Jungheinrich: Boden gefunden?
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Die zurückliegenden Monate waren für Aktionäre des Intralogistikkonzerns Jungheinrich alles andere als erfreulich. Doch es mehren sich die Zeichen, dass jetzt zumindest eine technische Erholung drin ist.
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Jungheinrichs Performance ist den letzten Monaten war schlicht katastrophal. Von ihrem Hoch jenseits der 42 Euro im vergangenen Sommer rutschte die Vorzugsaktie in einen hartnäckigen Abwärtstrend, der den Kurs bis in den Bereich von zeitweise sogar unter 22 Euro drückte. Erst seit wenigen Tagen mehren sich die Anzeichen, dass die Verkäufer ermüden, die jüngsten Zugewinne unterstreichen diese vorsichtige Stabilisierung.
Hinter dem Kursverfall stand eine ungewöhnliche Häufung von Belastungen. Ein offen ausgetragener Zwist zwischen den beiden Eigentümerfamilien, ein 85 Tage langer Streik im Werk Lüneburg sowie die verzögerte Trennung von der Russland-Tochter haben die Stimmung beschwert. Hinzu kommt eine Lücke an der Konzernspitze, denn der Posten des Finanzvorstands ist seit dem Abgang von Heike Wulff im Mai vakant, weshalb Vorstandschef Lars Brzoska die Finanzen vorerst kommissarisch mitführt. Immerhin steht mit Andreas Umbach inzwischen ein neuer Aufsichtsratsvorsitzender fest.
Warum Analysten dennoch positiv urteilen
In dieses Bild fällt nun eine frische Erststudie von mwb Research, die zum Kauf rät. Die Begründung setzt weniger an den aktuellen Querelen an als an der strategischen Substanz: Jungheinrich sei der einzige große Intralogistikanbieter mit einem vollelektrischen Sortiment und gleichzeitig eigener Kompetenz bei Lithium-Ionen-Batterien, Antriebstechnik und Software.
Genau diese Aufstellung sollte dem Konzern überproportional zugutekommen, wenn Lager weiter elektrifiziert und automatisiert werden. Ein direktes Vertriebs- und Servicenetz in mehr als 40 Ländern sorge zudem für wiederkehrende Erlöse von über der Hälfte des Konzernumsatzes und damit für Stabilität über den Konjunkturzyklus hinweg.
Bewertungsabschlag als Hebel
Den entscheidenden Reiz sehen die Analysten in der Bewertung. Auf Basis der Schätzungen für 2026 würde die Aktie zu einem klaren Abschlag gegenüber dem Wettbewerber Kion gehandelt werden, sowohl beim Verhältnis von Unternehmenswert zu operativem Ergebnis als auch beim Kurs-Gewinn-Verhältnis. Dieser Discount spiegele vor allem die zuletzt niedrigeren Margen wider, dürfte sich aber verringern, wenn sich das Geschäft wieder normalisiert habe.
Unterm Strich bleibt die Lage zweigeteilt. Operativ steht Jungheinrich in verschiedenen Themen unter Druck, strategisch verfügt der Konzern aber über genau die Trümpfe, die in einem elektrifizierten und automatisierten Lagermarkt zählen. Gut möglich, dass alle schwachen oder negativen Faktoren nun tatsächlich ausreichend eingepreist wurden und Anleger jetzt beginnen, die strukturellen Wachstumschancen wieder höher zu gewichten. Dabei gilt: Ein paar positive Tage sind zwar noch keine Trendwende, aber ein erstes Achtungszeichen.
Auf ein positives Momentum hoffen auch die Aktionäre von B+S Banksysteme. Denn die Aktie kommt trotz sehr überzeugender Fundamentaldaten nicht richtig voran. Woran das liegen und, vor allem, wann sich das ändern könnte: zum Artikel
Auf weiteren Input scheinen die Anleger auch bei der DEWB-Aktie zu warten, die sich derzeit in der Phase der Bodenbildung befindet. Unterstützung dafür könnte der anstehende Geschäftsbericht liefern, der Aufschluss über die Entwicklung wichtiger Beteiligungen geben sollte: zum Artikel
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Erstellung am 17.06.26 um 13:54 Uhr.
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