Bilfinger-Aktie bricht heftig ein: Industriedienstleister zieht die Reißleine - Prognose gesenkt und Sparprogramm geplant
Der Industriedienstleister Bilfinger leidet wegen des andauernden Kriegs im Nahen Osten weiter unter einer schleppenden Nachfrage und kappt seine Umsatz- und Margenziele für das laufende Geschäftsjahr.
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Bilfinger bringt nun das Sparprogramm "Agile" auf den Weg. Für die Umsetzung wird Bilfinger im vierten Quartal 2026 Rückstellungen von rund 75 Millionen Euro bilden, und durch das Sparprogramm könnten weltweit bis zu 1.500 Stellen betroffen sein.
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatz von 5,3 bis 5,7 Milliarden Euro nach zuvor geplanten 5,4 bis 5,9 Milliarden Euro. Die Prognose der EBITA-Marge wird auf 3,2 bis 3,6 (bisher: 5,8 bis 6,2 Prozent) gesenkt. Ohne die einmaligen Aufwendungen für das neue Restrukturierungsprogramm entspricht dies einer bereinigten EBITA-Marge von 4,6 bis 5,0 Prozent. Der Free Cashflow wird statt der ursprünglich veranschlagten 250 bis 300 Millionen Euro nur noch bei 180 bis 220 Millionen Euro erwartet. An den Mittelfristzielen bis 2030 hält das Unternehmen fest und strebt weiterhin ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 8 bis 10 Prozent inklusive Akquisitionen, eine EBITA-Marge von 8 bis 9 Prozent sowie eine Cash Conversion von mindestens 90 Prozent an.
Als Grund für die Prognosesenkung nannte Bilfinger eine erheblich zunehmende Zurückhaltung der Kunden im laufenden dritten Quartal, die sich sowohl bei der Vergabe von Neuaufträgen als auch beim Abruf von Leistungen aus bestehenden Rahmenverträgen bemerkbar mache. Diese Zurückhaltung wirkt sich laut Bilfinger "unmittelbar" auf die Profitabilität des Unternehmens aus, und Kunden würden ihre Investitionen verschieben. Dies führe insbesondere in Hochlohnländern zu einer andauernden Unterauslastung. Zudem werde die Ertragslage durch einen ungünstigen Produktmix sowie durch die bislang ausbleibenden Abrufe komplexer und entsprechend höherpreisiger Arbeiten beeinträchtigt, so Bilfinger.
Anleger reagieren mit Abverkauf: Bilfinger-Aktie steuert auf Tief zu
Die Aktien von Bilfinger steuern wegen der gesenkten Jahresprognose auf ein Tief seit fast eineinhalb Jahren zu. Dies drückte den Kurs im Tradegate-Handel 8,6 Prozent unter den XETRA-Schlusskurs vom Vortag. Via XETRA kracht das Papier um knapp 23 Prozent auf 58,40 Euro ein.
Ein Händler sprach von einer "bitteren Gewinnwarnung", die angesichts des anhaltenden Kriegs im Nahen Osten vom Unternehmen mit einer weiterhin mauen Nachfrage begründet wurde.
DOW JONES / dpa-AFX
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Bildquellen: Bilfinger SE