Eutelsat-Aktie bricht ein: Umsatz übertrifft Erwartungen, Ausblick enttäuscht
Der Satellitenbetreiber legte Zahlen über den Erwartungen vor, an der Börse zählte am Ende nur die vorsichtige Prognose.
Werte in diesem Artikel
- Ein Millionenauftrag vom französischen Militär soll das Wachstum stützen
- Eine Ausgleichszahlung aus den USA fließt erst in einigen Jahren
- Der Nettoverlust schrumpfte deutlich, doch die Marge bereitet Sorgen
Eutelsat hat heute die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025/26 vorgelegt und dabei die Erlöserwartungen der Analysten übertroffen. An der Euronext Paris reagierten Anleger dennoch mit deutlichen Verkäufen, weil der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr die Sorgen um die Profitabilität des Satellitenbetreibers nicht ausräumen konnte.
Umsatzplus über den Erwartungen, Marge unter Druck
Eutelsat, ein Betreiber von Satellitenkommunikation mit Diensten für Rundfunk und Konnektivität, kam im Geschäftsjahr 2025/26 auf Gesamterlöse von 1,24 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 0,6 Prozent auf berichteter Basis, auf like-for-like-Basis stand jedoch ein Plus von 3,0 Prozent. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 1,20 Milliarden Euro gerechnet. Treiber war das LEO-Geschäft mit der Satellitenkonstellation OneWeb: Die Erlöse aus diesem Bereich kletterten um 69,5 Prozent auf 297 Millionen Euro und machen inzwischen ein Viertel des Konzernumsatzes aus, nach rund 15 Prozent im Vorjahr.
Getrübt wurde das Bild vom bereinigten EBITDA, das like-for-like um 3,1 Prozent auf 632,4 Millionen Euro sank. Die bereinigte EBITDA-Marge fiel like-for-like um 3,2 Punkte auf 51,2 Prozent. Belastet wurde das Ergebnis vom Video-Geschäft, dessen Erlöse um 13,1 Prozent auf 519,2 Millionen Euro zurückgingen. Als Gründe nannte das Unternehmen zugrunde liegende Markttrends, Sanktionen gegen russische Sender Anfang 2026 sowie das Auslaufen von Kapazitätsverträgen auf den Satelliten Express AT1 und AT2.
Nettoverlust schrumpft, Schulden sinken
Der Nettoverlust der Gruppe verringerte sich auf 457,3 Millionen Euro, nach einem Verlust von 1,08 Milliarden Euro im Vorjahr. Grund dafür waren vor allem geringere Abschreibungen: Im Vorjahr waren Goodwill- und Satelliten-Abschreibungen von insgesamt 720 Millionen Euro angefallen, im Berichtsjahr waren es nur noch 111 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung sank zum 30. Juni um 1,16 Milliarden Euro auf 1,46 Milliarden Euro, der Verschuldungsgrad verbesserte sich von 3,88 auf 2,32. Der Vorstand sprach laut Unternehmensangabe von einer im Berichtsjahr abgeschlossenen Refinanzierung im Volumen von 5 Milliarden Euro, die eine solide und diversifizierte Kapitalstruktur zur Unterstützung der Wachstumsambitionen liefere.
Der Auftragsbestand lag mit 3,4 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 3,5 Milliarden Euro, während der Anteil des Connectivity-Geschäfts von 57 auf 61 Prozent stieg. Zusätzlichen Rückenwind soll der im Juni 2026 unterzeichnete CENTAURE-Vertrag mit der französischen Rüstungsbehörde DGA liefern: Er sieht eine feste Anfangsverpflichtung von 138 Millionen Euro über vier Jahre für LEO-Satellitenkapazität vor, eingebettet in eine Rahmenvereinbarung mit einem Höchstwert von 350 Millionen Euro und einer Laufzeit von bis zu acht Jahren.
Vorsichtiger Ausblick schickt Eutelsat-Aktie auf Talfahrt
Für das Geschäftsjahr 2026/27 stellte Eutelsat ein leichtes Umsatzwachstum sowie eine stabile EBITDA-Marge in Aussicht. Das LEO-Geschäft soll dabei um mehr als 30 Prozent wachsen und damit die strukturellen Rückgänge im klassischen GEO- und Videogeschäft ausgleichen. Der Capex stieg im Berichtsjahr auf 593,9 Millionen Euro nach 449,8 Millionen Euro im Vorjahr, blieb damit aber unter dem für das erste Halbjahr angekündigten Niveau von 900 Millionen Euro. Für 2026/27 rechnet der Konzern mit Investitionen von rund 1,2 Milliarden Euro. Am Mittelfristziel eines Umsatzes zwischen 1,5 und 1,7 Milliarden Euro für das im Juni 2029 endende Geschäftsjahr sowie einer EBITDA-Marge oberhalb von 60 Prozent hält Eutelsat fest.
Als Post-Closing-Ereignis nannte das Unternehmen eine erwartete Ausgleichszahlung von 504 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 443 Millionen Euro, für das Clearing des US-C-Band-Spektrums. Hintergrund ist eine Entscheidung der US-Regulierungsbehörde FCC von Ende Juli zum Upper-C-Band; die Zahlung ist an zwei Fristen gebunden und soll laut Unternehmensangabe erst 2031 fließen.
An der Euronext Paris fiel die Eutelsat-Aktie schließlich um 4,58 Prozent auf 2.044 Euro.
Ob sich die Wachstumsstory rund um OneWeb im laufenden Geschäftsjahr in den Zahlen niederschlägt, dürfte sich mit den Erlösen für das erste Quartal 2026/27 zeigen, die Eutelsat am 29. Oktober 2026 veröffentlichen will. Bereits am 26. November 2026 folgt die Hauptversammlung, bevor am 12. Februar 2027 die Halbjahresergebnisse anstehen.
Thomas Zoller, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 26.10.12 | Eutelsat CommunicationsAct outperform | Exane-BNP Paribas SA | |
| 26.10.12 | Eutelsat CommunicationsAct neutral | Nomura | |
| 22.10.12 | Eutelsat CommunicationsAct hold | Société Générale Group S.A. (SG) | |
| 31.07.12 | Eutelsat CommunicationsAct hold | Société Générale Group S.A. (SG) | |
| 23.07.12 | Eutelsat CommunicationsAct hold | Société Générale Group S.A. (SG) |