Pfandbriefbanken rechnen mit weiter steigenden Immobilienpreisen


Von Andrea Thomas

BERLIN (Dow Jones)--Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP) erwartet für die kommenden Jahre weiter steigende Immobilienpreise bei abflachender Dynamik. Die in dem Verband zusammengeschlossenen Institute verzeichneten 2021 sowohl im Pfandbrief- als auch im Immobilienfinanzierungsgeschäft ein deutliches Wachstum.

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Die weitere Preisentwicklung hängt laut VDP auch davon ab, wie lange der russische Angriffskrieg in der Ukraine noch dauert, ob er sich noch verschärft oder regional ausweitet und wie mit den verhängten Sanktionen nach einem Ende der Kriegshandlungen verfahren wird.

Im Schlussquartal 2021 stiegen die deutschen Immobilienpreise um 8,4 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2020. Dabei verteuerten sich Wohnimmobilien laut VDP um 10,7 Prozent, während die Preise für Gewerbeimmobilien nach vier Quartalen erstmals seit Ende 2020 wieder ein leichtes Plus von 0,3 Prozent aufwiesen.

"Die nach wie vor angespannte Situation auf vielen Mietwohnungsmärkten sowie der anhaltende Nachfrageüberschuss auf dem Investmentmarkt sorgten für weiteren Preisauftrieb. Auch die steigenden Baupreise verteuerten Immobilien", erklärte VDP-Präsident Louis Hagen. Hemmende Wirkung auf die Immobiliennachfrage hätten dagegen die sukzessive steigenden Zinsen und die damit verbundene geringere Erschwinglichkeit von Wohneigentum.

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Wohnimmobilienmarkt leidet erst bei massiv höherer Arbeitslosigkeit

Die Institute vergaben im vergangenen Jahr Immobiliendarlehen in Höhe von 175 Milliarden Euro, ein Plus von 9,5 Prozent zum Vorjahr. Das Volumen der Wohnimmobilienfinanzierungen stieg um 11,2 Prozent und das der Gewerbeimmobilienfinanzierungen um 6,1 Prozent gegenüber 2020. Insgesamt belief sich bei den Instituten der Pfandbriefbanken 2021 das Volumen ihres Immobilienfinanzierungsbestands auf 947,5 Milliarden Euro nach 894,4 Milliarden im Vorjahr.

"Mit den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sind die Pfandbriefbanken bislang gut zurechtgekommen", erklärte Hagen. "Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine stellt jetzt allerdings eine noch größere Herausforderung für die Weltpolitik und die Weltwirtschaft dar, deren Dimension noch nicht absehbar ist."

Solle es zu einer Stagflation oder sogar Rezession kommen, würde dies laut dem Verband den Gewerbeimmobilienmarkt belasten. Spürbare Auswirkungen auf den Wohnimmobilienmarkt seien dagegen nur bei massiver Erhöhung der Arbeitslosigkeit zu erwarten.

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