Aktien von Coca-Cola & Co.: Warum US-Firmen ihren Dividend-King-Titel verteidigen
Drei US-Konzerne erhöhen ihre Dividende seit Jahrzehnten ununterbrochen, doch für deutsche Anleger entscheidet oft ein Steuerformular über die tatsächliche Rendite.
Werte in diesem Artikel
- Coca-Cola erhöhte die Dividende im Februar 2026 zum 64. Mal in Folge
- Kimberly-Clark steigerte die Ausschüttung im Januar 2026 zum 54. Mal
- Ohne W-8BEN-Formular verdoppelt sich die US-Quellensteuer auf 30 Prozent
Coca-Cola erhöhte die Dividende im Februar 2026 zum 64. Mal in Folge, Kimberly-Clark zog im Januar mit der 54. Steigerung nach, und beide behaupten damit ihren Platz in Indizes wie den S&P 500 Dividend Aristocrats, aus denen ein Fonds bei jedem Rückschritt automatisch aussteigen müsste. Auch Lowe's meldete im Mai 2026 eine weitere Anhebung und hält damit an einer Serie fest, die das Unternehmen selbst als mehr als 25 Jahre in Folge bezeichnet.
Warum der Königstitel so viel wert ist
Der Titel Dividend King ist informell, aber folgenreich: Er bezeichnet Unternehmen, die ihre Dividende mindestens 50 Jahre in Folge angehoben haben, während die jüngere Kategorie der Dividendenaristokraten im S&P 500 schon ab 25 Jahren greift. Fonds und ETFs, die genau diese Indizes nachbilden, müssen eine Aktie zwangsweise verkaufen, sobald die Serie reißt. Wie viel dabei auf dem Spiel steht, zeigte 3M im Jahr 2024: Im Zuge der Abspaltung der Gesundheitssparte Solventum kündigte der Konzern laut eigenen Angaben gegenüber der US-Börsenaufsicht SEC an, die Ausschüttungsquote auf rund 40 Prozent des bereinigten freien Cashflows zurückzuführen, ein klarer Bruch mit der jahrzehntelangen Erhöhungsserie. Genau dieses Szenario wollen Coca-Cola, Kimberly-Clark und Lowe's vermeiden, selbst wenn die jährliche Erhöhung nur wenige Prozent beträgt.
Drei unterschiedliche Wege zum gleichen Ziel
Coca-Cola hob die Quartalsdividende laut eigener Mitteilung von Mitte Februar von 0,51 auf 0,53 US-Dollar an, ein Plus von rund 4 Prozent auf einen annualisierten Wert von 2,12 US-Dollar. Kimberly-Clark erhöhte die Quartalsdividende Ende Januar von 1,26 auf 1,28 US-Dollar und zahlt bereits seit 92 Jahren ununterbrochen eine Dividende. Lowe's hob die Quartalsdividende Ende Mai von 1,20 auf 1,25 US-Dollar an, ebenfalls ein Plus von rund 4 Prozent. Bemerkenswert ist der Unterschied in der Kommunikation: Während Coca-Cola und Kimberly-Clark ihre Erhöhungsserien exakt beziffern, spricht Lowe's nur vage von mehr als 25 Jahren in Folge, obwohl der Baumarktkonzern seit dem Börsengang 1961 jedes Quartal eine Dividende gezahlt hat.
Der Zinseszins-Effekt gegen die Inflation
Der Charme des Modells liegt im Zinseszins-Effekt: Wird die Dividende reinvestiert, wächst nicht nur die Zahl der gehaltenen Aktien, sondern in den Folgejahren auch die Ausschüttung pro Aktie selbst, ein Effekt, der sich über Jahrzehnte potenziert. Steigt die Dividende Jahr für Jahr, wie es bei allen drei Werten zuletzt der Fall war, wächst die reale Kaufkraft der Ausschüttung auch dann weiter, wenn die Lebenshaltungskosten zwischenzeitlich stärker anziehen.
Quellensteuer und Währungsrisiko: Die Rendite hat zwei Bremsen
Für deutsche Anleger schmälert jedoch eine weitere Größe die Rendite, die in der Rechnung häufig fehlt: Die USA behalten grundsätzlich 30 Prozent Quellensteuer auf Dividenden ein. Wer seinem Broker das Formular W-8BEN vorlegt, profitiert vom Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den USA und zahlt nur noch 15 Prozent, die sich vollständig auf die deutsche Abgeltungssteuer anrechnen lassen. Ohne das Formular bleibt es bei den vollen 30 Prozent, von denen sich in Deutschland nur der DBA-Satz gegenrechnen lässt, der Rest ist verloren. Hinzu kommt das Währungsrisiko: Coca-Cola, Kimberly-Clark und Lowe's zahlen ihre Dividende in US-Dollar, der Gegenwert in Euro schwankt daher zusätzlich mit dem Wechselkurs, unabhängig davon, wie verlässlich die Dividende selbst wächst.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.netAusgewählte Hebelprodukte auf Coca-Cola
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