MÄRKTE EUROPA/Aktienmärkte vor EZB-Zinsentscheid im Plus
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DOW JONES--Weiter im Plus zeigen sich Europas Börsen am Donnerstagmittag. Viele Marktteilnehmer sind überrascht über die Resilienz der Märkte. Neuerliche gegenseitige Angriffe im Iran-Krieg und die schwachen Wall-Street-Vorgaben werden ignoriert. Die Eskalation in Nahost wird eher als Intermezzo eingeschätzt und weiter auf ein baldiges Friedensabkommen gesetzt. Dazu passend geben die Ölpreise nach, zumal US-Präsident Donald Trump behauptet hat, die US-Streitkräfte kontrollierten die Straße von Hormus. Der DAX legt um 0,2 Prozent zu auf 24.247 Punkte, der Euro-Stoxx-50 um 0,9 Prozent auf 6.066 Zähler. Kräftig gesucht sind die Sektoren der Banken-, Rüstungs- und Luftfahrtwerte mit Kursgewinnen von über 1 Prozent. Auch die Chip-Aktien erholen sich nach dem Ausverkauf um knapp 1 Prozent.
Die Märkte rechneten weiter mit einer baldigen Lösung im Nahen Osten, da US-Präsident Trump mit den näherkommenden Zwischenwahlen unter Druck stehe, heißt es. Dazu komme die Fußball-WM: "Alle gehen davon aus, dass sich Donald Trump während der heute beginnenden WM als Friedenspräsident inszenieren will", sagt Thomas Altman von QC Partners.
Im Fokus steht am Mittag der EZB-Zinsentscheid. Die absolute Mehrheit der Analysten geht davon aus, dass die EZB die Zinsen um 25 Basispunkte anheben wird. Manche Teilnehmer sehen die EZB-Sitzung wegen der einheitlichen Erwartung sogar als "Non-Event". Die üblichen Ankündigungen, wie "datenabhängiges Agieren" seien bekannt und eingepreist. Der eigentliche Fokus liege darauf, welche Signale bezüglich künftiger geldpolitischer Schritte gesendet würden, sagt Citi-Analyst Arnaud Mares. Er erwartet, dass die EZB auch bei ihrer nächsten Sitzung im Juli die Zinsen anheben wird.
Spannender könnte das Treffen der US-Notenbank in der kommenden Woche werden, zumal erstmals der Trump-Kandidat Kevin Warsh an der Spitze der Fed agiert. Eine Zinsänderung wird dann zwar nicht erwartet, zuletzt haben die Erwartungen aber zugenommen, dass es später im Jahr dazu kommen könnte.
Auf Unternehmensseite bewegen zwei Übernahmeangebote: Hugo Boss ziehen um 9,3 Prozent an auf 39,85 Euro an, nachdem der Großaktionär Frasers ein Übernahmegebot von 38 Euro je Aktie abgegeben hat. Der Modehersteller bezeichnet es als "nicht abgestimmt" und betont in einer Mitteilung die geringe Prämie von rund 4 Prozent auf den jüngsten Schlusskurs. Der Markt spekuliere aber auf ein erhöhtes Gebot, meint ein Händler.
Kontron steigen um 6 Prozent. Der Großaktionär Ennoconn muss nach Überschreiten der Schwelle von 30 Prozent der Anteile ein öffentliches Angebot abgeben. Der österreichische IT-Konzern bietet mit 23,50 Euro in bar nur einen Tick mehr als den Xetra-Schlusskurs von 22,40 Euro.
Softwareaktien stehen europaweit wieder unter Druck. SAP fallen um 3,9 Prozent, Capgemini in Paris um 3,4, Temenos in Zürich und Sage Group in London um je rund 2 Prozent. Hier belasten weiter die Sorgen über die KI-Konkurrenz für softwarebasierte Geschäftsmodelle und Margendruck bei Oracle durch hohe Investitionen. Verschärfend kommt hinzu, dass OpenAI seine Preise senken will, um den Konkurrenten Anthropic zu belasten.
Chip-Aktien und Titel mit positiver KI-Fantasie sind dagegen auf Erholungskurs. So legen ASML rund 3 Prozent und STMicro um 4 Prozent zu. BE Semiconductor ragen hervor mit 5,5 Prozent Plus. Hier treibt zusätzlich ein erhöhtes Kursziel durch Goldman Sachs.
Bei Infineon im DAX geht es 1,2 Prozent höher. Auch Siemens Energy erholen sich nach dem starken Kursrücksetzer um 3 Prozent. Das Unternehmen gilt als Profiteur der von Rechenzentren benötigten Energie.
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INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 6.066,49 +0,9 56,54 6.009,95 4,7
Stoxx-50 5.206,31 +1,0 52,27 5.154,04 5,9
DAX 24.247,14 +0,2 51,83 24.195,31 -1,0
MDAX 31.469,82 +0,6 177,03 27.039,42 2,8
TecDAX 3.950,43 -0,7 -28,95 3.091,28 9,1
SDAX 18.017,60 +0,9 153,24 13.062,07 4,9
FTSE 10.338,14 +0,8 83,33 10.254,81 4,1
CAC 8.229,29 +0,8 67,46 8.161,83 1,0
SMI 13.584,96 +0,9 121,63 13.463,33 2,4
ATX 6.054,87 +1,4 86,06 5.968,81 13,7
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:20
EUR/USD 1,1536 +0,0 0,0001 1,1535 1,1550
EUR/JPY 185,19 -0,0 -0,0100 185,2 185,3500
EUR/CHF 0,9221 -0,0 -0,0003 0,9224 0,9219
EUR/GBP 0,8632 +0,1 0,0006 0,8626 0,8623
USD/JPY 160,51 -0,0 -0,0200 160,53 160,4600
GBP/USD 1,3361 -0,0 -0,0005 1,3366 1,3390
USD/CNY 6,7776 +0,1 0,0031 6,7745 6,7757
USD/CNH 6,7791 -0,0 -0,0030 6,7821 6,7786
AUS/USD 0,6993 -0,1 -0,0009 0,7002 0,7016
Bitcoin/USD 63.065,49 +2,1 1.315,91 61.749,58 62.041,83
ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
WTI/Nymex 89,34 -0,8 -0,69 90,03
Brent/ICE 92,2 -1,0 -0,90 93,10
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
Gold 4.085,63 +0,3 12,17 4.073,46
Silber 63,68 -0,0 -0,01 63,69
Platin 1.651,85 -0,8 -12,63 1.664,48
(Angaben ohne Gewähr)
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/mod/cln
(END) Dow Jones Newswires
June 11, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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| Datum | Rating | Analyst | |
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