Mikroelektronikmarkt um 12 Prozent eingebrochen
BERLIN (Dow Jones)--Das langjährige Wachstum des Mikroelektronikmarkts ist in diesem Jahr deutlich gebremst. Im Vergleich zum Vorjahr betrug der Rückgang 12,1 Prozent auf 412 Milliarden US-Dollar, wie der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) unter Berufung auf die neue Mikroelektronik-Trendanalyse mitteilte. Einen besonders starken Rückgang verzeichneten Speicherchips, die 2017 und 2018 noch stärkste Umsatztreiber waren.
In dem Bericht konnten die aktuellen Auswirkungen der Corona-Krise nicht vollkommen berücksichtigt werden. Erste Anzeichen der weltweiten Pandemie seien aber auch in der Mikroelektronikindustrie sichtbar. Dennoch blieb das erste Quartal 2020 laut der Analyse in diesem Sektor stabil. In Bereichen der Medizintechnik und Homeoffice-Applikationen werde Mikroelektronik weiterhin stark nachgefragt.
Der langfristige Trend der Mikroelektronik-Branche ist laut ZVEI unverändert intakt: Von 2014 bis 2019 legte der Weltmarkt von 336 auf 412 MilliardenDollar zu, was einem jährlichen durchschnittlichen Wachstum von 4,2 Prozent entspricht. Für die nächsten Jahre wird ein Zuwachs von jährlich etwa 5 Prozent erwartet.
Der europäische Markt hatte 2019 ein Volumen von rund 40 Milliarden Dollar. Zwischen 2014 und 2019 betrug sein mittleres jährliches Wachstum 1,2 Prozent. Unverändert liege der Fokus auf den Wachstumsfeldern Automobil- und Industrieelektronik. Beim Einsatz von Halbleitern für Automobilelektronik sei der Kontinent weltweit führend. Beide Bereiche lassen auch in den kommenden fünf Jahren hohe Zuwächse erwarten. Vor allem Industrie 4.0 und das Internet der Dinge seien Treiber dieser Entwicklung. Hier fordert der Verband, die Forschung auszubauen und mit weiteren Investitionen auszustatten.
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June 30, 2020 06:19 ET (10:19 GMT)