Chipbranche geriet unter Druck, während SoftBank parallel seine Finanzierung der Wette neu ordnet.
SoftBank-Aktie: Kursrutsch nach Altmans Absage
Auslöser für die Aktienkursverluste war ein Interview, das Altman am Freitag dem Magazin Fortune gegeben hat und das am Samstag veröffentlicht wurde. Er hatte dabei erklärt, angesichts der aktuellen Sicherheitsdebatte in der Branche wäre ein Börsengang derzeit unklug, Druck verspüre man diesbezüglich nicht. Am Samstag rief zudem Dario Amodei, Chef des KI-Unternehmens Anthropic, die gesamte Branche dazu auf, das Entwicklungstempo bei leistungsfähigen Modellen zu drosseln. Altman und SpaceX-Chef Elon Musk hätten daraufhin Zustimmung signalisiert.
SoftBanks Milliardenwette auf OpenAI
SoftBank hatte sich noch im Februar zu einer Folgeinvestition in OpenAI verpflichtet. Vorgesehen sind drei Tranchen à 10 Milliarden US-Dollar, zusammen 30 Milliarden US-Dollar zusätzlich zum bestehenden Engagement. Nach Abschluss soll die kumulierte Investition rund 64,6 Milliarden US-Dollar erreichen, was einem Anteil von etwa 13 Prozent an OpenAI entspräche. Die dritte Tranche ist für den 1. Oktober vorgesehen, bei einer Pre-Money-Bewertung von 730 Milliarden US-Dollar.
Zur Finanzierung hatte SoftBank in der vergangenen Woche angekündigt, den gesamten ausstehenden Saldo von 25,9 Milliarden US-Dollar aus der Brückenkreditvereinbarung vorzeitig zurückzuzahlen. Die Kreditlinie umfasst insgesamt 40 Milliarden US-Dollar, von denen 30 Milliarden US-Dollar bereits gezogen wurden. Die Rückzahlung ist für den 15. September 2026 terminiert. Bilanziell werden die OpenAI-Anteile zum beizulegenden Zeitwert erfasst, sodass Wertänderungen unabhängig vom Zeitpunkt eines Börsengangs quartalsweise in die Gewinn- und Verlustrechnung einfließen.
Arm und die Chipbranche im Sog
Die SoftBank ist über ihre mehrheitlich gehaltene Chipdesign-Tochter Arm, die als Kronjuwel des Portfolios gilt, zusätzlich Risiken einer möglichen Verlangsamung der KI-Entwicklung ausgesetzt, da das Unternehmen stark von der KI-getriebenen Chipnachfrage profitiert hat. Der Kursrutsch erfasste im Tagesverlauf weitere Halbleiterwerte in Asien: SK hynix und Kioxia verloren rund sechs Prozent, Samsung Electronics büßte vier Prozent ein, während es für Advantest um zwei Prozent und für Taiwan Semiconductor Manufacturing um rund ein Prozent abwärts ging.
Welche KI-Aktien könnten die OpenAI-IPO-Wette ersetzen?
Für Anleger, die auf einen Börsengang von OpenAI gesetzt hatten, rückt mit Anthropic nun ein anderer KI-Entwickler in den Mittelpunkt. Das Unternehmen hinter dem KI-Assistenten Claude hat die NASDAQ als Börsenplatz für einen möglichen Börsengang ausgewählt. Ein konkreter Termin steht allerdings noch nicht fest.
Wer nicht auf den direkten Börsengang warten will, kann bereits heute über die beiden Großaktionäre Amazon und Alphabet indirekt auf Anthropic setzen. Beide Technologiekonzerne halten Beteiligungen an dem KI-Unternehmen und sind zugleich über ihre Cloud- und KI-Geschäfte am weiteren Wachstum der Technologie beteiligt.
Weitere Alternativen bieten Databricks und CoreWeave. Während Databricks vom Einsatz künstlicher Intelligenz in Unternehmen profitieren könnte, stellt CoreWeave die für KI-Modelle benötigte Recheninfrastruktur bereit. Anleger setzen damit weniger auf einen einzelnen KI-Modellentwickler und stärker auf das Wachstum des gesamten KI-Marktes.
Wer dagegen möglichst breit vom Ausbau der KI-Infrastruktur profitieren will, kann auf etablierte Anbieter wie NVIDIA setzen. Der Chiphersteller ist weniger davon abhängig, welcher einzelne KI-Anbieter sich letztlich durchsetzt.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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