Amundi Global Memory Chips ETF: 20,4 Prozent seit der Umstellung, die neue Ausrichtung zahlt sich sofort aus
Seit der Umstellung auf eine reine Speicherchip-Strategie am 17. Juli hat dieser ETF bereits mehr Rendite erzielt als in jedem vollen Kalenderjahr seit 2022. Worauf dieser Erfolg zurückzuführen ist.
Werte in diesem Artikel
Das Wichtigste in Kürze:
- Seit der Umstellung auf eine reine Speicherchip-Strategie am 17. Juli 2026 hat der Fonds bereits 20,4 Prozent zugelegt.
- Micron, SK Hynix und Sandisk bringen es gemeinsam auf fast die Hälfte des Fondsvermögens und alle drei sind erst seit der Umstellung in dieser Form vertreten.
- Die Volatilität der vergangenen zwölf Monate liegt deutlich über den längerfristigen Werten, ein direktes Resultat sowohl der neuen, engeren Ausrichtung als auch der aktuell außergewöhnlich volatilen Marktphase im Speicherchip-Sektor.
| ETF | ISIN | TER | Ausschüttung | Rendite 1 Jahr | Rendite seit Auflage |
|---|---|---|---|---|---|
| Amundi Global Memory Chips UCITS ETF | LU2023678282 | 0,45 % p.a. | thesaurierend | +43,9 % |
+185,13 % (02.03.2020) |
Vom breiten Technologie-Mix zur reinen Speicherchip-Wette
Wir hatten bereits am 14. August über die neue Ausrichtung dieses Fonds berichtet. Bis zum 17. Juli 2026 trug der Fonds noch den Namen Amundi MSCI Disruptive Technology ESG Screened UCITS ETF und bildete einen breiten Themenindex zu disruptiven Technologien im Allgemeinen ab, mit Positionen quer durch verschiedenste Branchen. Seit dem 17. Juli heißt er nun Amundi Global Memory Chips UCITS ETF, bildet den Solactive Global Memory Chips Index ab und konzentriert sich damit ausschließlich auf Unternehmen, die in der weltweiten Speicherchip-Industrie tätig sind.
Wer direkt von der aktuellen Dynamik im Speicherchip-Sektor profitieren möchte, kann den Amundi Global Memory Chips UCITS ETF unkompliziert und provisionsfrei über finanzen.net ZERO handeln und besparen.
20,4 Prozent seit Juli 2026
Seit der Umstellung am 17. Juli 2026 hat der Fonds bereits 20,4 Prozent zugelegt. Zum Vergleich: In seiner alten Form kam der Fonds selbst im erfolgreichsten vollen Kalenderjahr seit 2022 nur auf 20,7 Prozent, erzielt 2024, während vor allem 2025 mit 8,1 Prozent und 2022 mit minus 30,8 Prozent deutlich schwächer ausfielen. Dass der Fonds seine bisherige Bestmarke für ein gesamtes Kalenderjahr innerhalb weniger Wochen fast erreicht hat, unterstreicht, wie zeitgemäß die neue Ausrichtung erscheint. Der Fonds setzt damit nun ganz bewusst auf den sogenannten Speicher-Superzyklus. Der KI-Boom hat zu einem erheblichen Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bei Arbeitsspeicher-Chips vom Typ DRAM und NAND-Flash-Speicher geführt, verschärft durch die enorme Nachfrage nach spezialisiertem Hochbandbreitenspeicher, kurz HBM, für KI-Beschleuniger. Marktbeobachter erwarten, dass allein der weltweite NAND-Markt sich 2026 auf über 300 Mrd. US-Dollar verdreifachen könnte, während große Speicherhersteller ihre Kapazitäten bis Ende des Jahres bereits als ausverkauft bezeichnen. Für Anleger ergibt sich daraus ein langfristiges Potenzial, das eng an die Fortsetzung der weltweiten KI-Infrastrukturinvestitionen gekoppelt ist.
Micron, SK Hynix und Sandisk: Neue Namen an der Spitze
Größte Position ist mit 20,09 Prozent Micron Technology, gefolgt von SK Hynix mit 15,55 Prozent und Sandisk mit 11,49 Prozent, zusammen fast die Hälfte des gesamten Fonds. Alle drei Unternehmen standen vor der Umstellung nicht an der Spitze des Fonds, beispielsweise führte in der alten Zusammensetzung noch Intel. Seit dem 17. Juli haben alle drei Aktien eine außergewöhnliche Entwicklung hingelegt: Micron profitiert von einer nach eigenen Angaben bereits bis Jahresende ausverkauften Speicherkapazität sowie einer Rekord-Umsatzprognose für das laufende Quartal. SK Hynix hat sich als dominanter Zulieferer von Hochbandbreitenspeicher für KI-Beschleuniger positioniert und Ende August in den USA den Grundstein für eine neue HBM-Produktionsstätte gelegt, um seine amerikanischen Kapazitäten weiter auszubauen. Sandisk wiederum profitiert von einer Neubewertung von NAND-Speicher, der zunehmend als strategisch wichtige Komponente für KI-Infrastruktur statt als reines Massenprodukt gilt, verbunden mit einem laut Unternehmensangaben deutlich steigenden Marktvolumen.
USA und Südkorea als Zentrum der Speicherchip-Industrie
Bei der Länderverteilung führen die USA mit 54,6 Prozent, gefolgt von Südkorea mit 27,2 Prozent, Irland mit 8,9 Prozent und Japan mit 4,0 Prozent. Diese Konzentration auf USA und Südkorea spiegelt wider, wo die weltweit führenden Speicherchip-Hersteller tatsächlich ansässig sind, und bietet Anlegern damit einen direkten, konzentrierten Zugang zu genau jenen beiden Ländern, die den globalen Speicherchip-Markt dominieren, ohne Verwässerung durch andere, weniger relevante Standorte.
Was Anleger einplanen sollten
Speicherchip-Preise gelten historisch als eines der zyklischsten Segmente der gesamten Halbleiterbranche, mit Phasen extremer Knappheit, die schnell in Phasen von Überkapazitäten umschlagen können. Zu spürbaren, zwischenzeitlichen Kurseinbrüchen kann es deshalb vor allem dann kommen, wenn sich die Investitionsbereitschaft großer Technologiekonzerne in KI-Infrastruktur abschwächt, wenn neue Fertigungskapazitäten schneller als erwartet ans Netz gehen und das aktuelle Angebotsdefizit auflösen, oder wenn einzelne Quartalsergebnisse großer Speicherhersteller die hohen Erwartungen des Marktes verfehlen. Die Volatilität der vergangenen zwölf Monate liegt mit 32,2 Prozent deutlich über den 23,2 beziehungsweise 24,0 Prozent über drei und fünf Jahre. Der deutliche Anstieg der Einjahres-Volatilität ist vor allem der Kombination aus der neuen, engeren Konzentration auf wenige Speicherchip-Werte sowie der aktuell außergewöhnlich volatilen Marktphase in diesem Sektor selbst geschuldet, in der bereits einzelne Handelstage mit zweistelligen Kursausschlägen bei den größten Positionen keine Seltenheit waren.
Für welche Anleger sich dieser Fonds eignet
Der Amundi Global Memory Chips UCITS ETF eignet sich für Anleger, die gezielt und konzentriert am aktuellen Speicherchip-Superzyklus teilhaben möchten, getragen von der KI-getriebenen Nachfrage nach Hochleistungsspeicher, und die bereit sind, dafür eine deutlich erhöhte Schwankungsbreite in Kauf zu nehmen. Die bisherige Entwicklung seit der Umstellung zeigt eindrücklich, wie schnell sich eine gezielte, thematisch fokussierte Neuausrichtung auszahlen kann, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt erfolgt. Wegen der hohen Konzentration auf ein einzelnes, zyklisches Marktsegment eignet sich der Fonds als gezielte Beimischung für risikobewusste Anleger mit langem Anlagehorizont.
Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich. Die Konzentration auf ein einzelnes, hochzyklisches Marktsegment kann das Risiko im Vergleich zu breit gestreuten Fonds deutlich erhöhen.
Bildquellen: Charles Knowles / Shutterstock.com, Michael Vi / Shutterstock.com
