Mieterbund fordert strengere Vorschriften bei möblierten Wohnungen


BERLIN (dpa-AFX) - Der Deutsche Mieterbund fordert einen besseren Mieterschutz bei möblierten Wohnungen. Zwar gelte die Mietpreisbremse auch bei solchem Wohnraum, erklärte Präsident Lukas Siebenkotten am Mittwoch in Berlin. "Allerdings werden die mietpreisdämpfenden Regelungen derzeit in der Praxis oft umgangen, da der Möblierungszuschlag, der zusätzlich auf die Kaltmiete aufgeschlagen wird, im Mietvertrag nicht gesondert ausgewiesen werden muss."

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Dadurch sei die Einhaltung der Mietpreisbremse ebenso wie die Angemessenheit des Möblierungszuschlags für Mieter nicht überprüfbar, weil sie erst Auskunft vom Vermieter über die Zusammensetzung der Miete verlangen müssten - notfalls per Klage, wovor viele Menschen zurückschreckten. Doch einige Vermieter umgingen die Mietpreisbremse über den Möblierungszuschlag, um besonders hohe Renditen zu erzielen.

Siebenkotten begrüßte einen Gesetzesentwurf des Bundesrates für mehr Mieterschutz bei möbliertem Wohnraum und bei der Kurzzeitvermietung in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt. Der Mieterbund fordere schon lange, dass der Möblierungszuschlag gesondert ausgewiesen werde. "Die Mieten steigen und steigen in Deutschland - und dies haben wir nicht zuletzt den völlig überzogenen Mieten im möblierten Sektor zu verdanken", sagte Siebenkotten. "Denn auch diese fließen in die Mietspiegel ein und treiben somit alle Mieten nach oben."

Einer Studie des Forschungsinstituts Oxford Economics im Auftrag des Bundesjustizministeriums zufolge hat der Anteil möblierter Wohnungen zugenommen. Demnach bezogen sich im Oktober vergangenen Jahres 27 Prozent aller Inserate in Deutschland auf möblierte Wohnungen. Im Januar 2013 waren es laut der Angaben erst 19 Prozent gewesen.

/als/DP/nas

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