Kliniken fordern schnelle Finanzspritze wegen Kostenerhöhungen
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BERLIN (dpa-AFX) - Die Kliniken fordern von der Bundesregierung eine schnelle zusätzliche Finanzspritze. "Die Inflation sorgt für massive Kostenerhöhungen", sagte der Vorstandschef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, anlässlich eines bundesweiten Aktionstags am Dienstag. Anstehende nötige Tarifsteigerungen würden die Situation verschärfen. Da sie ihre Preise nicht anheben könnten, würden die Kliniken bis Jahresende ein Defizit von zehn Milliarden Euro ansammeln. Die Entwicklung werde 2024 so dramatisch weitergehen. "Wir wollen keine Almosen und auch keine Rettungspakete, sondern die faire Anpassung der Erlöse an die gestiegenen Kosten", sagte Gaß.
Bei dem Aktionstag unter dem Motto "Krankenhäuser in Not" wollten Kliniken bundesweit auf ihre ernste Lage aufmerksam machen. An einer zentralen Kundgebung in Berlin nahmen nach Polizeiangaben rund 500 Menschen teil. Aktuell dürften sich 20 bis 30 Prozent der Kliniken mit der Frage der Insolvenz befassen, hatte die Interessenvertretung bereits gewarnt. Gaß nannte es inakzeptabel, dass sich in einem Bundeshaushalt von 500 Milliarden Euro keine 10 Milliarden zum Erhalt der flächendeckenden Krankenhausversorgung fänden. Immer häufiger müssten Städte und Landkreise Defizite ausgleichen.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) plant angesichts der schwierigen Lage der Kliniken eine Finanzierungsreform. Im Kern soll das Vergütungssystem mit Pauschalen für Behandlungsfälle geändert werden, um Kliniken von Finanzdruck zu lösen. Um nicht auf immer mehr Fälle angewiesen zu sein, sollen sie einen größeren Vergütungsanteil allein schon für das Vorhalten von Leistungsangeboten bekommen./sam/ggr/DP/tav
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