adidas-Aktie unter den schwächsten DAX-Werten: Das steckt hinter dem Kursrückgang
Die adidas-Aktie gehört am Donnerstag zu den schwächsten DAX-Werten. Was hinter dem Rückgang steckt und worauf Anleger jetzt achten sollten.
Werte in diesem Artikel
- adidas-Aktie zählt am Donnerstag zu schwächsten DAX-Werten
- UBS hatte das Papier bereits Anfang August wegen der Marge abgestuft
- RBC Capital Markets bestätigt trotz der Schwäche seine Einstufung Outperform
Die adidas-Aktie gehörte im DAX am Donnerstag zu den schwächsten Werten des Tages. Das Papier verlor letztlich 2,56 Prozent auf 142,70 Euro und bremste den Gesamtmarkt damit aus. Der Rückgang ist kein Ausreißer, sondern Teil einer Geschichte aus schrumpfender Marge, gespaltenen Analystenmeinungen und einem Branchenschock, der zuletzt die gesamte Sportartikelbranche erfasst hat.
Rekordumsatz, aber schrumpfende Marge
Im Quartalsbericht Ende Juli hatte adidas einen Rekordumsatz von 6,74 Milliarden Euro gemeldet, ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Betriebsergebnis stieg um 5 Prozent auf 574 Millionen Euro, doch die operative Marge sank von 9,2 auf 8,5 Prozent. Grund waren unter anderem Marketingausgaben von rund 212 Millionen Euro rund um die Fußballweltmeisterschaft. Für das Gesamtjahr hob der Konzern die Umsatzprognose auf ein Plus von 9 bis 10 Prozent an, ließ das Ziel beim Betriebsergebnis von rund 2,3 Milliarden Euro aber unverändert. Genau diese Kombination zieht sich seither durch die Analystenkommentare zur Aktie.
adidas-Aktie zwischen UBS-Bremse und RBC-Zuversicht
UBS stufte die Aktie bereits Anfang August von Kaufen auf "Hold" zurück und kappte das Kursziel von 219 auf 173 Euro. Die Begründung: Die Umsatzentwicklung sei stabil, die Marge aber verwundbar. Ganz anders positioniert sich RBC Capital Markets. Am Mittwoch bestätigte das Haus die Einstufung "Outperform" mit einem Kursziel von 200 Euro. RBC-Analyst Piral Dadhania beschreibt die Nachfrage in China als gemischt, unterscheidet dabei aber deutlich zwischen den Marken. adidas profitiere von lokalen Geschäftsaktivitäten und positiven Modetrends, während Nike mit dem Umbau von Lagerbeständen und Geschäftsmodell kämpfe.
Lululemon-Schock trifft die ganze Sportartikelbranche
Verschärft wurde die Stimmung durch einen Kurseinbruch bei Lululemon in der vergangenen Woche. Die Aktie brach um knapp 18 Prozent auf rund 100 US-Dollar ein, den tiefsten Stand seit 2018. Der US-Konzern hatte schwache Zahlen vorgelegt: Das Geschäft in den USA schrumpfte um 8 Prozent, die Damenkollektion um 4 Prozent, und in China rutschten die währungsbereinigten Erlöse um 2 Prozent ab statt wie vom Management erwartet um 13 Prozent zu wachsen.
Wie dpa-AFX berichtete, wuchs die Nervosität in der gesamten Sportartikelbranche daraufhin spürbar: Jefferies-Analyst Randal Konik sprach von einem "dreifachen Hammer", Citigroup-Analyst Paul Lejuez nannte China die zentrale Enttäuschung des Quartals. Die Furcht vor einer branchenweiten Nachfrageschwäche drückte an diesem Tag auf die Stimmung und somit auch auf die Kurse der Branchengrößen.
Darauf kommt es jetzt an
Im Wettbewerbsvergleich steht adidas eigentlich günstig da. Wie das Handelsblatt in einem Bilanzvergleich Anfang Mai berichtete, wächst der Konzern schneller als PUMA und nähert sich Nike wirtschaftlich weiter an. Diese Diskrepanz zieht sich durch das Jahr 2026: Die Zahlen fallen gut aus, doch sobald Marge oder Wettbewerbslage zur Sprache kommen, reagiert die Börse verhalten. Der heutige Rückgang fügt sich in dieses Muster eher ein, als dass er es durchbricht.
Entscheidend wird, ob sich die von RBC beschriebene Stabilisierung in China in den kommenden Monaten auch in den Zahlen niederschlägt. Das dürfte sich erst mit dem nächsten Quartalsbericht zeigen. Bis dahin bleibt die adidas-Aktie ein Papier, bei dem operative Fortschritte und Kursreaktion auseinanderlaufen.
Benedict Kurschat, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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