Micron-Aktie vor dem Absturz? Michael Burry erhöht seine Short-Wette
Michael Burry hat seine Short-Position gegen Micron erneut ausgebaut. Dem stehen weiterhin hohe Kursziele der Analysten gegenüber.
Werte in diesem Artikel
- Burry sieht bei Speicherchips ein wachsendes Angebotsrisiko heraufziehen
- Acer-Chef warnt vor steigenden Lagerbeständen und mehr Konkurrenz aus China
- Analysten bleiben trotz der Short-Wette mehrheitlich optimistisch gestimmt
Michael Burry hat seine Wette gegen Micron Technology weiter ausgebaut, während die Aktie des Speicherherstellers erneut über die Marke von 1.000 US-Dollar geklettert ist. Der Investor stützt seine Wette auf ein Szenario steigender Speicherpreise gefolgt von einem heftigen Rückgang. Gleichzeitig hält die Mehrheit der Analysten hält an Kaufempfehlungen fest.
Burry stockt Short-Position weiter auf
Michael Burry, Gründer von Scion Asset Management, teilte auf seinem Substack mit, seine Short-Position gegen Micron Technology weiter aufgestockt zu haben. Der Investor, der durch seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise bekannt wurde, hatte die erste Micron-Short-Position bereits Anfang Juli offengelegt und im August erneut ausgebaut.
Im selben Update weitete er auch seine Short-Positionen in Nebius, dem SOXX-ETF und Palantir aus, während er seine Long-Positionen in Titeln wie QXO, Build-A-Bear, Sprouts Farmers Market, Birkenstock und MercadoLibre erhöhte.
Burry begründete den Schritt mit einem Memory-Supply-Case: Speicherproduzenten seien auf aus seiner Sicht überhöhte Preise gestiegen und dürften auf der Gegenseite deutlich fallen. Er zitierte dazu Acer-Chairman und CEO Jason Chen, der auf steigende Lagerbestände bei älteren Speichergenerationen sowie wachsende, günstigere chinesische Produktion als Risiko für die erwartete Preisdynamik verwiesen habe. Zusätzlich warnte Burry vor einer aus seiner Sicht gefährlichen Konzentration des NASDAQ 100 auf wenige KI-Werte und rechnet mit einer Kapitalrotation aus Halbleiterwerten heraus, ohne einen Markt-Top auszurufen.
Micron-Aktie bleibt über 1.000 US-Dollar
Die Marke von 1.000 US-Dollar kann Micron unterdessen trotz des jüngsten Gegenwindes verteidigen. Auch ein Rückschlag von rund zwei Prozent am Mittwoch hat nicht für einen Rutsch unter den psychologisch wichtigen Kurs gesorgt. Vorbörslich zeigt sich der Anteilsschein am Donnerstag an der NASDAQ bei 1.056,50 US-Dollar um 1,43 Prozent tiefer.
Am Donnerstag zeigte sich der Anteilsschein an der NASDAQ bei 1.080,53 US-Dollar um 0,81 Prozent höher.Ein Micron-Investment hat sich in den vergangenen Monaten als äußerst lukrativ erwiesen: Seit Jahresstart haben Anleger ein Plus von 276 Prozent in ihren Depots, auf Sicht von zwölf Monaten ging es sogar um satte 583 Prozent nach oben.
Micron liefert Rekordquartal
Grundlage für die Debatte um Burrys Short ist ein Rekordquartal. Im dritten Fiskalquartal 2026 erzielte Micron einen Umsatz von 41,46 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 346 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gegenüber dem Vorquartal stieg der Umsatz um 74 Prozent. Das Unternehmen wies ein Gaap-verwässertes Ergebnis pro Aktie von 24,67 US-Dollar und einen Gaap-Nettogewinn von 28,24 Milliarden US-Dollar aus. Der operative Cashflow lag bei 25,39 Milliarden US-Dollar. DRAM steuerte 76 Prozent zum Umsatz bei. NAND kam auf 24 Prozent. Micron zufolge läuft die Fertigung von HBM4-12-High etwa doppelt so schnell hoch wie zuvor bei HBM3E-12-High.
Für das vierte Fiskalquartal stellte Micron bereits im Juni einen Umsatz von 50,0 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Zudem nannte das Unternehmen eine Bruttomarge von rund 86 Prozent. Ergänzend kündigte das Unternehmen personelle Weichenstellungen an: Deirdre Hanford wurde zur Corporate Vice President und President der Micron Research Labs berufen, verbunden mit angekündigten Investitionen von 10 Milliarden US-Dollar über zehn Jahre, während Manish Bhatia als President und Chief Operating Officer sowie Scott DeBoer als President und Chief Technology and Products Officer fungieren.
Analysten bleiben bei Micron-Aktie optimistisch
Trotz der ausgeweiteten Short-Wette bleiben Analysten mehrheitlich zuversichtlich gestimmt. Citi-Analyst Atif Malik bestätigte am Mittwoch seine Kaufempfehlung und hob das Kursziel von 1.150 auf 1.300 US-Dollar an. Am selben Tag bekräftigten Wolfe Research mit einem Kursziel von 1.500 US-Dollar und UBS-Analyst Timothy Arcuri mit 1.625 US-Dollar ihre Buy-Einstufungen. Von 29 erfassten Analysten empfehlen 28 die Aktie zum Kauf, nur einer rät zu Halten. Das mittlere Kursziel liegt laut TipRanks bei 1.557,12 US-Dollar. Die Kursziele reichen von 1.100 bis 2.200 US-Dollar.
Claudia Stephan, Evelyn Schmal, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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