Bayer-Aktie im Fokus: Pharmariese sammelt frisches Geld über Hybridanleihen ein
Der durch US-Glyphosatklagen von hohen Schulden belastete Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat sich durch die Ausgabe von Wertpapieren weiteren finanziellen Spielraum verschafft.
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Die Leverkusener verkauften Hybridanleihen für insgesamt 2 Milliarden Euro, wie sie am Mittwochabend nach Börsenschluss mitteilten. Damit werde das Gesamtvolumen der ausstehenden Hybridanleihen auf 6,55 Milliarden Euro aufgestockt, hieß es vom DAX-Konzern. Die Papiere haben in beiden Tranchen eine Laufzeit von 30 Jahren.
Hybridanleihen schonen die Bonität
Die Anleihen seien so strukturiert, dass sie von den großen Ratingagenturen zur Hälfte als Eigenkapital anerkannt würden, so Bayer. Damit steigt die für die Bonität wichtige Schuldenlast um einen geringeren Betrag, als der Konzern mit dem Geschäft einnimmt.
Die Platzierung folgt laut Unternehmen auf die Investition des Finanzinvestors Apollo, der für eine Beteiligung an Bayers Geschäft mit sogenannten reversiblen Langzeit-Verhütungsmitteln (LARC) eine Finanzspritze über 3 Milliarden Euro Eigenkapital geleistet hatte. Zudem hatten die Leverkusener in den vergangenen Monaten über Anleihen 5 Milliarden Dollar aufgenommen.
Finale Genehmigung für Milliardenvergleich bei Roundup-Rechtsstreit steht aus
Bayer ist in den USA seit Jahren mit einer milliardenteuren Klagewelle wegen angeblicher Krebsrisiken seiner glyphosathaltigen Unkrautvernichter konfrontiert. Allerdings schloss das Unternehmen im Februar einen Sammelvergleich über 7,25 Milliarden US-Dollar (aktuell 6,3 Mrd Euro) zur Beilegung der Rechtsstreitigkeiten, der bereits vorläufig genehmigt wurde. Bayer wartet noch auf eine finale Genehmigung des Gerichts.
Im Zuge der Bekanntgabe des Sammelvergleichs hatte Bayer gesagt, dass eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung nicht geplant sei. Vielmehr sei die Finanzierung des Vergleichs sowie bestimmter Anleihefälligkeiten durch eine Kreditlinie von 8 Milliarden US-Dollar gesichert. Die Kreditlinie sollte dann über Anleihen sowie Instrumente refinanziert werden, die Ratingagenturen als eigenkapitalähnlich einstufen. Der aktuelle Deal dürfte damit zu den Refinanzierungsmaßnahmen gehören.
Die Bayer-Aktie verliert im XETRA-Handel zwischenzeitlich 0,12 Prozent auf 49,25 Euro.
dpa-AFX / DOW JONES
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