OTS: Deutsches Tiefkühlinstitut e.V. / Neue Studie zur Wachstumsbranche ...

03.06.26 13:14 Uhr

Neue Studie zur Wachstumsbranche Tiefkühlwirtschaft / dti feiert 70.

Geburtstag

Berlin (ots) - 18 Grad Celsius verbinden weltweit eine Branche, die mit ihrer

Technologie und ihren komplexen Lieferketten eine bedeutende Rolle für die

Lebensmittelversorgung spielt. Die Tiefkühlwirtschaft als eigener

Wirtschaftszweig wird dennoch medial und politisch bisher wenig sichtbar. Die

neue Studie "-18 Grad. Die Tiefkühlwirtschaft in Deutschland." will das mit

einer systematischen Bestandsaufnahme ändern. Das Branchenporträt wurde vom

Deutschen Tiefkühlinstitut e. V. (dti), Spitzenverband der Tiefkühlwirtschaft,

bei der AFC Consulting Group in Auftrag gegeben. Es soll dazu beitragen, eine

Lücke in der amtlichen Wirtschaftsstatistik zu schließen, die die

Tiefkühlwirtschaft bisher nicht als eigenständige Branche erfasst. Das

Branchenporträt erscheint im Jubiläumsjahr des Verbands: Am 6. Juni 2026 feiert

das dti seinen 70. Geburtstag.

"Die Tiefkühlwirtschaft ist in nahezu jedem Haushalt und in unzähligen

Profiküchen präsent. Sie ist ein eigenständiger, investitionsstarker,

innovativer Lebensmittelzweig", sagt Simon Morris, dti-Vorstandsvorsitzender.

"Das Branchenporträt macht sichtbar, wie stark die Tiefkühlwirtschaft heute in

Handel, Heimdiensten und der Außer-Haus-Verpflegung vertreten ist - und welchen

wichtigen Beitrag sie für Versorgung, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit

leistet."

Tiefkühlwirtschaft: einer der größten Zweige der Ernährungsindustrie

Die Studie unterstreicht das wirtschaftliche Gewicht der Tiefkühlwirtschaft und

zeigt sie als Wachstumsbranche im Markt. Als eigenständige Branche gehört sie zu

den vier größten Zweigen der Ernährungsindustrie und ist wichtiger Partner von

Landwirtschaft, Handel und Gastronomie.

Zwischen 2015 und 2024 stieg der nominale Inlandsumsatz der Branche um rund 70

Prozent von 13,3 auf 22,6 Milliarden Euro. Die Absatzmengen erhöhten sich von

3,5 auf 4,1 Millionen Tonnen (+ 17 Prozent). Preisbereinigt legte der Umsatz

deutlich zu: real von 14,6 auf 17,0 Milliarden Euro (+ 16,6 Prozent). Das

Wachstum ist also vor allem mengengetrieben. Die Ernährungsindustrie wuchs im

gleichen Zeitraum zwar nominal, real musste sie jedoch einen Verlust von 10,2

Prozent hinnehmen. Die Tiefkühlwirtschaft konnte ihren Anteil am Inlandsumsatz

nach eigenen Berechnungen von rund 12 Prozent (2015) auf gut 15 Prozent (2024)

ausbauen.

Als integrierte Wertschöpfungskette aus Produktion und Logistik sichert die

Tiefkühlwirtschaft eine hochwertige, ganzjährig verfügbare

Lebensmittelversorgung - und verbindet dabei Effizienz mit Qualität und

Nachhaltigkeit.

Der wirtschaftliche Erfolg der Tiefkühlwirtschaft basiert auf einer dualen

Marktstrategie: feste Verankerung in regionalen und europäischen

Beschaffungsmärkten und starke Präsenz auf dem heimischen sowie den

internationalen Absatzmärkten. Die EU ist der wichtigste ausländische

Beschaffungsmarkt und spielt auch für den Export eine wichtige Rolle.

Großbetriebliche Strukturen prägen die Tiefkühlwirtschaft

Die Tiefkühlwirtschaft ist aufgrund ihrer Technologieintensität von größeren

betrieblichen und kapitalintensiveren Strukturen geprägt: Hohe Investitionen in

Anlagen erfordern eine entsprechende Auslastung, um Skaleneffekte zu

realisieren. Rund 44,8 Prozent der TK-Unternehmen haben mehr als 250

Beschäftigte. Weitere 32,7 Prozent sind mittelständische Unternehmen mit 50 bis

249 Beschäftigten. In der Ernährungsindustrie dominieren dagegen kleinere

Strukturen: 55,2 Prozent der Betriebe haben zehn bis 50 Beschäftigte, und nur

rund 9,8 Prozent erreichen die Größenklasse ab 250 Beschäftigten. Die Analyse

der TK-Unternehmen zeichnet das Bild eines Sektors, der fest im Mittelstand

verankert ist, zugleich aber eine hohe Konzentration und internationale

Verflechtung aufweist. Zusammen beschäftigt die Branche rund 150.000

Mitarbeiter.

Familienunternehmen - Rückgrat der Branche

Ihre Stärke zieht die Tiefkühlwirtschaft aus der Vielfalt und einer gesunden

Wirtschaftsstruktur: Ihr Rückgrat bilden traditionsreiche Familienunternehmen,

zusammen mit international aufgestellten Konzernen und vielen mittelständischen,

regional verankerten Unternehmen. Fast die Hälfte der Unternehmen ist in

Familienbesitz (44,6 Prozent). Diese langfristig geprägte Unternehmenskultur

steht für hohe Identifikation mit Produkt und Standort und spiegelt sich auch in

einem ausgeprägten Nachhaltigkeitsengagement wider: Nachhaltigkeit, insbesondere

der Klimaschutz, ist eine wichtige strategische Säule der Tiefkühlwirtschaft.

Das Engagement folgt einem ganzheitlichen Ansatz - von Energieerzeugung und

-effizienz über die Gestaltung der Lieferketten bis hin zu Verpackungslösungen

und sozialen Aspekten.

Investitionen, Innovation und Transformation - Branche vor strategischen

Herausforderungen

Das Branchenporträt beschreibt die Tiefkühlwirtschaft als kapital- und

technologieintensiven Sektor, der für die Zukunft gut aufgestellt ist. Dennoch

spielt der Faktor Mensch auch in hochautomatisierten Werken die wichtigste

Rolle. Als Innovationstreiber investiert die Branche gezielt und mit hohem

Kapitaleinsatz in Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Die

Investitionen bewegen sich dabei häufig im zwei- bis dreistelligen

Millionenbereich.

Zugleich steht die Branche vor strategischen Herausforderungen: Rohstoff- und

Energiepreisvolatilität, veränderte Konsummuster, die Umsetzung der digitalen

und nachhaltigen Transformation, wachsende regulatorische Komplexität und der

Fachkräftemangel prägen strategische Entscheidungen.

Politischer Rahmen: Energie und Wettbewerbsfähigkeit sichern

Damit die Tiefkühlwirtschaft auch weiterhin ihre wichtige Rolle für die

Lebensmittelversorgung erfüllen kann, fordert das dti wirtschaftspolitische

Rahmenbedingungen, die die Produktivität und Transformation verbessern:

"Planungs- und Rechtssicherheit für Investitionen, praxistaugliche Regulierung

und weniger Bürokratie, bezahlbare und sichere Energie mit konsequentem Ausbau

der Erneuerbaren sowie offene, internationale Marktzugänge für Import und Export

sind Voraussetzung dafür, dass die Unternehmen der Tiefkühlwirtschaft ihre Rolle

für eine verlässliche Versorgung weiter ausüben können", sagt

dti-Geschäftsführerin Sabine Eichner.

Methodik: Datenerhebung und Experteninterviews

Das Branchenporträt kombiniert einen zweistufigen Ansatz: Quantitativ wurden 186

TK-Unternehmen aus Herstellung und Handel auf Basis einer Unternehmensdatenbank

aggregiert und anonymisiert ausgewertet, ergänzt durch lange Zeitreihen der

dti-Absatzstatistik sowie HS-Code-Außenhandelsauswertungen zur internationalen

Beschaffung, durchgeführt durch HGS Research. Qualitativ flossen fünf

strukturierte Experteninterviews (Retail, Außer-Haus-Markt, Supply Chain,

Nachhaltigkeit, Kältetechnik) ein, um die Ergebnisse zu kontextualisieren und

Praxistrends abzuleiten.

Maximilian Waltmann, Geschäftsführer AFC Management Consulting: "Unser Ansatz

macht die Tiefkühlwirtschaft als zusammenhängenden Wirtschaftsbereich erstmals

greifbar - über Unternehmensstrukturen, Märkte und Trends hinweg. Damit liegt

eine belastbare Datengrundlage vor, die künftig weiter verfeinert und

aktualisiert werden kann."

Diese Pressemeldung sowie Infografiken zur honorarfreien Verwendung finden Sie

auf http://www.tiefkuehlkost.de.

Die Broschüre "-18 Grad. Die Tiefkühlwirtschaft in Deutschland. Ein

Branchenporträt." erhalten Sie auf Anfrage per E-Mail an Nina Kollas,

mailto:kollas@tiefkuehlkost.de.

Auf der Seite "Tiefkühlprodukte - Frische Vielfalt, unbeschwerter Genuss" (https

://www.tiefkuehlkost.de/tk-fuer-alle/nachhaltigkeit-qualitaet/produktqualitaet/t

iefkuehlprodukte-frische-vielfalt-unbeschwerter-genuss) finden Verbraucher ein

Informationsangebot und Antworten auf häufige Fragen zu Tiefkühlprodukten.

Das Deutsche Tiefkühlinstitut e.V. (dti) ist die Interessenvertretung und

Kommunikationsplattform der Tiefkühlwirtschaft in Deutschland und vertritt als

Spitzenverband über 150 überwiegend mittelständische Unternehmen aus allen

Teilen der Tiefkühlkette, von Industrie über Logistik und Handel. Die

Tiefkühlwirtschaft, mit einem Gesamtumsatz von über 23 Milliarden Euro einer der

wichtigsten Zweige der Lebensmittelindustrie, versorgt täglich über 82 Millionen

Menschen in Deutschland mit frischen, tiefgekühlten Lebensmitteln und ist ein

wichtiger Lieferant für den Handel, die Gastronomie und die

Gemeinschaftsverpflegung. 2025 stieg der Pro-Kopf-Verbrauch von

Tiefkühlprodukten in Deutschland laut dti-Absatzstatistik auf einen Rekordwert

von 51,6 kg. Der Gesamtabsatz lag 2025 bei über vier Millionen Tonnen.

Pressekontakt:

Deutsches Tiefkühlinstitut e.V. (dti)

Nina Kollas

Leitung Kommunikation

Tel.: +49 (0)30 280 93 62-12

E-Mail: mailto:kollas@tiefkuehlkost.de

http://www.tiefkuehlkost.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/53417/6287700

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