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LEG-Aktie verliert - Konzernchef äußert sich zur Enteignungsdebatte


LEG-Aktie verliert - Konzernchef äußert sich zur Enteignungsdebatte

LEG-Chef Lars von Lackum warnt vor den Folgen einer möglichen Vergesellschaftung von Wohnimmobilien und setzt auf ein geplantes Gesetz der Bundesregierung.

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Der Düsseldorfer Wohnimmobilienkonzern LEG Immobilien besitzt zwar keine einzige Wohnung in Berlin, blickt aber mit großer Sorge auf die Enteignungsdebatte in der Bundeshauptstadt. "Meine Auffassung ist, dass Eigentum individuelle Freiheit garantiert", sagte Unternehmenschef Lars von Lackum in einem Interview der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX und der Deutschen Presse-Agentur dpa.

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Eigentum infrage zu stellen, führe auch dazu, dass man individuelle Freiheiten infrage stelle, sagte von Lackum weiter. Mit einer Vergesellschaftung von Wohneigentum würde ein ganz anderes Gesellschaftssystem geschaffen. Der Staat sei dann alleiniger Eigentümer von Wohnungen und für die Verteilung des weiterhin knappen Wohnraums verantwortlich.

LEG-Chef setzt auf geplantes Gesetz gegen Vergesellschaftung

Die Bundesregierung habe deutlich gemacht, dass sie per Gesetz solche Vergesellschaftungen in Bundesländern unterbinden wolle, sagte von Lackum weiter. "Ich vertraue in die Handlungsfähigkeit der Bundesregierung und gehe davon aus, dass sie dieses Gesetz dann auch zur Umsetzung bringt."

Die LEG-Immobilien-Gruppe ist Deutschlands zweitgrößter Privatvermieter mit rund 171.000 Wohnungen, davon 136.000 in NRW. Das Unternehmen ist im Börsensegment MDAX gelistet.

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Investoren sorgen sich um Standort Deutschland

Auch internationale Investoren sorgten sich laut von Lackum um den Standort Deutschland. "Wenn ich in Melbourne oder in Hongkong oder in New York bei Investoren bin, lautet in den ersten zehn Minuten der Gespräche eine der häufig gestellten Fragen: Ist Deutschland inzwischen auf dem Weg in den Sozialismus?", sagte der Manager. Das sei etwas, was Investoren international sehr beschäftige und auf das sie eine klare Antwort erwarteten.

Der LEG-Chef rechnet aber nicht damit, dass sich die Enteignungsdebatte auf westdeutsche Bundesländer ausweiten wird, in denen der Konzern Immobilienbestände hat. In Berlin liege die Wohneigentumsquote nur bei etwa 18 Prozent, erläuterte der Firmenlenker. In den westdeutschen Bundesländern, in denen LEG aktiv sei, betrage die Eigentümerquote hingegen zwischen 46 und 54 Prozent. "Deswegen gehen wir nicht davon aus, dass es sogenannte Spillover-Effekte in den Bundesländern gibt, in denen wir aktiv sind", fügte er hinzu.

Die Bundesregierung will mit einem Gesetz verhindern, dass Bundesländer Mietwohnungsbestände von Konzernen in Gemeineigentum überführen können. Für die Linke, die bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin stärkste Kraft wurde, ist die Umsetzung ihres Vergesellschaftungsziels ein zentrales Anliegen. Das Projekt, von dem sich die Partei günstige Mieten erhofft, dürfte daher auch bei den von ihr angestrebten Koalitionsverhandlungen mit Grünen und SPD eine wichtige Rolle spielen. Ob der Bund Vergesellschaftungen per Gesetz unmöglich machen kann, ist umstritten.

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Steigende Finanzierungskosten für LEG verkraftbar

Beim Thema Finanzierung sieht von Lackum den Gegenwind durch das zuletzt gestiegene Zinsniveau dagegen als verkraftbar an. "Wir müssen circa eine Milliarde pro Jahr refinanzieren", sagte der LEG-Chef. Der durchschnittliche Fremdfinanzierungssatz betrage derzeit 1,8 Prozent. Die gestiegenen Zinsen würden bei der Refinanzierung eine Mehrbelastung von rund 20 bis 30 Millionen Euro bedeuten. "Das entspricht in etwa dem, was wir auch auf der Mietseite sehen", sagte von Lackum mit Blick auf die Entwicklung der Mieteinnahmen.

Transaktionsmarkt bleibt schwierig

Höhere Zinsen machten sich laut von Lackum allerdings auch am Transaktionsmarkt bemerkbar. Zudem sorgten geopolitische und politische Entwicklungen derzeit für Unsicherheit bei den Investoren. Dies spiegele sich auch in den Transaktionsvolumina wider.

LEG könne weiterhin kleinere Portfolios bis zu 5 Millionen Euro veräußern, sagte der Unternehmenschef. Der Markt für größere Transaktionen sei hingegen weiterhin kaum in Bewegung.

LEG stellt Zukunft von Renowate infrage

Beim Geschäft mit der seriellen energetischen Sanierung von Wohnimmobilien läuft es derweil bei der LEG-Beteiligung Renowate nicht so gut wie noch vor längerer Zeit erhofft, sagte von Lackum. LEG hatte Renowate 2021 gemeinsam mit der österreichischen Rhomberg Bau GmbH als Gemeinschaftsunternehmen gegründet.

Ein Festhalten an Renowate hat LEG davon abhängig gemacht, dass das Unternehmen in diesem Jahr eine schwarze Null erreicht. "Sonst würden wir uns Alternativen überlegen, beispielsweise das Projekt aufzugeben oder an spezialisierte Käufer abzugeben", sagte von Lackum. Eine Entscheidung darüber sei bislang noch nicht getroffen worden.

Die Aktie von LEG verliert auf XETRA zeitweise 0,52 Prozent auf 46,02 Euro.

DÜSSELDORF (dpa-AFX)

Bildquellen: LEG Immobilien, LEG

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07.09.26 LEG Immobilien Neutral Goldman Sachs Group Inc.
24.08.26 LEG Immobilien Equal Weight Barclays Capital
21.08.26 LEG Immobilien Buy Jefferies & Company Inc.
13.08.26 LEG Immobilien Neutral Goldman Sachs Group Inc.
05.08.26 LEG Immobilien Buy Deutsche Bank AG

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