MÄRKTE USA/Wenig verändert - Zinssorgen weiter im Fokus


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NEW YORK (Dow Jones)--Nach den kräftigen Vortagesabgaben dürfte sich die Wall Street zum Wochenausgang stabilisieren. Zinssorgen und Inflation stehen nach dem stärker als erwarteten Anstieg der Verbraucherpreise am Vortag aber weiter im Mittelpunkt. Diese waren mit 7,5 Prozent auf den höchsten Stand seit 40 Jahren geklettert. Damit scheint auf der März-Sitzung der US-Notenbank eine Zinserhöhung um 50 Basispunkte eine ausgemachte Sache zu sein. Es wird aber auch die Möglichkeit einer außerplanmäßigen Zinsanhebung durch die Fed nicht mehr ausgeschlossen.

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Die Fed sollte eine aggressive Zinserhöhungskampagne starten und die Zinsen bis zum 1. Juli um insgesamt 100 Basispunkte anheben, so der Präsident der St. Louis Fed, James Bullard. In einem Gespräch mit Bloomberg News nach der Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisinflation sagte Bullard, er sei ohnehin schon aggressiver als seine Kollegen, habe allerdings nun die Zahl der Zinserhöhungen, die die Zentralbank vornehmen sollte, drastisch erhöht. Bullard sagte weiter, dass die Fed in der Vergangenheit nach einem solchen Bericht eine Sitzung abgehalten und die Zinsen sofort angehoben hätte. Die US-Notenbank solle eine solche Strategie in Betracht ziehen.

Der Future auf den S&P-500 erholt sich von anfänglichen Verlusten und zeigt sich aktuell wenig verändert. Die Renditen geben zwar leicht nach, verharren aber auf ihren erhöhten Niveaus. Die Rendite zehnjähriger Anleihen liegt aktuell bei 2,00 Prozent, nach 2,04 Prozent am Vorabend. Am Vortag war die Marke von 2,00 Prozent erstmals seit Juli 2019 wieder übersprungen worden.

Die Agenda der US-Konjunkturdaten ist am Freitag dünn. Eine halbe Stunde nach der Startglocke steht lediglich der Index der Verbraucherstimmung der Uni Michigan für Februar an. Hier wird mit einem leichten Rückgang gerechnet.

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Berichtssaison tritt etwas in den Hintergrund

Das wieder dominierende Thema Zinserhöhungen und Inflation hat die Berichtssaison etwas in den Hintergrund gedrängt. Für die Expedia-Aktie geht es vorbörslich um 5,7 Prozent nach oben. Das Online-Reisebüro hat im vierten Quartal einen unerwartet hohen Gewinn erzielt mit 386 Millionen Dollar, nachdem im Vorjahresquartal noch ein ähnlich hoher Verlust angefallen war. Während der Gewinn die Erwartung übertraf, fiel der kräftige Umsatzanstieg minimal schwächer als im Konsens erwartet aus.

Der Reifenhersteller Goodyear hat im vierten Quartal dank der Akquisition des Konkurrenten Cooper Tire mehr verdient und umgesetzt als erwartet. Die Aktie steigt um 4,4 Prozent. Der Sportbekleidungshersteller Under Armour (-2,4%) hat im vierten Quartal weniger verdient. Gleichwohl übertraf der Adidas-Konkurrent die Erwartungen der Analysten.

Yelp übertraf zum zweiten Mal überhaupt in einem Geschäftsjahr die Umsatzmarke von 1 Milliarde Dollar und schlug damit die Analystenprognosen. Außerdem fiel der Gewinn im vierten Quartal höher als erwartet aus, während sich der Umsatzausblick für 2022 im Rahmen der Schätzungen bewegt. Die Aktien klettern um 6,9 Prozent.

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Ölpreise legen mit IEA-Aussagen zu

Für die Ölpreise geht es nach oben. Chronische Probleme bei der Ölversorgung drohen aus Sicht der Internationalen Energie-Agentur (IEA) die Knappheit und Volatilität auf dem Energiemarkt zu verstärken und die Preise weiter in die Höhe zu treiben. Die Tatsache, dass die Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und ihre Verbündeten ihre Zusagen zur Erhöhung des Angebots nicht einhalten konnten, habe dazu beigetragen, dass die Ölpreise auf den höchsten Stand seit 2014 gestiegen seien, so die in Paris ansässige Agentur in ihrem monatlichen Marktbericht.

Der Dollar zeigt sich weiter auf dem Weg nach oben, der Dollar-Index gewinnt 0,2 Prozent, der Euro notiert um 1,14 Dollar. Im Handel verweist man auf die höher als erwartet ausgefallenen US-Inflationsdaten vom Vortag und die damit einhergehenden Zinserhöhungsspekulationen als treibende Kraft. Die aggressiven Bullard-Äußerungen hätten die Tür für eine Zinserhöhung zwischen den Sitzungen geöffnet: "Wenn sie bis März wartet, wird die Fed diesen Zyklus mit einer Anhebung um 50 Basispunkte einleiten und dies damit rechtfertigen, auf der nachfolgenden Sitzung mit einer quantitativen Straffung zu beginnen", so Ökonom Tim Duy von SGH Macro Advisors.

Der Goldpreis holt seine Vortagesabgaben wieder auf. Das Edelmetall werde wieder verstärkt als Inflationsschutz wahrgenommen, so ein Teilnehmer.

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US-Anleihen

Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD

2 Jahre 1,55 -3,4 1,58 81,9

5 Jahre 1,91 -3,6 1,95 65,0

7 Jahre 1,99 -3,8 2,03 55,4

10 Jahre 2,00 -3,1 2,03 49,0

30 Jahre 2,29 -2,1 2,31 38,8

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:20 Uhr Do, 17:06 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1416 +0,1% 1,1378 1,1473 +0,4%

EUR/JPY 132,28 -0,1% 132,04 132,96 +1,1%

EUR/CHF 1,0557 -0,1% 1,0563 1,0600 +1,8%

EUR/GBP 0,8399 -0,2% 0,8407 0,8424 -0,1%

USD/JPY 115,87 -0,2% 116,05 115,90 +0,7%

GBP/USD 1,3593 +0,3% 1,3521 1,3620 +0,5%

USD/CNH (Offshore) 6,3555 -0,1% 6,3657 6,3555 +0,0%

Bitcoin

BTC/USD 43.771,81 -0,6% 43.256,20 45.113,85 -5,3%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 91,17 89,88 +1,4% 1,29 +21,8%

Brent/ICE 92,55 91,41 +1,2% 1,14 +19,4%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.831,49 1.827,08 +0,2% +4,41 +0,1%

Silber (Spot) 23,07 23,20 -0,6% -0,13 -1,1%

Platin (Spot) 1.037,05 1.029,32 +0,8% +7,73 +6,9%

Kupfer-Future 4,57 4,66 -2,0% -0,09 +2,3%

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/kla

(END) Dow Jones Newswires

February 11, 2022 08:35 ET (13:35 GMT)

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