NVIDIA im Analystenfokus

NVIDIA-Aktie laut Analysten viel zu niedrig bewertet - das trauen BofA-Experten dem Anteilsschein zu


NVIDIA-Aktie laut Analysten viel zu niedrig bewertet - das trauen BofA-Experten dem Anteilsschein zu

Die BofA bleibt für NVIDIA optimistisch und sieht großes Kurspotenzial. Die Analysten erwarten mit der Vera-Rubin-Generation einen weiteren Wachstumsschub.

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  • BofA bekräftigt Kaufempfehlung und nennt NVIDIA ihren Top-Pick der Branche
  • Analysten entkräften Sorgen um Speicherkosten und Partner-Finanzierungen
  • Neue Chipgeneration soll mehrquartalige Aufwärtsdynamik auslösen
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BofA Global Research hat ihre Kaufempfehlung für NVIDIA mit einem Kursziel von 350 US-Dollar bestätigt und die Aktie als Top-Pick der Branche bezeichnet. Nach Einschätzung der Analysten notiere der Chipkonzern beim 16-Fachen des für 2027 geschätzten Gewinns je Aktie und damit so günstig wie seit zehn Jahren nicht mehr, während die Nachfrage nach Künstlicher-Intelligenz-Technologie ungebrochen hoch bleibe, zitiert "Investing" aus einer Kundenmitteilung.

Zahlen sollen eigene Prognose übertreffen

NVIDIA dürfte nach Einschätzung von Experten der Bank of America in einen mehrquartaligen Aufwärtszyklus eintreten, sobald die Auslieferungen der neuen Vera-Rubin-Chipgeneration anlaufen. Die Analysten erwarten für das zweite Geschäftsquartal einen Umsatz von 94 bis 95 Milliarden US-Dollar und damit mehr als die von NVIDIA selbst in Aussicht gestellten 91 Milliarden US-Dollar. Für das dritte Quartal rechnet die BofA mit 107 bis 108 Milliarden US-Dollar Umsatz, deutlich über dem Marktkonsens von rund 104 Milliarden US-Dollar.

Zum Vergleich: Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027, das am 26. April 2026 endete, hatte NVIDIA einen Rekordumsatz von 81,6 Milliarden US-Dollar gemeldet, ein Plus von 20 Prozent zum Vorquartal und von 85 Prozent zum Vorjahr. Für das laufende zweite Quartal hatte der Konzern damals eine Umsatzspanne von rund 91 Milliarden US-Dollar, plus/minus 2 Prozent, in Aussicht gestellt, die die Experten nun deutlich übertroffen sehen wollen.

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Speicherkosten und Partnerfinanzierung im Fokus

Die Wall Street trieben zwei Sorgen um: steigende Bauteilkosten, die auf die Hardware-Margen drücken, sowie zirkuläre Finanzierungskonstruktionen, bei denen Chiphersteller ihre eigenen Kunden finanzieren. Die BofA-Analysten halten beide Bedenken für übertrieben. Der Margen-Gegenwind durch Speicherkosten bei den kommenden Vera-Rubin-Systemen liege bei rund 60 Basispunkten, da NVIDIA durch dynamische Preissetzung und bevorzugte Lieferbeziehungen zu Anbietern wie SK hynix vergleichsweise gut abgesichert sei. Auf Rack-Ebene machten Speicherkosten demnach 12,7 Prozent des Gesamtpreises aus, die Bruttomarge werde sich mittelfristig in einer Spanne von 73 bis 74 Prozent einpendeln, nach rund 75 Prozent im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027.

Bei den Kapitalzusagen an Partner beziffern die Analysten die direkten Beteiligungen NVIDIAs auf rund 70 Milliarden US-Dollar, darunter 30 Milliarden US-Dollar für OpenAI und bis zu 10 Milliarden US-Dollar für Anthropic. Diese Summe entspreche lediglich 15 Prozent des für die kommenden zwei Jahre erwarteten freien Cashflows von rund 470 Milliarden US-Dollar. Eine separat gemeldete Bürgschaft über 250 Milliarden US-Dollar für die Anmietung des 10-Gigawatt-Campus von SoftBank Energy in Ohio durch OpenAI stuft die BofA als nachrangige, bedingte Garantie ein, nicht als sofortigen Kapitalabfluss, strukturell vergleichbar mit üblichen Projektfinanzierungen.

Marktanteil und Ausblick bis 2030

Mit Blick auf die Marktposition verweisen die Analysten auf Spot-Mietpreise für GPUs nahe dem Rekordniveau, die für B200-Chips bei 5,66 US-Dollar pro Stunde liegen. Sie erwarten, dass NVIDIA bis zum Jahr 2030 einen Marktanteil von 65 bis 70 Prozent am breiteren Markt für KI-Beschleuniger hält und die Ertragskraft je Aktie bis dahin auf über 25 US-Dollar steigt.

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NVIDIA-Aktie 2026 bislang mit starker Performance

Die NVIDIA-Aktie hat im bisherigen Jahresverlauf stark performt. Am Freitag schloss der Anteilsschein an der NASDAQ bei 223,96 US-Dollar und erzielte damit seit Jahresbeginn ein Plus von rund 20 Prozent. Zum Vergleich: Der S&P 500 legte im gleichen Zeitraum nur rund 13 Prozent zu. Auf Basis des Kursziels der BofA-Analysten ist für die NVIDIA-Aktie das Ende der Fahnenstange an der Börse aber noch nicht erreicht: Sie sehen ein Kurspotenzial von 56 Prozent.

Ob die Aktie näher an dieses Kursziel heranrückt, dürfte sich in den kommenden Wochen entscheiden. Besonders im Fokus steht dabei der 26. August, wenn NVIDIA die tatsächlichen Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal vorlegen wird und zeigen muss, ob die von BofA erwartete Übererfüllung der eigenen Prognose eintritt.

Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Below the Sky / Shutterstock.com, Casimiro PT / Shutterstock.com

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