Micron-Aktie: Wie ein HBM-Ausbau die KI-Speicherstrategie und Konkurrenz zu SK hynix und Samsung verändern könnte
Micron will seine HBM-Produktion für KI-Chips offenbar kräftig ausbauen und den Rückstand zu Samsung und SK hynix verkleinern.
Werte in diesem Artikel
- Micron treibt offenbar den Ausbau seiner HBM-Produktion für KI-Chips voran
- Samsung und SK hynix bleiben trotz Aufholjagd deutlich größer
- Micron-Aktie unter der Lupe
Der US-Speicherchiphersteller Micron Technology treibt laut einem Bericht der südkoreanischen Fachzeitung Electronic Times den Ausbau seiner Produktion für KI-Speicherchips voran. Bis Jahresende soll die monatliche Kapazität für High-Bandwidth-Memory kräftig steigen, um den Abstand zu den südkoreanischen Marktführern Samsung Electronics und SK hynix zu verkleinern. Die Offensive fällt in eine Phase, in der Analysten der Aktie überwiegend positive Einstufungen geben.
Micron treibt HBM-Fertigung offenbar kräftig aus
Micron will seine monatliche Produktionskapazität für High-Bandwidth-Memory bis Jahresende um bis zu 60.000 Wafer erhöhen, berichtete Electronic Times am Freitag unter Berufung auf Industriequellen. Ausgehend von einem Vorjahreswert von rund 40.000 bis 50.000 Wafern pro Monat würde sich die Kapazität damit auf etwa 100.000 Wafer annähernd verdoppeln.
Der Produktmix verschiebt sich dem Bericht zufolge deutlich in Richtung der neuesten Generation: Der Anteil von 12-Layer-HBM4 an Microns HBM-Fertigung soll von 20 bis 30 Prozent zu Jahresbeginn 2026 auf bis zu 50 Prozent zum Jahresende steigen. Die Chips gelten als Komplementärspeicher für NVIDIAs kommenden KI-Beschleuniger Vera Rubin. Micron-Chef Sanjay Mehrotra hatte beim Ergebnisaufruf im Juni erklärt, der Hochlauf der Massenproduktion von 12-Layer-HBM4 verlaufe etwa doppelt so schnell wie beim Vorgänger HBM3E, der kumulierte Umsatz aus HBM4-Lieferungen habe zu diesem Zeitpunkt bereits die Marke von einer Milliarde US-Dollar überschritten.
Rückstand auf Samsung und SK hynix
Im globalen HBM-Markt liegt Micron weiterhin klar hinter der Konkurrenz aus Südkorea: SK hynix kam laut Daten von Counterpoint Research, die Electronic Times zitiert, im zweiten Quartal 2026 auf einen Marktanteil von rund 50 Prozent. Samsung Electronics erreichte 32 Prozent, Micron 18 Prozent.
Auch bei den Fertigungskapazitäten bleibt der Abstand groß: Samsung und SK hynix produzieren monatlich zwischen 150.000 und 200.000 Wafer HBM-Speicher. Selbst nach Erreichen des geplanten 100.000-Wafer-Ziels läge Micron damit nur bei etwa der Hälfte bis zwei Dritteln des Volumens seiner größten Wettbewerber.
Micron ist nach Angaben von Crypto Briefing der einzige US-amerikanische Hersteller von HBM-Speicher; der CHIPS Act mit seinen staatlichen Förderanreizen für die heimische Chipproduktion stützt demnach die Expansionspläne des Unternehmens. Entscheidend für den Erfolg der Aufholjagd dürften neben der reinen Kapazität auch Ausbeute, Packaging-Qualität und die Qualifizierung bei Kunden wie NVIDIA sein.
Micron-Aktie: Das sagen Analysten
Am Markt bleibt das Bild überwiegend positiv: Bernstein-Analyst Mark Li stufte die Aktie Anfang September erneut mit Buy und einem Kursziel von 1.300 US-Dollar ein, J. Safra Sarasin nahm die Bewertung mit Buy und einem Kursziel von 1.500 US-Dollar neu auf. Laut MarketWatch wird J.Gold-Associates-Analyst Jack Gold mit der Einschätzung zitiert, Speicherhersteller hätten nach Jahren margenarmer Massenware nun ein seltenes Zeitfenster für hohe Margen, müssten aber künftige Überkapazitäten im Blick behalten. Gemäß D.A.-Davidson-Manager Gil Luria übersteige die Gesamtnachfrage nach Speicher das Angebot bereits um mehr als das Doppelte und wachse weiter rasant, so MarketWatch.
Ob Micron den avisierten Kapazitätssprung tatsächlich erreicht, dürfte sich an den nächsten Quartalszahlen ablesen lassen, die laut vorläufigen Terminangaben für den 30. September angesetzt sind. Bis dahin bleibt offen, ob das Unternehmen den Ausbauplan selbst offiziell bestätigt.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
Ausgewählte Hebelprodukte auf Micron Technology
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Micron Technology
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: Charles Knowles / Shutterstock.com, Sundry Photography / Shutterstock.com
