BMW-Aktie dreht dennoch ins Minus: Berenberg empfiehlt Kauf – Stellantis abgestraft
Aktien aus dem europäischen Autosektor sind am Mittwoch unter Druck geraten.
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Das Aufbäumen in der Vorwoche mit einem Hoch seit Mitte Juni erweist sich im europäischen Branchenindex als Strohfeuer, denn mittlerweile hat der Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts wieder ein Tief seit Ende August erreicht.
Der Abwärtsbewegung konnten sich auch die Aktien von BMW trotz einer Berenberg-Kaufempfehlung nicht entziehen. Die Privatbank setzt auf die Münchner im Tausch gegen eine nun gestrichene Empfehlung für Stellantis. BMW waren zwar fester in den Handel gestartet, sind aber dann via XETRA mit letztlich 1,15 Prozent ins Minus auf 62,14 Euro gerutscht. Aktien von Stellantis gehören im Stoxx-Sektorindex mit einem Abschlag von 2,66 Prozent auf 4,3675 Euro zu den deutlichsten Verlierern.
Berenberg-Analyst Romain Gourvil schrieb in seiner Studie, der Weg zu einer durchweg positiven Entwicklung im Automobilsektor bleibe holprig. China, geopolitische Risiken und Inflationsdruck trügen zu schwachen Ertragsperspektiven, anhaltenden Überkapazitäten und zunehmendem Wettbewerb bei. Er sieht den Sektor vor einer Phase, in der nicht mehr sinkende Gewinnerwartungen das Bild prägen, sondern regulatorische Bedingungen, Kostensenkungen und Produktdynamiken.
BMW erhielt von Berenberg nun ein Kaufvotum. Die strukturellen Probleme in China seien zwar nicht verschwunden, aber nach der Gewinnwarnung im Juni stünden die Erwartungen vor dem Kapitalmarkttag Ende September auf einer solideren Basis. Die Münchner seien nach wie vor fundamental stark und hätten den Höhepunkt der Investitionen hinter sich.
Außer BMW behält Volkswagen das einzige positive Votum des Analysten. Der Kurs der Wolfsburger hatte sich Anfang September besonders deutlich erholt wegen des überraschend schnellen Beschlusses eines weitreichenden Konzernumbaus, doch viel Rückenwind davon ist wieder verflogen. Am Mittwoch sackten die VW-Titel als Schlusslicht im Dax um zuletzt drei Prozent ab.
Gouvil erwähnte, bei den Wolfsburgern sei die beibehaltene Kaufempfehlung gestützt auf operative Fortschritte im Kerngeschäft, eine solide Produktdynamik und eine unterschätzte Strategie in China. Um die Barmittel-Auswirkungen der umfangreichen Umstrukturierungen abzufedern, habe VW einige Optionen, was das Portfolio betrifft.
Bei dem auf "Hold" abgestuften Autokonzern Stellantis dagegen monierte der Experte schwache operative Hebel für das Absatzvolumen. Es sei berechtigt, dass dies Fragen hinsichtlich der Margenentwicklung aufwerfe. Die Aktien der übrigen großen europäischen Autobauer, Mercedes-Benz, Renault und Porsche, stuft der Experte bereits mit einem neutralen Votum ein. Sie gaben am Mittwoch zwischen 1,9 und 4,1 Prozent nach.
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FRANKFURT (dpa-AFX)
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