Massiver Datendiebstahl in Litauen


VILNIUS (dpa-AFX) - In Litauen sorgt ein großangelegter Diebstahl von mehr als 600.000 Datensätzen aus einem staatlichen Register für Aufsehen und Sicherheitsbedenken. Staatspräsident Gitanas Nauseda bezeichnete den Vorfall nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates als eine Angelegenheit der nationalen Sicherheit. "Es gibt Anzeichen dafür, dass es sich um einen von feindlichen Staaten organisierten Cyberangriff handelte", sagte er einem Bericht des litauischen Rundfunks zufolge. Nähere Angaben dazu machte das Staatsoberhaupt des baltischen EU- und Nato-Landes nicht.

Werbung

Präsident spricht von Cyberangriff

Die Generalstaatsanwaltschaft in Vilnius hatte zuvor Ende vergangener Woche über ein schweres Datenleck beim staatlichen Registerzentrum informiert, das für die amtlichen Register und Bürgerdatenbanken zuständig ist. Betroffen gewesen sei vor allem das Immobilienregister und das Register juristischer Personen. Unbekannte hatten demnach Zugangsdaten von einer Behörde genutzt, die eigentlich zum Abruf dieser Informationen berechtigt gewesen seien. Der Leiter des Zentrums ist deshalb von seinem Posten zurückgetreten, die Behörde reagierte mit zusätzlichen Cybersicherheitsmaßnahmen.

Was geschehen ist, sei unerträglich und dürfe sich nicht wiederholen, sagte Nauseda. Weiter kritisierte das Staatsoberhaupt des 2,8-Millionen-Einwohner-Landes die Regierung für die verzögerte Bekanntgabe des Vorfalls, der sich bereits Ende März zugetragen habe. Dass die Öffentlichkeit erst ein bis zwei Monate später darüber informiert wurde, sei nicht zu rechtfertigen, sagte der nach eigenen Angaben selbst vom Datenleck betroffene Präsident.

Sorge vor Betrug und Identitätsdiebstahl

Nach Angaben des Zentrums seien Daten aus Grundbuchauszügen - Namen, Nachnamen, Personenkennziffern, Geburtsdaten und Informationen zu Immobilien - entwendet worden. Bislang gebe es nach Angaben von Nauseda keine Hinweise darauf, dass die gestohlenen Daten dazu verwendet wurden, um Personen Schäden oder finanzielle Verluste zuzufügen. Weiterhin besteht aber das Risiko, dass sie von Betrügern missbraucht werden könnten./awe/DP/men

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.