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Trading Idee: Adidas stark überverkauft, jetzt Gegenbewegung und Long-Chance?


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Trading Idee: Adidas stark überverkauft, jetzt Gegenbewegung und Long-Chance?

Die Aktien von Adidas (ISIN: DE000A1EWWW0), des in Herzogenaurach ansässigen Sportartikelherstellers für Schuhe, Bekleidung und Zubehör, notieren bei 142,65 Euro und sind zuletzt mit einem Tagesminus von rund 2,7 Prozent auf das tiefste Niveau seit Mai gerutscht.

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Aktien

143.20 EUR -3.20 EUR -2.19 %

Risikohinweis: Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.

Der RSI signalisiert mit 30,32 einen überverkauften Zustand. Die Marke von 30 gilt als klassische Schwelle, unterhalb derer eine Aktie als überverkauft und damit als Kandidat für eine technische Gegenbewegung eingestuft wird, weil der Verkaufsdruck der jüngsten Wochen dann meist übertrieben und eine Erholung überfällig ist. Genau dieser tiefe Stand verschafft der Gegenbewegung Raum nach oben. Es sollte zunächst eine Stabilisierung bei den Adidas-Aktien abgewartet werden, doch nach dem starken Kursrutsch ist eine Gegenbewegung Richtung 10er-EMA bei aktuell etwa 148 Euro wahrscheinlich.

In eigener Sache

Fundamental steht dem angeschlagenen Chartbild ein überraschend starkes Zahlenwerk gegenüber. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das Ende Juni endete, fuhr Adidas mit 6,74 Milliarden Euro den höchsten Quartalsumsatz der Firmengeschichte ein, ein währungsbereinigtes Plus von 14 Prozent, womit der Konzern die Markterwartung von rund 6,63 Milliarden Euro um gut 100 Millionen Euro übertraf. Getragen wurde der Rekord vor allem von der Fussball-Weltmeisterschaft, für die Adidas nahezu 18 Millionen Trikots absetzte, rund das Vierfache der Menge von 2022. Das Bekleidungsgeschäft legte um 35 Prozent zu, das Zubehör um 20 Prozent, und im Performance-Bereich sprang der Fussball um 74 Prozent und das Laufsegment um 28 Prozent nach oben.

Getrübt wurde die Freude allein vom Gewinn, und zwar gemessen an der Erwartung, nicht am Vorjahr. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft kletterte mit 2,10 Euro je Aktie sogar über die 2,03 Euro je Aktie aus dem Vorjahr, verfehlte aber den Konsens von 2,38 Euro je Aktie deutlich. Grund war ein Sprung der Marketing- und Vertriebskosten um 30 Prozent auf 924 Millionen Euro, in dem allein 212 Millionen Euro zusätzlicher Aufwand für die Weltmeisterschaft steckten, deutlich mehr als das ursprünglich geplante Zusatzbudget von rund 150 Millionen Euro. So wuchs das Betriebsergebnis nur um 5 Prozent auf 574 Millionen Euro, und die operative Marge gab um 70 Basispunkte auf 8,5 Prozent nach. Die Aktie quittierte das am Tag der Zahlen mit einem Kurssturz von gut 16 Prozent, laut Reuters dem stärksten Tagesverlust seit dem Börsengang.

Für das Gesamtjahr hob das Management die Prognose für das währungsbereinigte Umsatzwachstum auf 9 bis 10 Prozent an, beliess das Ergebnisziel aber unverändert bei einem Betriebsergebnis von rund 2,3 Milliarden Euro, was jene Anleger enttäuschte, die auf eine Anhebung auch beim Gewinn gesetzt hatten. Zugleich bestätigte der Konzern, dass Finanzchef Harm Ohlmeyer bis Jahresende ausscheidet und von Birgit Kretschmer abgelöst wird. Die nächsten Zahlen legt Adidas am 29. Oktober 2026 vor.

Trotz des Kursrutsches halten die Analysten an der Aktie fest. Von 30 erfassten Häusern raten 23 zum Kauf und sieben zum Halten, während kein einziges zum Verkauf rät, und das mittlere Kursziel von rund 201 Euro verspricht gegenüber dem aktuellen Kurs ein Aufwärtspotenzial von über 40 Prozent. Nach den Zahlen kam sogar frischer Rückenwind auf, denn Barclays stufte die Aktie Anfang September mit einem Ziel von 210 Euro auf Kaufen hoch und wertet den Rückschlag ausdrücklich als Einstiegsgelegenheit, und auch Morgan Stanley führt Adidas als einzigen favorisierten Sportartikelwert, wenn auch mit einem auf 190 Euro gesenkten Ziel. Am oberen Ende der Spanne stehen Kepler Cheuvreux mit 231 Euro und JPMorgan mit 230 Euro, während UBS nach einer Abstufung mit 173 Euro auf Halten den unteren Rand der optimistischen Front markiert.

Auch die Bewertung stützt die Erholungsthese. Legt man die Gewinnschätzungen zugrunde, sinkt das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15,8 für das laufende Jahr auf 12,9 für 2027 und weiter auf 11,4 für 2028, weil die je Aktie erwarteten Gewinne von 9,49, 11,87 und 13,82 Euro Jahr für Jahr ansteigen sollen, deshalb fällt das Verhältnis. Rechenmodelle aus dem aktuellen Research veranschlagen den fairen Wert auf rund 209 Euro und sehen den Titel damit spürbar zu tief gehandelt. Hinzu kommt eine Dividende von 2,80 Euro je Aktie, die bei einer Ausschüttung von gut einem Drittel des Gewinns knapp 1,9 Prozent Rendite abwirft.

Vorstandschef Björn Gulden richtet den Konzern derweil konsequent auf die eigene Vertriebsschiene aus. Im zweiten Quartal wuchsen die eigenen Läden um 23 Prozent und der Online-Shop um 27 Prozent, sodass mittlerweile 57 Prozent der Erlöse direkt beim Kunden landen und nur noch 43 Prozent über den Grosshandel laufen, ein Hebel für die Marge wie für die Kontrolle über Preise und Markenbild. Gulden verwies überdies auf die wieder anziehende Nachfrage in China, die enge Verzahnung mit dem US-Einzelhandel und auf die Innovationstage am 23. und 24. September in Herzogenaurach, an denen Adidas neue Modelle zeigt, um die schwächelnden Freizeitschuhe aus der Flaute zu holen; Barclays sieht in diesem Termin den nächsten Kurstreiber. Denn während die Bekleidung glänzt, kam das Schuhgeschäft zuletzt nur auf ein Prozent Wachstum, ausgebremst von lustloser Lifestyle-Nachfrage und hohen Rabatten, und die Wende dorthin erwartet das Management erst im Schlussquartal.

Die grösste Gefahr ist, dass der Weltmeisterschafts-Rückenwind verebbt, denn für das zweite Halbjahr stellt der Vorstand selbst nur noch rund 6 Prozent Wachstum in Aussicht, nachdem das Turnier die ersten sechs Monate aussergewöhnlich angeschoben hatte. Belastend wirken ferner die zähe Schwäche bei den margenträchtigen Lifestyle-Schuhen, prall gefüllte Lager im Grosshandel, Gegenwind von der Währungsseite, die offene Frage der US-Zölle und die harte Konkurrenz durch Nike, den weltgrössten Sportartikelkonzern aus dem US-Bundesstaat Oregon, sowie die Angreifer On aus der Schweiz und Hoka, die Laufschuhmarke des US-Konzerns Deckers.

Trading Idee: Adidas

Fazit:

Für die Umsetzung der antizyklischen Long-Idee bietet sich ein Open-End-Turbo-Long von Vontobel mit der WKN VU4R97 mit einem Hebel von 9,93 an. Da der geplante Einstieg bei 140 Euro leicht unter dem aktuellen Kurs liegt, sollten Trader einen weiteren Rücksetzer an die Unterstützung abwarten, und klettert die Aktie von dort auf das Kursziel bei 148 Euro, winkt im Schein ein Plus von 66,39 Prozent. Ein Stopp-Loss bei 135 Euro begrenzt den Verlust im Produkt auf 42,86 Prozent. Das Chance-Risiko-Verhältnis liegt bei 1,55. Da der Abstand zur Knock-out-Schwelle bei 128,35 Euro nur 9,90 Prozent beträgt, sollte die Position klein gehalten werden.

Risikohinweis: Die bereitgestellten Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der erwähnten Werte dar. Die besprochenen Wertpapiere sind sehr volatile und risikoreiche Anlageformen. Dies ist keine Anlageberatung, und jede Entscheidung erfolgt auf eigenes Risiko. Hinweis: Stopp-Loss-Marken und Gewinnziele dienen lediglich als Orientierung und sollten an das individuelle Risiko- und Geldmanagement sowie die tagesaktuelle Marktentwicklung angepasst werden. Gewinne sollten eigenverantwortlich realisiert werden. Das Erreichen des Kursziels basiert auf dem angegebenen Zielkurs des Basiswerts. Der Autor ist zum Zeitpunkt der Analyse nicht in Adidas-Aktien investiert.

Adidas
Basiswertadidas AG (ISIN: DE000A1EWWW0)
ProduktgattungOpen End Turbo (Long)
EmittentVontobel
ISIN/WKN HebelproduktDE000VU4R972 / VU4R97
Laufzeitopen end
Kurs K.-o.-Call (Datum)1,36/1,37€ (10.09.2026, 13:05 Uhr)
Basispreis variabel128,35€
Knock-out-Schwelle128,35€
Hebel9,93
Abstand zum Knock-out9,90%
Stop-Loss Call0,68€
Ziel Call1,98€ (+66,39%)

Risikohinweis:
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.

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Bildquellen: testing / Shutterstock.com, Radu Bercan / Shutterstock.com

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12:01 adidas Buy Deutsche Bank AG
09:46 adidas Hold Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
30.09.26 adidas Outperform Bernstein Research
29.09.26 adidas Buy Jefferies & Company Inc.
25.09.26 adidas Kaufen DZ BANK

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