Nach Einigung

Nahost im Fokus: Weitere Verhandlungen zwischen Iran und USA sollen am Freitag beginnen

16.06.26 13:35 Uhr

Nach Unterzeichnung des Rahmenabkommens: Verhandlungen zwischen Iran und USA sollen weitergehen | finanzen.net

Eine weitere Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran soll nach iranischen Angaben direkt nach Unterzeichnung des Rahmenabkommens am Freitag in der Schweiz beginnen.

Diese weiteren Gespräche sollten innerhalb von 60 Tagen abgeschlossen werden, sagte Außenminister Abbas Araghtschi nach Angaben der Agentur Tasnim in Teheran.

Ein Ende des Kriegs schließe ein Ende der israelischen Besetzung von Gebieten im Libanon mit ein, sagte Araghtschi demnach weiter. Jegliche neuen israelischen Angriffe auf den Libanon und weitere Besetzung der Gebiete betrachte der Iran als Verstoß gegen die getroffene Vereinbarung.

Von iranischer Seite nehme Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf an den Gesprächen am Freitag Teil, sagte der stellvertretende iranische Außenminister Madschid Tacht-Rawantschi einem weiteren Tasnim-Bericht zufolge. Von US-Seite soll Vizepräsident JD Vance vor Ort sein, hatte US-Präsident Donald Trump gesagt.

Die USA und der Iran hatten sich auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Kriegs geeinigt und nach US-Angaben bereits digital unterzeichnet.

Zunächst habe man sich auf eine Beendigung des Kriegs, die Öffnung der Straße von Hormus, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte und den Wiederaufbau konzentriert, sagte Araghtschi den Angaben entsprechend zudem in Teheran.

US-Vizepräsident JD Vance hatte zuletzt von möglichen Sanktionserleichterungen gesprochen. Zudem ist ein 300 Milliarden US-Dollar schwerer Wiederaufbaufonds im Gespräch.

Die 60-Tage-Frist gilt als knapp zur Verhandlung eines umfassenden Abkommens zu Irans Atomprogramm. Ähnliche Gespräche über das bisher letzte große Abkommen mit dem Iran, dem in Wien geschlossenen Atomdeal von 2015, dauerten fast zwei Jahre.

Trump: Israel muss mehr Verantwortung zeigen beim Libanon

Israel muss beim Krieg gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon nach Worten von US-Präsident Donald Trump verantwortungsvoller handeln. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu "muss mehr Verantwortung zeigen mit Blick auf den Libanon", sagte Trump heute bei einem Treffen mit Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian. "Ich bin nicht glücklich damit, wie Israel sich mit dem Libanon und der Hisbollah verhalten hat", sagte Trump.

Israel kämpfe schon "zu lang" gegen die Hisbollah und "zu viele Menschen werden getötet", sagte Trump zu dem Krieg, bei dem im Libanon etwa 3.800 Menschen getötet und etwa 11.700 weitere verletzt wurden. "Man muss nicht jedes Mal ein Wohnhaus zum Einsturz bringen, wenn man nach jemandem sucht. Denn in diesen Wohnhäusern sind viele Menschen, und die sind nicht alle Hisbollah", sagte Trump mit Blick auf Israels Angriffe.

Die "kleine Nervensäge" Hisbollah

Der Krieg im Libanon gilt als eine der größten Hürden für das Rahmenabkommen im Iran-Krieg. Der Iran - der wichtigste Unterstützer der Hisbollah - hat erklärt, dass neue israelische Angriffe auf den Libanon und weitere Besetzung der Gebiete als Verstoß gegen die Vereinbarung betrachtet würden. Israel will seine Bodentruppen aber vorerst nicht aus den besetzten Gebieten in dem Nachbarland zurückziehen mit dem erklärten Ziel, die eigene Bevölkerung in Nordisrael vor weiteren Angriffen der Miliz zu schützen.

Zugleich bezeichnete Trump den Konflikt im Libanon als einen "kleinen Krieg" im Vergleich zum "großen" Krieg mit dem Iran. "Aber wir haben diese kleine Nervensäge da draußen, die ständig ihre Fratze zeigt, und es ist die Hisbollah", sagte Trump.

"Ohne mich gäbe es kein Israel"

Das Verhältnis mit Netanjahu bezeichnete Trump als "unglaublich" und "sehr effektiv". Israel wäre ohne ihn schon vor langer Zeit "in die Luft gejagt" worden, sagte Trump mit Blick auf den langen Konflikt Israels mit dem Erzfeind Iran. "Ohne die Vereinigten Staaten gäbe es kein Israel. Ohne mich gäbe es kein Israel", sagte Trump.

Trump brachte erneut eine mögliche Beteiligung Syriens am Krieg im Nachbarland Libanon ins Spiel - eine Idee, von der Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa sich bereits distanziert hat. "Wenn Israel die Sache nicht erledigen kann, ohne alle anderen zu töten", werde al-Scharaa es tun, sagte Trump.

TEHERAN/ÉVIAN/BEIRUT/TEL AVIV (dpa-AFX)

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