IPO-Fieber

Nach fulminantem Circle-IPO: Auch Gemini und Co. streben an die Börse


Nach fulminantem Circle-IPO: Auch Gemini und Co. streben an die Börse

Nach dem spektakulären IPO von Stablecoin-Anbieter Circle zieht eine neue Welle von Kryptofirmen an die Börse. Das Börsenumfeld scheint nahezu ideal.

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• Circle feiert überragenden IPO-Erfolg
• Gemini & Co. reichen ebenfalls Börsenanträge ein
• Zeitfenster für lukrative Bewertungen könnte sich schnell wieder schließen

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Circle feiert fulminantes Börsendebüt

Anfang Juni hat die Circle Internet Group, ein führendes FinTech-Unternehmen, das den Stablecoin USDC verwaltet, den Schritt aufs New Yorker Börsenparkett gewagt. Nachdem die Aktien zunächst für 31 US-Dollar ausgegeben worden waren, sprangen sie am Tag des IPOs zeitweise sogar über die 100-US-Dollar-Marke. Zum Handelsende stand schließlich noch ein Aufschlag von fast 170 Prozent auf 83,23 US-Dollar an der Kurstafel. Einige Experten sprachen von einem "Hype um eine vermeintliche Bitcoin-Alternative". Zuletzt kostete eine Circle-Aktie an der NYSE 106,54 US-Dollar und stand damit 9,10 Prozent im Plus (Stand: Schlusskurs vom 12. Juni 2025).

Neue Krypto-IPO-Welle: Auch Gemini und Bullish könnten folgen

Ausgelöst durch diesen IPO-Erfolg erlebt die Krypto-Branche nun ein neues Börsenfieber. "Kryptounternehmen vor dem Börsengang wären verrückt, nach der Entwicklung von Circle nicht mit Börsengängen fortzufahren. Krypto kann ein unberechenbarer Markt sein, daher nutzt man eine solche Chance", zitiert Reuters Matt Kennedy, Senior Strategist bei Renaissance Capital, einem Anbieter von IPO-fokussiertem Research und ETFs.

So reichte dann auch die Kryptobörse Gemini am 6. Juni offiziell ihren Antrag auf einen Börsengang bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC ein. Für die Gründer Cameron und Tyler Winklevoss sei es der nächste große Meilenstein in ihrer Krypto-Karriere, wie etwa stock3 berichtet. Die Zwillinge, die einst durch ihren Rechtsstreit mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Bekanntheit erlangten und später frühzeitig in Bitcoin investierten, sehen offenbar nun das ideale Marktumfeld gekommen, um mit Gemini Kapital am Aktienmarkt einzusammeln. Bereits 2021 wurde das Unternehmen im Rahmen einer Finanzierungsrunde mit rund sieben Milliarden US-Dollar bewertet. "Geminis Schritt trägt zur allgemeinen Dynamik bei und bestärkt die Annahme, dass sich kryptobasierte Unternehmen zunehmend auf den Zugang zu öffentlichen Märkten vorbereiten", merkte Kat Liu, Vizepräsidentin von IPOX, Reuters zufolge an. Genauere Details zu Bewertung, Emissionsvolumen und Zeitplan hat Gemini noch nicht bekanntgegeben, da es sich bei dem SEC-Antrag um eine vertrauliche Einreichung handelt. Eine Notierung "wird voraussichtlich nach Abschluss des Prüfungsprozesses durch die SEC erfolgen, vorbehaltlich der Markt- und anderer Bedingungen", zitiert CNBC.

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Doch Gemini ist nicht allein mit seinen Plänen: Auch die Kryptobörse Bullish, unterstützt vom prominenten Investor Peter Thiel, startet offenbar einen neuen IPO-Versuch. Das Startup hatte schon im Jahr 2021 einen ersten Versuch eines Börsengangs per SPAC gestartet, dieser war jedoch gescheitert, erinnert stock3. Nun scheint Bullish vor dem Hintergrund eines freundlicheren Marktumfelds - auch getrieben durch den IPO-Erfolg von Circle - erneut Anlauf nehmen zu wollen. Wie die Financial Times mit Bezug auf mit der Angelegenheit vertraute Personen kürzlich berichtete, habe Bullish ebenfalls vertrauliche Unterlagen für einen Börsengang bei der SEC eingereicht.

Marktumfeld scheint ideal

Marktbeobachter gehen davon aus, dass sich noch zahlreiche weitere Krypto-Firmen in den Startlöchern befinden. Denn das Timing scheint perfekt: Die Anlegerstimmung ist positiv, die Bewertungen sprunghaft und die Liquidität vorhanden, merkt stock3 an. "Im weiteren Sinne signalisiert dies, dass lang erwartete Unternehmen nun bereit sind, sich wieder mit öffentlichem Kapital zu engagieren", zitiert Reuters Liu von IPOX.

Doch die Euphorie könnte schnell abklingen, sobald sich der Markt sättigt oder sich erste IPOs als überbewertet herausstellen. Auch Benzinga sieht einige potentielle Risiken, die Anleger beachten sollten. So sei der Kryptomarkt weiterhin hochvolatil, die regulatorische Landschaft entwickele sich weiter, die Konkurrenz sei stark, es müsse sich um nachhaltige Ertragsmodelle handeln. All diese Faktoren sollten Marktteilnehmer im Auge behalten, bevor sie sich für oder gegen die Teilnahme an einem Krypto-IPO entscheiden.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: MaximP / Shutterstock.com, Imagentle / Shutterstock.com

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