Micro Caps

Small Caps schwächeln: Warum Micro Caps für Anleger interessant bleiben


Small Caps schwächeln: Warum Micro Caps für Anleger interessant bleiben

Nach einer starken Rally geraten kleinere US-Aktien wieder unter Druck. Ausgerechnet bei den noch kleineren Micro Caps sehen Marktbeobachter jedoch weiter Potenzial.

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  • Der Russell 2000 verlor im September deutlich an Boden
  • Micro Caps hatten Small und Large Caps 2026 zeitweise klar übertroffen
  • Niedrige relative Bewertungen und steigende Gewinne sprechen laut Royce für das Segment

Small Caps geraten nach starker Rally unter Druck

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Nach Monaten mit kräftigen Kursgewinnen hat sich das Bild bei kleineren US-Unternehmen zuletzt eingetrübt. Der Russell 2000, der rund 2.000 kleinere börsennotierte US-Unternehmen umfasst, verlor im September deutlich und lag Ende des Monats spürbar unter seinem Rekordhoch vom August. Zu den Belastungsfaktoren zählten das makroökonomische Umfeld und die weiterhin starke Stellung großer Technologiekonzerne am US-Aktienmarkt.

Dabei folgt die aktuelle Schwäche auf eine ausgesprochen starke Phase. Royce Investment Partners, ein auf kleinere Unternehmen spezialisierter Vermögensverwalter von Franklin Templeton, bezifferte den Anstieg des Russell 2000 vom Markttief am 8. April 2025 bis Ende Juni 2026 auf 74,5 Prozent. Der Russell Microcap Index legte im gleichen Zeitraum sogar um 108,4 Prozent zu. Der Russell 1000 kam dagegen auf 52,8 Prozent und der Russell Top 50 auf 49,0 Prozent.

Micro Caps liefen Small Caps davon

Auch innerhalb des Segments kleinerer Unternehmen gab es damit erhebliche Unterschiede. Besonders Micro Caps entwickelten sich über weite Strecken stärker. Im ersten Halbjahr 2026 gewann der Russell Microcap Index 27,5 Prozent, während der Russell 2000 um 22,6 Prozent zulegte. Der Russell 1000 erreichte im selben Zeitraum 10,3 Prozent und der Russell Top 50 lediglich 2,0 Prozent. Bis zum 14. August hatte der Russell Microcap seit dem Markttief vom April 2025 insgesamt 109,0 Prozent gewonnen. Beim Russell 2000 waren es 77,2 Prozent.

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Ein wichtiger Treiber war dabei der Technologiesektor. Im ersten Halbjahr führte Informationstechnologie die Sektoren des Russell Microcap an. Besonders stark entwickelten sich Halbleiter und Halbleiterausrüstung. Daneben trugen Biotechnologie, Banken und Software zur Entwicklung bei. Insgesamt lieferten zehn der elf Sektoren des Index einen positiven Beitrag zur bisherigen Jahresperformance.

Bewertungen bleiben im historischen Vergleich moderat

Trotz der vorangegangenen Kursgewinne sieht Royce Investment Partners bei Micro Caps weiterhin vergleichsweise niedrige Bewertungen. Gemessen am Verhältnis von Unternehmenswert zu operativem Gewinn vor Zinsen und Steuern, kurz EV/EBIT, lagen Micro Caps Ende Juni gegenüber Large Caps weiterhin nahe einem 25-Jahres-Tief. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Russell Microcap ohne Unternehmen mit negativen Gewinnen belief sich zu diesem Zeitpunkt auf 16,6. Beim Russell 1000 waren es 25,8. Beim Kurs-Buchwert-Verhältnis standen 2,2 für den Micro-Cap-Index 5,3 für den Large-Cap-Index gegenüber.

Bereits Ende Mai hatte Royce Small und Micro Caps im Vergleich zu größeren US-Unternehmen als relativ günstig bewertet eingestuft. Neben den Bewertungen verwies der Vermögensverwalter auf sich verbessernde Gewinnfundamentaldaten bei zahlreichen kleineren Unternehmen. Konsensschätzungen gingen demnach von einem stärkeren Gewinnwachstum aus. Gleichzeitig weist Franklin Templeton ausdrücklich darauf hin, dass kleinere Unternehmen mit höheren Risiken und stärkeren Kursschwankungen verbunden sind als Large Caps.

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Micro Caps bleiben ein schwankungsreiches Marktsegment

Wie breit das Segment aufgestellt ist, lässt sich auch am iShares Micro-Cap ETF ablesen, der den Russell Microcap Index nachbildet. Anfang Oktober hielt der Fonds 1.371 Positionen. Die größten Sektoranteile entfielen zum 1. Oktober auf Gesundheitswesen mit 27,07 Prozent, Finanzwerte mit 25,03 Prozent, Industrie mit 12,81 Prozent und Informationstechnologie mit 11,87 Prozent. Die annualisierte Standardabweichung über drei Jahre lag Ende August bei 22,05 Prozent.

Damit stehen den von Royce hervorgehobenen niedrigeren relativen Bewertungen und verbesserten Gewinnerwartungen erhebliche Schwankungen gegenüber. Auch die bisherige Performance ist keine Garantie für künftige Erträge. Der iShares Micro-Cap ETF weist selbst darauf hin, dass Wert und Ertrag der Anlage schwanken und Anleger beim Verkauf weniger als den ursprünglich investierten Betrag zurückerhalten können.

Jonas Vogt, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Alicia97 / Shutterstock.com, Ratgeber

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