NVIDIA-Aktie im Minus: Zulieferer Wistron eröffnet erste US-Fabrik in Texas
Mit einer neuen Fabrik in Texas bringt Wistron die Fertigung von NVIDIAs jüngstem KI-Superchip erstmals in die USA.
Werte in diesem Artikel
- Wistron eröffnet für 700 Millionen Dollar sein erstes US-Werk in Texas
- Fabrik produziert NVIDIAs GB300 Superchip und bald auch Vera Rubin
- Jensen Huang und Simon Lin leiteten die Eröffnungszeremonie in Fort Worth
Wistron eröffnete am 21. Juli 2026 in Fort Worth im US-Bundesstaat Texas sein erstes Werk in den Vereinigten Staaten und startet dort die amerikanische Serienfertigung von NVIDIAs neuestem KI-Superchip, ein Wendepunkt für die heimische Lieferkette der amerikanischen KI-Infrastruktur.
Die an der NASDAQ gelistete NVIDIA-Aktie verliert vorbörslich zeitweise 0,58 Prozent auf 210,84 US-Dollar.
700 Millionen US-Dollar für die erste US-Fabrik
Rund 700 Millionen Dollar hat Wistron in die neue Anlage mit einer Fläche von etwa 324.000 Quadratfuß gesteckt. Zur Eröffnungszeremonie kamen Wistron-Chairman Simon Lin und NVIDIA-Gründer und Chef Jensen Huang zusammen, begleitet von Vertretern der Stadt Fort Worth und Taiwans Repräsentanten in den USA. Lin bezeichnete das Werk als deutlich anspruchsvoller als klassische Fertigungsstätten und kündigte an, die Produktion in den kommenden Jahren zu einem der wichtigsten Bausteine für den Aufbau amerikanischer KI-Infrastruktur auszubauen.
Vom Grace Blackwell zum Vera Rubin Superchip
Aktuell läuft in Fort Worth die Fertigung des GB300 Grace Blackwell Ultra Superchips, dem ersten in Serie gebauten NVIDIA-Chip auf US-Boden. Perspektivisch soll dort auch der kommende Vera Rubin Superchip vom Band laufen. Die gefertigten Server lassen sich in NVIDIAs DSX-Infrastruktur einbinden, die Unternehmen eine gemeinsame Architektur für den Betrieb energieeffizienter KI-Rechenzentren liefert.
Digitale Zwillinge steuern die Fertigung
Die Fabrik arbeitet mit NVIDIA-Rechenleistung und bindet die hauseigenen Modelle Nemotron und Cosmos sowie die Omniverse- und Metropolis-Bibliotheken ein, um Fabrikdesign, Produktionsabläufe und Energieeinsatz per digitalem Zwilling zu simulieren. Damit reiht sich Wistron in einen breiteren Branchentrend ein: Auch der Auftragsfertiger Foxconn baut im texanischen Houston an einer vergleichbaren KI-Fabrik für NVIDIA-Server und setzt dort ebenfalls auf simulationsgestützte Automatisierung.
Zulieferer-Wettlauf um US-Fertigung
Für Wistron markiert der Schritt die Ausweitung der KI-Server-Fertigung von Taiwan in die USA und damit den Aufbau eines durchgängigen Service-Ökosystems aus Produktion und Kundenservice vor Ort. Das Unternehmen beschäftigt konzernweit mehr als 63.000 Mitarbeiter in Nordamerika, Europa und Asien und positioniert das texanische Werk als Antwort auf die wachsende Nachfrage nach kürzeren Lieferzeiten und mehr Widerstandsfähigkeit in der KI-Lieferkette.
Anleger dürften in den kommenden Quartalsberichten von Wistron genau darauf achten, wie schnell die Fertigung des Vera Rubin Superchips in Fort Worth anläuft und ob NVIDIA weitere Kapazitäten in die USA verlagert.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.netDieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.
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