IWF warnt vor Verzögerung beim EU-Hilfspaket
Von Paul Hannon
LONDON (Dow Jones)--Der internationale Währungsfonds (IWF) befürchtet eine verschleppte wirtschaftliche Erholung Europas, sollten sich die Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfel am 10. und 11. Dezember nicht auf das EU-Hilfspaket einigen können.
Das Paket im Volumen von 750 Milliarden Euro soll den Ländern Gelder zukommen lassen, die die Pandemie am härtesten getroffen hat. Derzeit blockieren Ungarn und Polen die EU-Finanzverhandlungen, weil sie die Kopplung an das Rechtsstaatlichkeitsprinzip ablehnen.
"Die Hürden, um das Paket zu finalisieren und das Geld auszuschütten, müssen überwunden werden, weil weitere Verzögerungen den Erholungsaussichten der Eurozone schaden würde", schreibt der IWF.
Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus hielten die Erholung der Eurozone-Wirtschaft in den letzten Monaten dieses und den ersten Monaten nächsten Jahres zurück. In der zweiten Jahreshälfte dürfte sich die Erholung beschleunigen, so der IWF.
Sollten sich die wirtschaftlichen Aussichten jedoch signifikant eintrüben, werde die Eurozone möglicherweise ihre "Verteidigungsmechanismen" für bereits hochverschuldete Länder stärken müssen. Die Europäische Zentralbank sollte nach Meinung des IWF eine Senkung der bereits negativen Einlagenzinsen in Erwägung ziehen oder die erwartete Aufstockung des Anleihekaufprogramms ab dem 10. Dezember umsetzen.
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November 30, 2020 10:06 ET (15:06 GMT)