KI-Nutzung in Deutschland nimmt rasant zu


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BERLIN (dpa-AFX) - Die Mehrheit der Menschen in Deutschland benutzt regelmäßig Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Laut einer aktuellen repräsentativen Studie des Digitalverbands Bitkom verwendet bereits mehr als ein Drittel der Befragten (34 Prozent) KI-Anwendungen mindestens einmal pro Woche, 15 Prozent sogar täglich. Dazu kommen weitere 24 Prozent, die seltener als einmal in der Woche KI-Apps anwenden.

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18 Prozent der Befragten sagten, dass sie KI-Anwendungen nicht verwenden, sich dies aber im Prinzip vorstellen können. Dazu kommen 22 Prozent von KI-Verweigerern, die sich auch künftig nicht den Anwendungen der Künstlichen Intelligenz öffnen wollen. Für die Studie wurden 1.003 Personen ab 16 Jahren in Deutschland im Auftrag des Bitkom im März und April befragt. Die Umfrage ist repräsentativ.

"Künstliche Intelligenz ist schneller im Alltag angekommen als jede andere Innovation zuvor", sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. "Deutschland muss KI nicht nur nutzen, sondern mitgestalten - und die Skeptiker dabei mitnehmen."

Kritik an der Dominanz von US-Anbietern

Zur Skepsis der Anwender trägt die Tatsache bei, dass die KI-Szene eindeutig von US-amerikanischen Anbietern bestimmt wird. Marktführer ist ChatGPT von OpenAI (71 Prozent), gefolgt von Googles (Alphabet C (ex Google)) Gemini (50 Prozent) und Microsofts (Microsoft) Copilot (43 Prozent). Weitere US-Dienste wie Elon Musks Grok (6 Prozent) und Claude von Anthropic (5 Prozent) spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle, ähnlich wie die europäische Alternative Le Chat von Mistral mit vier Prozent Nutzung.

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Diese Marktmacht bleibt nicht ohne gesellschaftliches Echo: 72 Prozent der Bürger halten Deutschland bei der KI für zu abhängig von den USA. Wintergerst warnte davor, diese Abhängigkeit hinzunehmen. Europa müsse massiv in eigene Technologien investieren und Marktumgebungen schaffen, um im globalen Wettlauf nicht noch mehr zu einer "digitalen Kolonie" zu verkommen.

Schatten-IT mit KI-Apps

Am Arbeitsplatz zeichnet sich ein gespaltenes Bild ab. Während fast die Hälfte (48 Prozent) KI im Beruf nutzt, lehnt ein fast ebenso großer Teil (45 Prozent) eine solche Unterstützung kategorisch ab. Brisant für Unternehmen: Zwölf Prozent der beruflichen Nutzer setzen KI heimlich und ohne Wissen ihres Arbeitgebers ein. Gleichzeitig verpassen viele deutsche Firmen offenbar die Qualifizierung ihrer Belegschaft: Nur 21 Prozent der Erwerbstätigen haben bislang eine betriebliche KI-Fortbildung genutzt.

Wer KI nicht nutzt, greift meist auf klassische Internetsuchmaschinen zurück (54 Prozent). Nur 13 Prozent der Nicht-Nutzer lehnen KI aus tiefster Überzeugung grundsätzlich ab. Dennoch begegnen nur elf Prozent der Menschen der Technologie völlig sorgenfrei. Die größte Angst der Deutschen gilt der Verbreitung schwer erkennbarer Falschinformationen (50 Prozent) sowie der Sorge, dass die KI zu viel Macht erlangen könnte (49 Prozent)./chd/DP/nas

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