Südkoreas Chip-Riesen im Aufwind: Darum treiben die NVIDIA-Zahlen die Aktien von SK hynix und Samsung an
Nach starken NVIDIA-Zahlen und einer neuen Speicherchip-Partnerschaft ziehen die Aktien der wichtigsten asiatischen Zulieferer in Seoul kräftig an.
Werte in diesem Artikel
- NVIDIA meldet Rekordumsatz und beflügelt Speicherchip-Werte
- Neue Technologiepartnerschaft mit SK hynix rückt in den Fokus der Anleger
- Analysten sehen in der Verknappung von HBM-Chips einen strukturellen Rückenwind
Starke Zahlen von KI-Platzhirsch NVIDIA lassen die Herzen der Anleger von SK hynix und Samsung Electronics höher schlagen: In Seoul legten sie am Donnerstag um 2,49 Prozent auf 1.730.000 Won bzw. 1,72 Prozent auf 266.000 Won zu.
Die am Mittwochabend nach Börsenschluss veröffentlichten Geschäftszahlen zum zweiten Quartal des Fiskaljahres 2027 offenbarten einen Rekordumsatz im Rechenzentrumsgeschäft und bestätigten zugleich eine mehrjährige Technologiepartnerschaft mit SK hynix zur Entwicklung neuer Speicherchips. Die Kursbewegung setzt eine Erholung fort, die den beiden koreanischen Werten nach einem Ausverkauf in der Vorwoche wieder Auftrieb gibt.
NVIDIA-Bilanz als Kurstreiber für Südkoreas Chip-Riesen
Die Kauflaune bei den südkoreanischen Halbleiterwerten hat einen Grund: die NVIDIA-Zahlen. Denn die Geschäftszahlen schlugen nicht nur die Erwartungen der Wall Street, sondern das eng mit den Speicherchips von SK hynix und Samsung Electronics verwobene Data-Center-Geschäft verzeichnete einen Rekordumsatz und wuchs auf 89,0 Milliarden US-Dollar an. Damit lag das Ergebnis 117 Prozent über dem des Vorjahres.
Für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellte NVIDIA einen Umsatz von 108,0 Milliarden US-Dollar in Aussicht, ohne den Data-Center-Umsatz aus China einzurechnen. Für das Geschäftsjahr 2028 rechnet der Konzern mit einem Umsatzwachstum von rund 70 Prozent, wobei das Management den Ausblick laut eigenen Angaben als angebotsbeschränkt einstuft, da die tatsächliche Nachfrage höher liege. Im Rahmen der Mitteilung bestätigte NVIDIA zudem eine mehrjährige Technologiepartnerschaft mit SK hynix zur Weiterentwicklung von Speicherchips der nächsten Generation für den globalen Ausbau von KI-Fabriken.
Aktien von SK hynix und Samsung setzen Erholung nach Zinsschock fort
NVIDIA bekräftigte zudem den Ausbau der KI-Fabrik-Infrastruktur in Südkorea über Partnerschaften mit SK Telecom, Naver und Brookfield, die auf der NVIDIA-eigenen DSX-Plattform souveräne KI-Infrastruktur im Gigawatt-Maßstab aufbauen sollen. NVIDIA-Finanzchefin Colette Kress erklärte im Analysten-Call, Speicherengpässe könnten die Kosten belasten und bis mindestens Ende des Geschäftsjahres 2028 anhalten.
Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die bereits am Mittwoch zu beobachten war, als beide Aktien in Seoul im Plus schlossen. Die Erholung folgt auf einen deutlichen Einbruch am 19. August, als Samsung und SK hynix im Zuge eines Zinsschocks aus den USA teils zweistellig einbrachen. Gestützt wurde die Erholung zusätzlich durch angekündigte Kapitalrückführungen: SK hynix kommunizierte ein Aktienrückkaufprogramm, Samsung stellte eine höhere Ausschüttung in Aussicht.
Analysten sehen strukturellen Rückenwind für SK hynix
Analysten der koreanischen Häuser Meritz Securities und Kiwoom Securities werteten die NVIDIA-Zahlen laut Berichten der Seoul Economic Daily als strukturell positiv für die Speicherbranche. Die von NVIDIA bestätigte Verknappung von Speicherchips stärke demnach die Preissetzungsmacht von Herstellern wie SK hynix und Samsung.
Die enge Verzahnung zwischen NVIDIA und den koreanischen Speicherchip-Herstellern ist nicht neu: Bereits am 25. Juli hatten NVIDIA und die SK Group ein KI-Infrastrukturprogramm im Wert von mehr als 500 Milliarden US-Dollar vorgestellt. Parallel sicherten sich Samsung Electronics und SK hynix nach Angaben südkoreanischer Regierungsvertreter Liefervereinbarungen mit US-Technologiekonzernen im Volumen von zusammen rund 950 Milliarden US-Dollar.
Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
Ausgewählte Hebelprodukte auf NVIDIA
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf NVIDIA
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: 360b / Shutterstock.com, Michael Vi / Shutterstock.com
