Jahresbilanz

Tilray-Aktie bricht ein: Rekordumsatz zum Jahresende - doch rote Zahlen bleiben


Tilray-Aktie bricht ein: Rekordumsatz zum Jahresende - doch rote Zahlen bleiben

Tilray meldet Rekordzahlen zum Fiskaljahresende, doch beim Blick auf die Bewertung zeigt sich, warum Anleger genauer hinschauen sollten.

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Aktien

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  • Tilray steigert den Jahresumsatz auf ein Rekordhoch
  • Konzern bleibt unterm Strich dennoch tief in der Verlustzone
  • Aktie gilt trotz der Zahlen als hoch bewertet und riskant eingestuft

Tilray Brands hat am Dienstag nach Handelsschluss an den US-Börsen für das am 31. Mai 2026 beendete vierte Geschäftsquartal einen Umsatz von rund 281,7 Millionen US-Dollar gemeldet, ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, und schließt damit das Fiskaljahr 2026 mit einem Rekordumsatz von insgesamt rund 915,5 Millionen US-Dollar ab. Im Handel an der NASDAQ gibt die Tilray-Aktie daraufhin um 3,35 Prozent auf 3,8950 US-Dollar ab.

Für Anleger, die die Cannabis- und Getränkeaktie seit Jahren vor allem wegen ihrer massiven Kursverluste kennen, liefert das frische Zahlenmaterial die Grundlage für eine nüchterne Bewertungsfrage: Rechtfertigt das Wachstum die aktuelle Marktkapitalisierung von rund 484 Millionen US-Dollar, oder bleibt die Aktie trotz besserer operativer Kennzahlen ein Hochrisikopapier?

Wachstum übertrifft die Erwartungen

Der Umsatzsprung im vierten Quartal liegt deutlich über dem Analystenkonsens von rund 245 Millionen US-Dollar. Haupttreiber war das Getränkegeschäft, das nach der Übernahme von BrewDog von 65,6 auf rund 105,6 Millionen US-Dollar wuchs, ein Plus von 61 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Cannabisgeschäft legte moderater um 5 Prozent auf rund 71,5 Millionen US-Dollar zu, während das internationale Medizinalcannabisgeschäft im gesamten Fiskaljahr um 34 Prozent wuchs. Der Konzernbruttogewinn stieg im vergangenen Quartal um 34 Prozent auf rund 90,5 Millionen US-Dollar, die Bruttomarge verbessert sich von 30 auf 32 Prozent.

Unterm Strich bleibt ein tiefroter Verlust

Trotz der operativen Fortschritte wies Tilray für das vierte Quartal einen Nettoverlust von rund 37,9 Millionen US-Dollar aus, je Aktie ein Minus von 0,43 US-Dollar. Für das gesamte Fiskaljahr summiert sich der Fehlbetrag auf 105,2 Millionen US-Dollar oder 1,09 US-Dollar je Anteilsschein, nachdem im Dezember 2025 eine Aktienzusammenlegung die Stückzahl deutlich reduziert hatte.

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Bereinigt um Sonderposten dreht das Bild: Das bereinigte Nettoergebnis wuchs im Fiskaljahr 2026 auf 12,15 Millionen US-Dollar, das bereinigte EBITDA erreicht mit 61,14 Millionen US-Dollar einen Rekordwert. Für das kommende Fiskaljahr rechnet das Management mit einem bereinigten EBITDA zwischen 68 und 75 Millionen US-Dollar.

Die Bewertung bleibt für die Tilray-Aktie der Knackpunkt

Zentral bleibt die Bewertungsfrage. Die Fundamentalanalyse stuft die Tilray-Aktie aktuell als stark überbewertet und hoch riskant ein. Die Konsensschätzungen sehen das KGV erst zum Fiskaljahr 2029 wieder in einem vergleichsweise moderaten, niedrigen zweistelligen Bereich, für die Jahre davor bleibt die Kennzahl wegen der erwarteten Verluste beziehungsweise sehr hoher Bewertungsniveaus wenig aussagekräftig. Auf der Habenseite steht die Bilanz: Die Nettoverschuldung sank zum Jahresende auf nur noch 0,7 Millionen US-Dollar, der Bestand an Barmitteln und Wertpapieren lag bei rund 235 Millionen US-Dollar.

Den nächsten Prüfstein liefert das erste Quartal des neuen Fiskaljahres: Dort muss sich zeigen, ob sich die Wachstumsraten im Getränke- und Cannabisgeschäft nach der BrewDog-Integration fortsetzen und ob die von Tilray angepeilte Umsatzmarke von mehr als 1 Milliarde US-Dollar für das Gesamtjahr in Reichweite bleibt.

Carolin Ludwig, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Jarretera / Shutterstock.com

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Datum Rating Analyst
14.08.19 Tilray Buy The Benchmark Company
05.06.19 Tilray Perform Oppenheimer & Co. Inc.
15.05.19 Tilray Market Perform BMO Capital Markets
21.02.19 Aphria Buy Seaport Global Securities
21.02.19 Tilray Neutral Seaport Global Securities

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