NVIDIA-Aktie im Fokus: Chipkonzern mobilisiert über 500 Milliarden Dollar für KI-Ausbau
Sechs Wall-Street-Schwergewichte sollen NVIDIA helfen, weit mehr als 500 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastruktur zu mobilisieren.
Werte in diesem Artikel
- NVIDIA bindet Wall-Street-Riesen in eine Finanzierungsallianz für KI-Rechenzentren ein
- Jensen Huang sieht Compute als neue investierbare Anlageklasse entstehen
- Kritiker warnen vor einer Verschärfung zirkulärer KI-Finanzierungsstrukturen
NVIDIA hat am Montag Absichtserklärungen mit Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR unterzeichnet, um über Finanzierungsplattformen mehr als 500 Milliarden US-Dollar an Drittkapital für den Ausbau von KI-Infrastruktur zu mobilisieren. Die Vereinbarungen stehen noch unter dem Vorbehalt endgültiger Verträge, sollen aber laut einem Bericht von Bloomberg innerhalb von Monaten erste konkrete Deals hervorbringen. Ein konkreter Zeitrahmen für das Einsammeln der Summe wurde zunächst nicht genannt. Die Nachricht platziert NVIDIA im Zentrum eines milliardenschweren Finanzierungsvorhabens der KI-Branche.
Sechs Partner, eine Zielsumme
NVIDIA-CEO Jensen Huang begründete den Schritt damit, dass Compute zu einer neuen Klasse produktiver, investierbarer Infrastruktur werde. Man habe mit dem Bau von Chips begonnen und schaffe inzwischen sogenannte AI Factories, erklärte Huang laut der Pressemitteilung des Unternehmens vom 10. August. Die Finanzierungsplattformen sollen Kunden Zugang zu knapper Rechenleistung verschaffen und den Bau der DSX-AI-Factories ermöglichen, für die insgesamt mehr als 500 Milliarden US-Dollar an Drittkapital mobilisiert werden sollen.
Auch die Partner äußerten sich in der Mitteilung: Apollo-Präsident Jim Zelter verwies auf die flexible, langfristige Kapitalbasis seines Hauses, während BlackRock-Chef Larry Fink von einer Vertiefung der Partnerschaft im Rahmen der bestehenden AI Infrastructure Partnership sprach. Blackstone-Präsident Jon Gray bezeichnete sein Haus als großen Investor im gesamten NVIDIA-Ökosystem, und Goldman-Sachs-Chef David Solomon kündigte an, einen Markt für Kredite mit NVIDIA-Rechenleistung als Sicherheit schaffen zu wollen. Laut Bloomberg soll Goldman Sachs als einzige Bank im Konsortium öffentliche Anleihedeals anführen und zugleich über die eigene Vermögensverwaltung Renditen verteilen.
Rechenleistung als Sicherheit, NVIDIA mit Eigenbeteiligung
Die Finanzierungen sollen laut Bloomberg über private Platzierungen sowie Anleihen von Zweckgesellschaften strukturiert werden, die jeweils zweistellige Milliardenbeträge aufnehmen können, wobei NVIDIA-Rechenleistung als Sicherheit diene. Huang erklärte auf der Plattform X, NVIDIA könne selbst bis zu 25 Prozent einer Finanzierungsgelegenheit unterstützen, um ein diszipliniertes Risiko-Exposure zu wahren.
Der Schritt reiht sich in bereits laufende Gespräche ein: NVIDIA soll laut früheren Bloomberg-Berichten mit einer Bürgschaft von bis zu 250 Milliarden US-Dollar OpenAI beim Leasing von Rechenleistung für ein Rechenzentrums-Hub der SoftBank-Tochter SB Energy in Ohio unterstützen, wobei unklar blieb, ob dieser Backstop Teil des neuen Pakets ist. Im Juli diesen Jahres hatte NVIDIA zudem eine Partnerschaft mit der südkoreanischen SK Group über mehr als 500 Milliarden US-Dollar an gegenseitigem Geschäftsvolumen erweitert und eine Investition in Ilya Sutskevers Safe Superintelligence getätigt.
Sorge vor zirkulärer Finanzierung
Der neue Vorstoß könnte laut Axios erneut Sorgen vor einer zirkulären Struktur der KI-Finanzierung schüren, bei der ein Zulieferer wie NVIDIA Kapital für wichtige Kunden bereitstellt, die ihrerseits wieder in dessen Technik investieren. Dem Bericht zufolge bezifferte Huang die Kosten des Rechenzentrumsausbaus auf rund 50 bis 60 Milliarden US-Dollar pro Gigawatt Stromverbrauch, während BlackRock-Chef Fink allein für die USA einen Bedarf von mehr als 70 Gigawatt sieht. Goldman-Sachs-Chef Solomon räumte demselben Bericht zufolge ein, dass es im KI-Wettbewerb Gewinner und Verlierer geben werde.
An der NASDAQ notierte die NVIDIA-Aktie am Dienstag zum Handelsende minimale 0,02 Prozent im Minus bei 217,50 US-Dollar. UBS-Analyst Timothy Arcuri bestätigte erst gestern sein Kursziel von 280 US-Dollar bei einer Kaufempfehlung. Der Analystenkonsens aus 37 Häusern liegt bei "Strong Buy" mit einem mittleren Kursziel von 308,69 US-Dollar.
Ob und wann die ersten konkreten Einzeldeals aus dem Finanzierungskonsortium an den Markt kommen, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen, sofern die finalen Verträge tatsächlich unterzeichnet werden.
Julia Walter, Evelyn Schmal, Bettina Schneider, Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net
Ausgewählte Hebelprodukte auf BlackRock
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf BlackRock
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: Casimiro PT / Shutterstock.com, JHVEPhoto / Shutterstock.com
Aktuelle NVIDIA Aktie News
NVIDIA Analysen
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für NVIDIA nach folgenden Kriterien zu filtern.
Alle: Alle Empfehlungen
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 16:16 | NVIDIA Outperform | RBC Capital Markets | |
| 10.08.26 | NVIDIA Buy | UBS AG | |
| 03.08.26 | NVIDIA Outperform | Bernstein Research | |
| 22.07.26 | NVIDIA Kaufen | DZ BANK | |
| 29.06.26 | NVIDIA Outperform | Bernstein Research |
