Konzernumbau & Co.

Aktien von VW und Porsche knicken ein: Volkswagen senkt Gewinnprognose deutlich


Aktien von VW und Porsche knicken ein: Volkswagen senkt Gewinnprognose deutlich

Wegen einer milliardenschweren Abschreibung auf Porsche, schwacher Geschäfte in China und weiterer Kosten für den Konzernumbau senkt VW seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026.

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Der Autobauer rechnet nun damit, dass vom Umsatz höchstens ein Prozent als operativer Gewinn übrig bleibt. Bisher hatte der Konzern eine Spanne von 4,0 bis 5,5 Prozent erwartet. Im vergangenen Jahr lag die operative Umsatzrendite bei 2,8 Prozent.

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Die niedrigere Gewinnerwartung geht den Angaben nach im Wesentlichen auf eine weitere Verschärfung des Marktumfelds, insbesondere in China, und eine schnellere Verschiebung der Nachfrage hin zu E-Autos zurück. Was zunächst nach guten Nachrichten für VW klingt, hat einen Haken: Mit E-Autos verdient der Konzern aktuell noch weniger Geld als mit Verbrenner-Modellen. Zusammen führe das dazu, dass die Entwicklung hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleibe - vor allem bei den Marken Audi und Volkswagen Pkw.

Porsche-Abschreibung belastet Ergebnis

Hinzu kommen Sonderkosten in Milliardenhöhe: Insgesamt rechnet Volkswagen im laufenden Jahr mit einer Belastung von rund zehn Milliarden Euro, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Rund 900 Millionen Euro seien bereits im ersten Halbjahr berichtet worden.

Besonders stark schlägt eine Abschreibung auf den Firmenwert der Stuttgarter Sportwagentochter Porsche zu Buche. Sie beläuft sich demnach auf rund sechs Milliarden Euro. Die Wertberichtigung ist nicht zahlungswirksam und belastet den operativen Gewinn im dritten Quartal. Hintergrund sind niedrigere Erwartungen an die künftige Entwicklung von Porsche.

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Die Luxus-Marke - einst Gewinnperle des Konzerns - steckt bereits seit einiger Zeit in der Krise. Belastend wirken unter anderem ein Absatzeinbruch in China, die US-Zollpolitik und Kurskorrekturen bei der Elektro-Strategie.

Weitere Milliarden-Kosten für Konzernumbau

Weitere Belastungen erwartet der Konzern unter anderem durch zusätzliche Vorruhestandsregelungen im Rahmen der Ende 2024 mit den Arbeitnehmern getroffenen Einigung. Bis 2030 hat VW den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen in Deutschland angekündigt. Bei der Kernmarke sollen 35.000 Jobs wegfallen, der Rest bei Töchtern. Mehr als 37.000 Beschäftigte haben nach früheren Angaben bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben. Die jüngsten Pläne des Vorstands, weitere 50.000 Stellen weltweit abzubauen, sind darin nicht enthalten. Darüber muss zunächst verhandelt werden.

Außerdem belastend wirken der angestrebte Verkauf des Werks Osnabrück an den Finanzinvestor Aurelius sowie das Land Niedersachsen, die den Standort auf Rüstung trimmen wollen. Hinzu kommen demnach nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen bei Gesellschaften in China. "In Summe belasten die drei Effekte das zweite Halbjahr voraussichtlich mit rund 2 Milliarden Euro", hieß es.

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Volkswagen erwartet, dass der Großteil der zusätzlichen Sondereffekte im dritten Quartal erfolgswirksam erfasst wird. Ohne sie würde die operative Umsatzrendite 2026 nach Konzernangaben bei rund 4,0 Prozent liegen.

Management erwartet auch niedrigeren Umsatz

Der Umsatz soll 2026 rund 315 Milliarden Euro erreichen. Das wäre in der Mitte der bisherigen Prognosebandbreite, wie VW weiter mitteilte. Die Erwartungen hatte der Konzern bereits im Juli gekappt. Statt einem Umsatzplus von bis zu 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet Konzernchef Oliver Blume im besten Fall nur noch eine stabile Entwicklung. Es könnten aber auch bis zu 3 Prozent weniger Erlös werden. 2025 lag der Umsatz bei 321,9 Milliarden Euro.

An den Zielen für den Geldzufluss und die Netto-Liquidität im Automobilbereich hält Volkswagen aber fest. Die Prognose gilt demnach unter der Annahme, dass die derzeitige Zollsituation im internationalen Handel bestehen bleibt. Mögliche Folgen einer weiteren Eskalation im Nahen Osten sind nicht berücksichtigt. Die Neun-Monats-Zahlen legt Volkswagen am 29. Oktober vor.

Porsche SE senkt Prognose ebenfalls

Infolge der niedrigeren Erwartungen schraubte auch die VW-Dachgesellschaft Porsche SE ihre Prognose herunter. Sie rechnet nun mit einem Konzernergebnis zwischen minus 0,5 und plus 1,5 Milliarden Euro. Das sind jeweils zwei Milliarden Euro weniger als bisher erwartet.

In der Holding mit Sitz in Stuttgart bündeln die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch ihre Anteile an Volkswagen und Porsche, investieren aber auch in andere Bereiche.

Die Aktien von Volkswagen sackten nachbörslich via Tradegate um rund 5 Prozent ab, während die von Porsche-Anteilsscheine um rund 2 Prozent fielen. Im regulären XETRA-Handel am Montag geht es für die Papiere derweil um 0,63 Prozent nach unten auf 76,04 Euro. Die Porsche-Aktie sinkt um 1,52 Prozent auf 45,29 Euro.

VW-Konzern verliert wichtigen Manager: Skoda-Chef wechselt zu Volvo Cars

Mitten in der aktuellen Krise muss der Volkswagen-Konzern den Abgang eines wichtigen Spitzenmanagers verkraften. Klaus Zellmer, Chef der erfolgreichen tschechischen Konzernmarke Skoda, wechselt zum Konkurrenten Volvo Cars (Volvo Car AB Registered B). Der zum chinesischen Geely-Konzern gehörende schwedische Autobauer teilte am Sonntag mit, dass Zellmer spätestens im Oktober 2027 die Führung von Volvo Cars übernehmen wird.

Er soll auf Hakan Samuelsson folgen. Der 75-jährige Schwede war erst im April 2025 an die Spitze von Volvo Cars zurückgekehrt, nachdem er den Autobauer bereits von 2012 bis 2022 geführt hatte. Kommendes Jahr will er in den Ruhestand gehen. Vergangene Woche hatte Samuelsson einen umfassenden Plan vorgestellt, mit dem er das kriselnde Unternehmen wieder auf Kurs bringen will.

Der 1967 geborene Zellmer verbrachte den Großteil seiner Karriere beim Sportwagenbauer Porsche, der seit vielen Jahren zum Volkswagen-Konzern gehört. 2020 wechselte er zur Konzernmutter Volkswagen und 2022 dann zur tschechischen Konzerntochter Skoda. Diese gehörte zuletzt zu den erfolgreichsten Marken im Konzern.

Die Wolfsburger mussten am Freitag wegen einer milliardenschweren Abschreibung auf den Wert der Tochter Porsche, schwacher Geschäfte in China und weiterer Kosten für den Konzernumbau die Prognose für das laufende Geschäftsjahr drastisch senken. Der Autobauer rechnet jetzt damit, dass vom Umsatz höchstens ein Prozent als operativer Gewinn hängen bleibt. Bisher hatte der Konzern eine Spanne von 4,0 bis 5,5 Prozent erwartet. Im vergangenen Jahr lag die operative Umsatzrendite bei 2,8 Prozent.

/jwe/DP/nas

WOLFSBURG (dpa-AFX)

Bildquellen: Bocman1973 / Shutterstock.com, FotograFFF / Shutterstock.com

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29.09.26 Volkswagen (VW) vz Buy Deutsche Bank AG
23.09.26 Volkswagen (VW) vz Market-Perform Bernstein Research
22.09.26 Volkswagen (VW) vz Buy Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
22.09.26 Volkswagen (VW) vz Market-Perform Bernstein Research
21.09.26 Volkswagen (VW) vz Neutral UBS AG

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