Novartis-Aktie unter Druck: Cholesterin-Studie verfehlt Ziel
Ein mit Spannung erwartetes Cholesterin-Medikament von Novartis hat in einer Phase-3-Studie das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse nicht senken können.
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Dies bedeutet einen Rückschlag für das Unternehmen und andere Akteure, die einen neuen Ansatz zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erforschen.
Novartis teilte mit, dass das Medikament das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse - einschließlich Todesfällen, Herzinfarkten und Schlaganfällen - im Vergleich zu einem Placebo nicht verringert habe. Es sei jedoch gelungen, die Konzentration von Lipoprotein(a) im Blut, einem als Lp(a) bekannten Fettpartikel, zu senken, so Novartis.
Die Ergebnisse würden das "wissenschaftliche Verständnis des Zusammenhangs zwischen der Lp(a)-Senkung und kardiovaskulären Ereignissen vertiefen und könnten als Grundlage für künftige Ansätze zum Management kardiovaskulärer Risiken dienen", sagte Shreeram Aradhye, Chief Medical Officer des Schweizer Pharmakonzerns.
Die Hoffnung war groß, dass das Medikament mit dem Namen Pelacarsen eine tückische Ursache für Herzinfarkte und Schlaganfälle bekämpfen könnte, die sich seit Jahrzehnten einer Behandlung entzieht. In den USA weisen zig Millionen Menschen erhöhte Lp(a)-Werte auf, einen vererbbaren und weitgehend unbemerkt bleibenden Treiber von Herzerkrankungen.
Jahrelang glaubten Wissenschaftler, dass eine Senkung von Lp(a), einem Verwandten des LDL-Cholesterins, die Plaquebildung verringern und zu weniger Herzinfarkten und Schlaganfällen führen würde. Diese Studie war ein entscheidender Test für diese Hypothese. "Es gab viele Hinweise darauf, dass Lipoprotein(a) ein fehlendes Bindeglied sein könnte", sagte Kushal Kadakia, Arzt am Massachusetts General Hospital, der Herz-Kreislauf-Medikamente erforscht. "Es ist wirklich überraschend und ein Rückschlag für die Forschung, ein solches Ergebnis zu sehen."
Pelacarsen wurde ursprünglich von Ionis Pharmaceuticals entdeckt und entwickelt. Im Jahr 2019 übte Novartis eine Option zur Lizenzierung der Entwicklungs- und Vermarktungsrechte für das Medikament aus.
Amgen und Eli Lilly entwickeln ähnliche Therapien, nutzen jedoch eine andere Technologie, die darauf abzielt, das Gen für die Lp(a)-Produktion auszuschalten. Das Produkt von Novartis und Ionis basiert auf einer Technologie, die das Signal blockiert, welches der Leber die Anweisung zur Produktion von Lp(a) gibt.
Die Aktien von Novartis fielen am Freitag im nachbörslichen Handel um mehr als 4 Prozent. Die Papiere von Ionis brachen um mehr als 10 Prozent ein.
Novartis nannte keine weiteren Details zu den Studienergebnissen, plant jedoch, die Daten auf einer bevorstehenden medizinischen Fachkonferenz zu präsentieren.
Herzmittel-Flop drückt Novartis - Auch Ionis und Amgen schwach
Der Misserfolg mit dem Herzmedikament Pelacarsen setzt am Montag gleich mehrere Aktien unter Druck. Zum einen die des Entwicklers Ionis Pharmaceuticals und des Lizenznehmers Novartis und zum anderen die von Amgen wegen der negativen Signalwirkung für ihr ähnliches Mittel Olpasiran.
Die Novartis-Aktie verliert im SIX-Handel zeitweise 2,93 Prozent auf 125,78 Franken. Ionis und Amgen sackten gegenüber dem Handelsende in den USA vor dem feiertagsbedingt langen Wochenende um 10 und 5 Prozent ab.
"Pelacarsen funktioniert nicht", so die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Die Experten der Bank nehmen daher die risiko-adjustierten Umsatzerwartungen von bis zu 1,3 Milliarden US-Dollar vollständig aus ihrem Modell.
Die Branchenexperten von Vontobel hatten sogar eine Spitzenumsatzschätzung von zwei Milliarden angesetzt. Im Gegenzug verdoppelte die Bank aber ihre Schätzung für das jüngst erfolgreiche Medikament Remibrutinib von 1 auf 2 Milliarden Dollar, sodass unter dem Strich nur eine kleine Kurszielsenkung steht.
Pelacarsen hatte in der Phase-III-Studie Lp(a)Horizon zwar das Lipoprotein(a)-Level der Probanden gesenkt, beim eigentlichen Primärziel aber nicht den erhofften Erfolg beim Schutz vor Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulärem Tod gezeigt.
DJG/DJN/uxd/mgo
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