Nach Übernahmeofferte

Aktienverkauf von PayPal-Manager mitten im Übernahmeringen - Warnsignal für Anleger?


Aktienverkauf von PayPal-Manager mitten im Übernahmeringen - Warnsignal für Anleger?

Mitten im Übernahmepoker um PayPal verkauft ausgerechnet der Risikochef Aktien. Was Anleger über die Transaktion wissen müssen.

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Aktien

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  • PayPals Risikochef Aaron Webster verkaufte am 15. Juli Aktien
  • Verkauf war ein automatischer Steuerverkauf nach dem Vesting von RSUs
  • Webster hält weiterhin deutlich mehr Aktien als er verkauft hat
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Aaron Webster, als Executive Vice President und Global Chief Risk Officer einer der ranghöchsten Manager bei PayPal, hat am 15. Juli laut einer Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC 3.883 Aktien des Zahlungsdienstleisters abgegeben, mitten in der öffentlichen Debatte um ein mögliches Übernahmeangebot des Konkurrenten Stripe. Wer darin ein Warnsignal des eigenen Risikochefs vermutet, liegt nach den Angaben der Meldung allerdings falsch.

Was die SEC-Meldung zum PayPal-Aktie-Verkauf zeigt

Laut dem Form-4-Filing verkaufte Webster die Aktien zu einem gewichteten Durchschnittspreis von 47,37 US-Dollar. Danach hält er noch direkt 63.256 PayPal-Aktien, das entspricht rund 0,0072 Prozent der ausstehenden Anteile, dazu weitere 25.566 Restricted Stock Units. Der Verkauf betraf damit nur einen kleinen Teil seines Gesamtengagements im Unternehmen.

Warum es sich um einen Pflichtverkauf handelt

Der Auslöser war laut der Meldung nicht eine geänderte Einschätzung zum Unternehmen, sondern die reguläre Versteuerung vestender Restricted Stock Units. Solche Aktienpakete unterliegen bei PayPal einem dreijährigen Vesting-Plan mit einjähriger Sperrfrist, danach greifen vierteljährliche Tranchen. Um die dabei anfallende Lohnsteuer zu begleichen, werden automatisch Anteile veräußert, ein Prozess, der Teil der Vergütungsvereinbarung ist und keine bewusste Verkaufsentscheidung darstellt. Ähnliche Transaktionen sind bei künftigen Vesting-Terminen daher zu erwarten.

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Der Zeitpunkt: Zwischen Turnaround und Übernahmeangebot

Öffentlich wurde der Verkauf zu einem Zeitpunkt, der zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugt. In der vergangenen Woche war ein von Stripe und dem Finanzinvestor Advent International gemeinsam vorgelegtes Übernahmeangebot für PayPal in Höhe von 60,50 US-Dollar pro Aktie bekannt geworden. Die Offerte entspricht einem Aufschlag von rund 28 Prozent auf den Schlusskurs vom selben Tag. Die Offerte bewertet PayPal demnach mit gut 53 Milliarden US-Dollar und soll bereits mit rund 50 Milliarden US-Dollar an zugesagter Bankfinanzierung unterlegt sein. Einen ersten Kontakt zwischen den Parteien habe es laut Reuters bereits im April gegeben.

Der Insiderverkauf reiht sich damit in eine Phase ein, die für PayPal ohnehin turbulent ist. Die Aktie war im Februar zeitweise auf ein Zwölfmonatstief von 38,46 US-Dollar gefallen und kämpft seither mit dem Vertrauen der Anleger.

Am Freitag hatte die PayPal-Aktie an der NASDAQ 0,30 Prozent tiefer bei 56,56 US-Dollar geschlossen. Am Montag schloss sie 0,46 Prozent im Plus bei 56,82 US-Dollar.

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Seit März leitet mit Enrique Lores ein neuer Vorstandschef eine Restrukturierung des Konzerns samt Führungswechseln, die dem Geschäft wieder mehr Tempo verleihen soll. Vor diesem Hintergrund bleibt der Verkauf von Webster eine technische Randnotiz. Er sagt nichts über seine Einschätzung zum Übernahmeangebot oder zur strategischen Lage des Unternehmens aus, sondern folgt allein dem festen Zeitplan seiner Vergütung.

Für Anleger ist deshalb weniger die einzelne Insidermeldung interessant als die nächste offizielle Reaktion von Seiten der Übernahmeinteressenten. Der PayPal-Vorstand soll die Offerte der potenziellen Käufer unterdessen bereits als zu niedrig zurückgewiesen haben.

Claudia Stephan, Bettina Schneider, Julia Walter, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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