Sandisk-Aktie nach Rally mit weiterem Potenzial: Rosenblatt-Analyst sieht noch Luft nach oben
Nach einer Vervielfachung seit Jahresbeginn richtet sich der Blick der Sandisk-Aktionäre auf die Frage, wie weit die Rally noch tragen könnte. Ein Analyst sieht noch einiges Potenzial.
- Rosenblatt nimmt Coverage von Sandisk frisch auf und traut der Aktie mehr zu
- Neue Vertragsmodelle sollen die Schwankungen im Speichergeschäft dämpfen
- Rechenzentren treiben die Nachfrage nach Flash-Speicher spürbar an
Die Sandisk-Aktie hat am Dienstag an der NASDAQ um rund 6,8 Prozent zugelegt und den Handel bei 1.887,04 US-Dollar beendet. Am Mittwoch geht es dann jedoch zeitweise um 2,7 Prozent nach unten auf 1.836,07 US-Dollar. Die Aufwärtsbewegung reiht sich in einen Trend ein, der das Papier seit Jahresbeginn bereits um satte 695 Prozent nach oben getrieben hat. Mit Sicht auf die vergangenen 52-Wochen konnte die Sandisk-Aktie sogar ein sagenhaftes Plus von 1.790 Prozent verbuchen.
Damit dürfte das Ende der Rally jedoch noch längst nicht erreicht sein, wie eine neue Analyse zeigt. So hat Rosenblatt Securities mit der Abdeckung von Sandisk begonnen und Analyst Kevin Cassidy vergab direkt ein Kursziel von 2.400 US-Dollar. Dieses Ziel liegt noch einmal deutlich über dem aktuellen Kursniveau des Papiers und würde ein neues Allzeithoch darstellen. Der Speicherchip-Hersteller profitiert seiner Einschätzung nach von der wachsenden Bedeutung von NAND-Flash für KI-Infrastruktur.
Rosenblatt vergibt Buy-Rating für Sandisk-Aktie
Rosenblatt Securities nahm die Coverage der Sandisk-Aktie am Montag auf. Analyst Kevin Cassidy vergab laut "MarketWatch" ein Buy-Rating und setzte ein Kursziel von 2.400 US-Dollar. Cassidy begründet seine Einschätzung mit einer strukturellen Neupositionierung von NAND-Flash: Größere KI-Modelle und Inferenz-Workloads priorisierten zunehmend Dichte, Leistung, Haltbarkeit und Versorgungssicherheit gegenüber dem reinen Preis. Sandisks Technologie-Roadmap mit den gemeinsam mit dem japanischen Partner Kioxia entwickelten Architekturen BiCS8 und BiCS10 soll laut Rosenblatt höhere Dichte bei günstigen Kosten ermöglichen und damit einen Leistungs- und Kostenvorteil sichern.
Rechenzentrums-Geschäft im Fokus der Prognose
Für das Geschäftsjahr 2027, das Ende Juni 2026 begonnen hat, erwartet Cassidy einen Rechenzentrums-Umsatz von 21,7 Milliarden US-Dollar. Im Geschäftsjahr 2028 soll dieser Wert nach seiner Einschätzung auf 28,6 Milliarden US-Dollar steigen. Untermauert wird diese Prognose durch bereits acht neue Geschäftsmodell-Vereinbarungen mit großen NAND-Kunden, die laut dem Experten die Nachfragesichtbarkeit erhöhen und die historisch hohe Zyklusvolatilität im Speichermarkt verringern könnten.
Die Zahlen aus dem vierten Fiskalquartal 2026 stützen den positiven Trend: Sandisk meldete einen Umsatz von 8,97 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 51 Prozent gegenüber dem Vorquartal, bei einem GAAP-Nettogewinn von 6,90 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr stand ein Umsatz von 20,25 Milliarden US-Dollar zu Buche, ein Anstieg von 175 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während der Umsatz im Segment Datacenter um 437 Prozent zulegte.
Sandisk-Aktie mit breiterer Analystenzustimmung
Rosenblatt steht mit seinem Glauben an ein weiterhin deutliches Aufwärtspotenzial der Sandisk-Aktie nicht allein da. Susquehanna-Analyst Mehdi Hosseini sieht laut "TipRanks" ein Kursziel von 2.745 US-Dollar, Bernstein-Analyst Mark Newman kommt sogar auf 3.000 US-Dollar. Citi-Analystin Asiya Merchant setzt mit 2.100 US-Dollar ein etwas vorsichtigeres Ziel an. Der breitere Analystenkonsens stuft die Aktie mit Strong Buy ein, bei einem mittleren Kursziel von 2.195 US-Dollar.
Zusätzlichen Rückhalt erhält die Aktie durch die Aufnahme in den S&P 100 die am Montag erfolgte, gemeinsam mit Dell Technologies, Palo Alto Networks und Arista Networks. Sandisk war zuvor bereits im November 2025 in den S&P 500 aufgenommen worden.
Carolin Ludwig, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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