Alphabet-Aktie steigt: Tech-Riese macht KI-Hacking-Vorfälle publik - Google muss Strafe wegen Datenschutz-Verstößen zahlen
Auch Googles KI-Software Gemini hat sich bei Tests ihrer Cybersicherheits-Fähigkeiten in Computersysteme anderer Unternehmen gehackt.
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Der Internet-Riese ist der vierte Entwickler Künstlicher Intelligenz (KI), dessen Programme mit einem solchen Verhalten auffielen, nach OpenAI, Anthropic und dem Facebook-Konzern Meta. Google machte die bereits Monate zurückliegenden Vorfälle erst nach einer Nachfrage der Zeitung "Wall Street Journal" öffentlich.
Demnach gab es drei Fälle, in denen Gemini in Computer anderer Unternehmen eindrang, deren Namen nicht genannt werden. In einem davon erriet die KI Passwörter, um in ein geschütztes System reinzukommen. In den beiden anderen fand sie Zugangsdaten in einer Datenbank, wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Google schrieb.
Google fand die Vorfälle nicht öffentlich erwähnenswert
Die Vorfälle ereigneten sich demnach im Mai - und die Firma Irregular als Testpartner informierte Google im Juli darüber. Aus Sicht des Internetkonzerns sei es nicht notwendig gewesen, die Zwischenfälle öffentlich zu machen, da dabei kein Schaden entstanden sei. Zudem habe die KI die Attacken sofort beendet, als ihr klar geworden sei, dass sie in Systeme eines echten Unternehmens eingedrungen sei - und nicht eines, das eine Testsimulation war.
Die für Sicherheitsarchitekturen zuständige Google-Topmanagerin Heather Adkins betonte zugleich, dass der Konzern dafür gesorgt habe, dass die betroffenen Unternehmen informiert wurden. Das Testverfahren bei dem Trainingspartner sei danach geändert worden. Google sei bekannt dafür, andere auf in deren Systemen entdeckte Sicherheitsprobleme hinzuweisen, und wenn dies nur ein schwaches Passwort sei.
In dem bisher aufsehenerregendsten Fall war Künstliche Intelligenz des ChatGPT-Entwicklers OpenAI bei einem Test aus einer abgesicherten Umgebung ausgebrochen und drang ungeplant in Computer einer anderen KI-Firma, der Plattform HuggingFace, ein. Das hatte den Rivalen Anthropic veranlasst, seine eigenen Testläufe zu überprüfen, wobei weitere Vorfälle ans Licht kamen. Auch Meta räumte danach ein, dass KI des Konzerns sich wegen einer Fehlkonfiguration des Systems bei einem Testpartner in Computer eines anderen Unternehmens gehackt habe.
Ärger um Standortdaten: Google muss 400 Millionen zahlen
Der US-Techgigant Google muss wegen Verstößen gegen die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) mehr als 400 Millionen Euro Strafe zahlen. Das teilte die irische Datenschutzkommission DPC mit. Demnach geht es um den Umgang mit Standortdaten von Nutzern zwischen 2018 und 2020.
Beanstandet wurde die Verarbeitung der Standortdaten in den Bereichen Web- und App-Aktivitäten, Standortverlauf und Standortgenauigkeit.
Betroffene Personen seien sich möglicherweise nicht darüber im Klaren gewesen, dass ihre Standortdaten beispielsweise dazu verwendet wurden, sie mit Werbung zu beeinflussen oder Rückschlüsse auf ihre Interessen zu ziehen, und dass sie die Kontrolle über ihre persönlichen Daten verlieren konnten, sagte der stellvertretende Leiter der Behörde, Graham Doyle, einer Mitteilung zufolge. Dass die Standortdaten der Nutzer länger als erforderlich gespeichert wurden, habe diesen Kontrollverlust verschärft.
Verbraucherschützer hatten Beschwerde eingereicht
Ein Google-Sprecher teilte dazu mit, es gehe um frühere Praktiken, die inzwischen aktualisiert worden seien. "Seit 2019 haben wir unsere Verfahren umfassend weiterentwickelt und leistungsfähige Tools eingeführt, mit denen sich Standortdaten einfach verwalten lassen", so der Sprecher weiter.
Demnach könne inzwischen eingestellt werden, dass Daten automatisch in einem Abstand von 3, 18 oder 36 Monaten gelöscht würden. Zeitachsendaten werden demnach direkt auf dem Gerät gespeichert. Personalisierte Werbung könne ganz abgeschaltet werden. Der Standort werde inzwischen nur noch ungefähr gespeichert und alle Informationen über den Umgang mit Standort und Kontoeinstellungen seien zudem nun an einer zentralen Stelle gebündelt.
Google hat seinen europäischen Sitz in der irischen Hauptstadt Dublin, daher sind die irischen Datenschützer zuständig. Die Untersuchung war 2020 eingeleitet worden, nachdem sich mehrere europäische Verbraucherschutzorganisationen beschwert hatten.
An der NASDAQ schloss die Alphabet-Aktie 1,88 Prozent höher bei 350,87 US-Dollar.
dpa-AFX
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